Nachtaufnahmen statt Sternschnuppen – Erzählung eines kleinen Abenteuers

In der Nacht vom 22.-23. April 2020 sollte es regelrecht Sternschnuppen regnen. Denn unsere Erde kreuzte dabei die Umlaufbahn des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), dessen Bruchstücke in unserer Atmosphäre verglühten. Dieser Sternschnuppenschauer, der aus dem Sternbild der Lyra am Himmel auftauchte, ist auch unter den Namen Lyriden bekannt – was somit seinen Namen natürlich auch sofort erklären ließ. 

Die Astronomen gingen davon aus, dass gerade in dieser Nacht 18 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel zu sehen sind, besonders in der Zeit nach 0:00 Uhr. Und dieses Spektakel wollte ich mir unbedingt nicht entgehen lassen.

Meine Ausstattung


Da ich Aufgrund der Corona-Krise in Kurzarbeit bin, und passenderweise an diesem Abend auch Urlaub hatte, nutze ich gleich die Gelegenheit aus, einfach mal meine neue Kamera (Sony Alpha 6000) für die Nachtaufnahmen auszuprobieren. Anfang des Jahres kaufte ich mir nämlich diese Systemkamera. Doch bisher gab es nie eine Gelegenheit, sie auch bei schwachen Licht einzusetzen. 

Zuvor habe ich all meine Fotos mit meinem Handy aufgenommen. Verstehe mich da bitte nicht falsch: Die aktuellen Handymodelle machen auch klasse Aufnahmen. Ich liebe es immer noch, mit meiner “Honor 10 – Handykamera” Fotos zu schießen. Besonders für kleine Momentaufnahmen, wie die meiner 3 Katzen. Denn bei manchen Situationen hat man eher sein Handy in der Hand, statt eine Kamera.

Doch meine Ansprüche sind im Laufe der Zeit gewachsen und so konnte mein Handy mich nicht mehr zufrieden stellen. Allein deswegen frage ich mich aktuell, ob mein Handy auch so gute Sternenhimmel-Fotos machen könnte, wie ich sie nun mit meiner Systemkamera gemacht habe. Vielleicht sollte ich einfach mal, bei nächster Zeit, dieses testen. 

Am Abend zuvor schaute ich noch schnell bei YouTube vorbei, wie man die Sony Alpha 6000 für solche Aufnahmen einstellt. Denn ich muss zugeben: Vorher habe ich noch nie in meinem Leben den Sternenhimmel fotografiert. Ich dachte immer, dass man dafür ein spezielles Objektiv benötigt. Umso erstaunter war ich, wie schnell und einfach diese Einstellungen sind, und dass ich sogar das aktuelle Standardobjektiv verwenden kann. 

Natürlich merkte ich auch, dass ich mit meinem Vorhaben nicht die komplette Ausrüstung besitze. Denn durch die lange Blendzeit muss die Kamera sehr still stehen. Und was eignet sich dafür am Besten? Natürlich ein Stativ – welches noch auf meiner Wunschliste für Geburtstage oder Weihnachten steht. Aber trotzdem entmutigte mich dieses nicht, sondern stärkte umso mehr die Abenteuerlust.

Der Start in die Nacht


Den perfekten Platz für dieses Vorhaben stand auch recht schnell fest. Es sollte hoch zum Wengertshäusla bei Markt Einersheim gehen. Von dort aus hat man einen tollen Weitblick, mit einer regelrechten Stille im Hintergrund. Allgemein bin ich dort sehr gerne, weil mir dieser Platz Ruhe und Kraft gibt. Und diese Kombination, mit den Wünschen der Sternschnuppen, fand ich es ideal in der aktuellen Corona-Situation.

Gegen 20 Uhr ging das Abenteuer für mich dann los. Die Abendstimmung mit der untergehenden Sonne wollte ich unbedingt draußen in der Natur genießen. Auch wenn ein Sonnenuntergang direkt vom Wengertshäusla aus nicht zu sehen war. So konnte ich eher beobachten, wie meine kleine Gemeinde immer mehr zur Ruhe kam. Wie nach und nach die Dunkelheit sich über das Dorf legte und vereinzelt Lichter angingen. 

Mit dem leiser werdenden Zwitschern der Vögel im Hintergrund, breitete sich eine innere Ruhe in mir aus. So nahm ich schließlich auf einer Bank meinen Platz ein, und schaute mir dieses Naturspiel am Himmel an.

Doch allzu lange konnte ich natürlich auch nicht still sitzen, auch wenn es mein innerer Wunsch war. Dadurch, dass ich kein eigenes Stativ für die Kamera besitze, wollte ich noch schnell im “Hellen” Gegenstände finden, die meine Kamera in eine etwas schräge Position bringen. Und mit ein paar kleinen Steinen klappte dieses Vorhaben auch wunderbar.

Die ersten Nachtaufnahmen


Da ich nun meine Kamera nicht so hinstellen konnte, dass sie direkt den Himmel abfotografieren konnte, suchte ich mir ein schönes Motiv für meine Fotos aus. Und was eignet sich da nicht besser, wenn man sich schon auf einer leichten Erhöhung befindet, als die Landschaft um einen herum, mit einem tollen Sternenhimmel?! 

So visierte ich zuerst den Himmel über Possenheim an, merkte aber schnell, dass die Fernlichter der Autos immer mehr im Bild störten. So richtete ich schließlich das Objektiv in die Richtung von Markt Einersheim und war richtig erstaunt, wie schön meine kleine Gemeinde auch bei Nacht wirkt. 

Mit der Hoffnung, dass sich auch mal eine Sternschnuppe über meinen Dorf sich verirrte, lehnte ich mich etwas zurück und drückte alle 30 Minuten auf den Auslöser. Doch leider gab es zu dieser Zeit noch keine Sternschnuppe, die dort hinunter fiel. Was mich persönlich aber nicht allzu sehr traurig stimmte, da ich wunscherschöne, erste Nachtaufnahmen machte.

So lehnte ich mich immer wieder zurück, den Blick auf dem Himmel gerichtet, und genoss die Nacht. Gegen die ansteigende Kälte war ich mit meinem Früchtetee gewappnet, den ich immer wieder trank. Die innere Wärme und die Sterne am Himmel luden einem regelrecht ein, seine Gedanken freien Lauf zu lassen und ins Träumen zu kommen.

Das Ende der Nacht


Nun muss ich dir aber gestehen, dass ich nicht allzu lange dort gewesen war. Ich hatte zwar Urlaub und hätte somit auch lange aufbleiben können, doch meine innere Angst hat leider diesen wundervollen Abend kaputt gemacht – meine Angst im Dunkeln. Meine Angst, mir könnte dort etwas passieren.

Nun wunderst du dich bestimmt: Ich will die Sternschnuppen sehen, bin aber wegen der Dunkelheit wieder nach Hause gegangen? Ja, es klingt vielleicht etwas komisch: Ich als kleine Abenteuerin, die eine große Angst vor der Nacht hat. 

Zwar hatte ich eine Taschenlampe bei mir, die mir auch für den Heimweg sehr hilfreich war. Doch mein inneres Unwohlsein konnte sie nicht verhindern. Am Anfang leuchtete ich immer die Gegend ab. Doch je dunkler es wurde, umso mehr setze meine Fantasie ein. Und so wurden die einzelnen Schatten zu einer innerlichen Bedrohung für mich.

Gegen 22 Uhr ging es somit für mich wieder zurück nach Hause. Den Höhepunkt der Sternschnuppen konnte ich daher leider nicht genießen. Einerseits bin ich zwar etwas traurig darüber, aber trotz allem war ich auch glücklich. Ein paar Sternschnuppen habe ich selbst gesehen, und das Vorhaben mit meiner Kamera konnte ich auch gut umsetzen. 

Statt nun in Traurigkeit zu versinken, dass meine Angst mir dieses kleine Abenteuer kaputt gemacht hat, schaue ich mir lieber meine Fotos an, die in dieser Nacht entstanden. Momentaufnahmen von einem Dorf, dass immer mehr zur Ruhe kommt. Und so erinnere ich mich an die Situation vor der Angst zurück, wie ich auf der Bank lag und die Sterne beobachtete. Und diese Erinnerungen fühlen mich mit einer Art von Glück – Glück, diesen Moment für mich ausgekostet zu haben!

Wie sieht es bei dir aus? Hast du ein paar Sternschnuppen gesehen? 
So schreibe es mir doch gerne in die Kommentare und teile gerne mit mir/uns dein kleines Abenteuer mit. 

Bleibe gesund und immer stets neugierig. 
Deine Weltenspatz Shelly

Frühlingshafte Wanderung zum Supermarkt – Erzählung eines kleinen Abenteuers

Als ich kurz nach Ostern 2020 einen Podcast von “Frei raus” gehört habe, hatte ich regelrecht Lust auf ein kleines Outdoor-Abenteuer – direkt vor der eigenen Haustür. Einfach die Wanderschuhe anziehen, von Zuhause aus starten, und dabei das Auto einfach stehen lassen. Vielmehr benötigt man eigentlich nicht, um ein kleines Mikroabenteuer zu starten! 

Und falls du nun keine Wanderschuhe besitzt, so kannst du auch gute Turnschuhe verwenden, die für dich sehr bequem sind. Denn dieses Abenteuer, wovon ich dir heute berichte, besitzt schon einige Kilometer, die abzuwandern sind.

Die Idee fürs Abenteuer


Mein Gedanke war, einfach mal zu Fuß zum Einkaufen gehen. Denn eines musst du vorab wissen: Ich wohne auf einem kleinen Dorf, das gerade mal 1200 Einwohner hat. Neben einer Apotheke, einem Metzger und einer Bäckerei, die ein klein wenig wie ein “Tante-Emma-Laden” aufgebaut ist, besitzen wir hier keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten. 

Die nächste Ortschaft, wo ich meine Lebensmittel besorge, liegt ca. 4 Kilometer von der eigenen Haustür entfernt. Meistens kaufe ich dort immer am Wochenende ein, so dass ich unter der Woche, auf dem Weg zur Arbeit, nur noch die frischen Zutaten besorgen muss. 

Nach Ostern hatte ich jedoch Urlaub gehabt, und der Gedanke “für diese paar Meter extra das Auto anzumachen” kam mir etwas unrealistisch vor. Meistens verbinde ich den Einkauf im Zusammenhang mit meinen Abenteuern, so dass ich erst auf dem Rückweg an einem Supermarkt vorbei fahre. 

Doch ein Abenteuer war an diesem Tag nicht wirklich geplant, da wir wegen der Corona-Krise auch nicht so weit weg fahren durften. So kam mir schließlich folgender Gedanke: Da ich nichts großartiges einkaufen wollte, was viel Platz benötigt, werde ich einfach mit meinem Wanderrucksack (der ein Volumen von 20L hat) einkaufen gehen.

Infos zur Wanderstrecke


Doch die typische Strecke, direkt an der Straße entlang, wollte ich nun nicht wandern. Auch wenn es dafür einen gut ausgebauten Rad- und Fußweg gibt. Doch der ganze Lärm von den Autos und LKWs, die auf der B8 an mir vorbei fahren würden, hätten dieses Abenteuer nicht wirklich zu einem Erlebnis gemacht, welches ich am Ende erlebt habe.

So entschied ich mich für einen kleinen Umweg, wo ich neben einer tollen Landschaft und herrlichen Blüten, eine Gesamtstrecke von 7 Kilometer erreicht habe. Und ja, dieses Abenteuer bezieht sich nur auf den Hinweg, da ich am Ende von meinem Freund abgeholt wurde. (Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade Feierabend und wäre so oder so an mir vorbei gefahren.)

Trotz allem habe ich diese Wanderung bei Komoot aufgezeichnet, so dass du sie ggf. auch gerne mal nachwandern kannst. Der Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz bei uns in der Gemeinde, den du gerne benutzen kannst. Du kannst dann ab den Ende meiner Aufzeichnung selbst entscheiden, ob du diesen Weg wieder zurück gehen möchtest, oder den anderen Weg einschlägst, der dort ebenfalls als Radwanderweg gut ausgezeichnet ist. 

Meine gelaufene Strecke bei Komoot findet du natürlich *hier*.

Die Wanderung nach Iphofen


Aber kommen wir nun endlich zu meinem kleinen Abenteuer: Nämlich die Wanderung von Markt Einersheim nach Iphofen. 

Wie eben bereits erwähnt, wollte ich eben nicht an der Bundesstraße entlang laufen und entschied mich für die Natur. Der Radwanderweg führte mich am einheimischen Freibad, sowie an der Vogtsmühle vorbei, über die Weinberge, bis hin zu einer traumhaften Allee zu meinem Ziel. 

Der Startpunkt und die Strecke waren somit klar – so hieß es für mich: Ab ins Abenteuer! Und bei diesem Abenteuer wurde ich von der frühlingshaften Schönheit der Natur nicht enttäuscht. 

Bereits in Markt Einersheim wurde ich von grünen Wiesen und herrliche Blüten an den Bäumen und Sträuchern empfangen. Sobald ich diese kleine Gemeinde mit ein paar Schritten jedoch hinter mir gelassen habe, kam ich regelrecht zur inneren Ruhe und freute mich um so mehr auf die kommenden Kilometer. 

So ging es nach dem Freibad erstmal eine lange Strecke auf Kieswegen entlang. Durch die Trockenheit, die wir leider jetzt schon im Frühling haben, staubte der Weg regelrecht meine Schuhe zu. Und die vorbeifahrenden Radfahrer haben eine kleine Staubwolke aufgewirbelt. 

Sobald sich der Staub wieder senkte, erblickte ich eine große Wiese voller Löwenzahn, die direkt vor der Vogtsmühle blühte. In meinem Kopf kam sofort das Kleinkind wieder hoch und so stellte ich mir vor: Im Sommer auf dieser Wiese herumzuhüpfen und das Meer von Pusteblumen aufzuwirbeln. Ob nun durch Drehungen oder mit der eigenen Puste.

An der Vogtmühle selbst kann man auch gut eine Rast einlegen. 2 Bänke und ein ehemaliger Mühlstein, der als Tisch umfunktioniert wurde, laden einem regelrecht zur Entspannung ein. Doch nach ca. 3 Kilometer wollte ich noch keine Pause mache und so ging ich den Radwanderweg Richtung Willanzheim weiter entlang. 

Doch kurz vor der Domherrenmühle bog ich rechts ab, da schließlich der Weg nach Iphofen hier ausgeschildert war. Als ich mir diesen Weg anschaute, kam ich doch etwas ins Grübeln: “Höhenmeter” wollte ich nun eigentlich nicht laufen, da ich meine Wanderstöcke, die zur Entlastung meiner Knien gedacht sind, nicht dabei hatte. Aber umkehren kam nun auch nicht in Frage und so ging ich an den Weinbergen entlang. (Und ja, für mein Empfinden war es doch ein recht steiler Anstieg, den ich sofort im Knie merkte).

Doch wie heißt es so schön? Jeder Anstieg wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Entweder schaut man zurück und sieht das Tal bis hin zum Bullenberg, oder man schaut vorwärts und sieht Iphofen, sowie den Schwanberg. Egal wie ich mich drehte, der Blick war zu jeder Richtung einfach einzigartig gewesen. Und eine Bank für eine kleine Verschnaufpause, gab es ein paar Meter weiter auch – welche ich jedoch nicht benutzte.

Nach einem Anstieg kommt bekanntlich auch der Abstieg. Und so führte mich der Weg entlang an Feldern zurück in die Ebene, bis hin zu einer Allee, die mit viele Obstbäumen gesäumt ist. Aber vorsicht, dieser Weg ist kein reiner Rad- und Fußgängerweg – mit vereinzelten Autos ist hier zu rechnen. Doch daran störte ich mich weniger, da mein Blick einzig und allein den Blüten an den Bäumen galt. So kam es auch vor, dass ich mich auf einer kleinen Bank mich niederließ und den Blick zum Schwanberg genoss.

Doch allzu lange blieb ich dort auch nicht, da noch einige Meter vor mir lagen. So atmete ich nochmal tief ein und ging in dieser Allee staunend weiter. Kurz vor Iphofen fing ich jedoch das Schmunzeln an, als ich etwas genauer in einem Baum schaute. Dort befand sich ein Herzanhänger aus Holz, und die weiße Farbe rundete den Gesamtblick nochmal gut ab.

In Iphofen angekommen, führte mich mein Weg zunächst zum Bahnhof, wo es eine Unterführung von der B8 gab. Die Einkaufsläden lagen schon in sichtbarer Nähe. Doch irgendwie hatte ich selbst das Gefühl, dass hier noch nicht das Ende meines Abenteuers ist. So ging ich einfach an den Geschäften vorbei Richtung Stadtgraben.

Denn eines kann ich dir nur empfehlen, falls du mal einen Besuch in Iphofen planen möchtest: Gehe auf jeden Fall um den Stadtgraben herum. Neben 3 alten, historischen Toren gibt es noch die komplett erhaltene Stadtmauer. Und der Weg ist immer wieder mit Obstbäumen umsäumt, was einen Spaziergang zu jeder Jahreszeit sehenswert macht. 

Doch den ganzen Stadtgraben konnte ich dann doch nicht laufen, da mein Freund mich schon “recht früh” abgefangen hat. Bis zu dieser Zeit war mir gar nicht bewusst gewesen, wie lange ich bereits schon unterwegs war. Mehrere Stunden habe ich somit in der frühlingshaften Natur verbracht und hier und dort deren Schönheit bewundert.

Was ich dir mit diesem Bericht vermitteln möchte


Es benötigt nicht viel, um ein eigenes kleines Abenteuer zu erleben. Ein Beispiel dafür ist ein langer, gemütlicher Spaziergang direkt vor der eigenen Haustür. Schau dich mal in deiner Gegend genauer um. Kennst du wirklich schon jeden Weg? Und falls ja, so laufe doch einfach mal an den Radwanderwegen entlang und lass dich überraschen, wo sie dich hinführen.

Die Welt einfach mal aus einem anderen Blickwinkel sehen. Sich selbst ruhig mal dabei etwas drehen und verbiegen, dafür aber die Schönheit der Natur zu genießen. Es kostet nichts und eines kann ich dir auch sagen: Du tust deinem Körper, sowie deiner Seele etwas gutes.

So berichte mir doch: Hast du dir so einen ähnlichen Spaziergang schon ins Auge gefasst? Oder hast du bereits schon so ein Abenteuer erlebt? Schreibe es mir einfach in die Kommentaren. Ich bin gespannt, was du so erleben wirst, oder bereits erlebt hast.

Bleibe gesund und immer stets neugierig. 
Deine Weltenspatz Shelly

Beim Geocaching sind die Wikinger los: Tradi-Runde “Im Land der Wikinger”

Geboren und aufgewachsen bin ich direkt an der Ostsee. So ist es kein Wunder, dass ich als kleines Kind mit den ganzen Sagen und Mythen der Wikinger groß geworden bin. Denn ja, bei uns an der Ostsee gab es vor vielen Jahren die bekannten “starken Männer”, die sich dort am Meer ihr Zuhause aufgebaut haben. Nicht unteranderem gibt es bei uns Ortsnamen, die sehr wikingerisch klingen. Ein Beispiel dafür ist Gammelby und Barkelsby, welches sich in der Nähe von Eckernförde befinden.

Auch in Haithabu, in der Nähe von Schleswig, gibt es ein Wikinger-Museum, wo ich als Kind einen regelmäßigen Besuch abgestattet habe. Und falls du mal in Norddeutschland an der Ostsee unterwegs bist, und dich ebenfalls für die Wikingerzeit interessierst, kann ich dir einen Besuch in diesem Museum nur Empfehlen. (Auch die etwas kleineren Kinder finden dort ihren Spaß und lernen sehr viel über diese Zeit.)

Doch seit dem Jahr 2011 wohne ich im schönen und fernen Unterfranken. Der erste Grund war zwar die Arbeit, doch mit den Jahren habe ich auch hier meine große Liebe gefunden. Und ja, dabei handelt es sich wirklich um einen waschechten Franken, statt einen nördlichen Wikinger. Denn all die Geschichten von den starken Männern habe ich ca. 700 Kilometer hinter mir gelassen.

Zumindest dachte ich es, bis ich auf folgende Tradi-Runde “Im Land der Wikinger” gestoßen bin…

Wo leben diese Wikinger?


Aber fange ich mal mit meiner Erzählung von vorne an: Mitte März 2020 ging meine kleine Reise in die mittelfränkische Gemeinde Unteraltenbernheim, welches zum Landkreis “Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim” gehört. Sehr groß ist diese Gemeinde mit ihren knapp 500 Einwohnern nicht, und hat für den allgemeinen Tourismus nicht wirklich viel zu bieten. Außer natürlich einer tollen Landschaft, worauf ich später noch genauer eingehen werde.

Aber was hat nun Unteraltenbernheim, welches noch nicht mal direkt an einem Fluss liegt, mit den Wikingern zu tun? Seit einigen Jahren haben sich einige Mitbewohner dieser Gemeinde, sowie die Gemeinden drumherum sich zusammen geschlossen und “spielen” die Wikingerzeit einmal im Jahr nach. Am liebsten sind sie dabei abseits von ihrem Wohnort unterwegs und erkunden auf ihre Weise die Flüsse um sie herum.

So kann es passieren, wenn du im Sommer am Main entlang gehst, dass du ein “kleines” Wikinger Knorr (traditionelles Wikingerboot) mit ein paar “starken Männer” den Fluss abwärts schippern siehst. Dann sei einfach mal so freundlich und grüße diese Herren vom “Festland” aus. 

Und einer von diesen starken Winkingermänner ist unser Owner Ragulf, der diese spezielle Tradi-Runde ausgelegt hat. Und die Idee, beide seiner Hobbys zusammen zu bringen, finde ich richtig klasse und machte mich zum damaligen Zeitpunkt auch sehr neugierig.

Der “kleine” Rundweg rund um Unteraltenbernheim


Die 23 versteckten Tradis, sowie den Bonus, liegen nun nicht alle in diesem kleinen Dorf versteckt, sondern ergeben einen Rundweg von ca. 12 Kilometer und führt den jeweiligen Cacher einmal um die Gemeinde Unteraltenbernheim herum. (In meinem Lesezeichenverzeichnis bei geocaching.com findest du die jeweiligen GC-Codes.)

Da ich selbst erst beim Erwachen des Frühlings unterwegs war, konnte ich so noch die sehr kahle Landschaft mit einem Hauch von Frühlingsspuren genießen. Hier und dort gab es schon bereits die ersten Knospen in den Bäumen und Gebüschen, oder so mancher frühlingshafter Duft der vereinzelten Blüten lag in der Luft.

Obwohl die Natur erst im Erwachen war, fühlte ich mich in dieser Gegend sehr wohl und aufgehoben. Irgendwie vermittelte es mir ein Gefühl von Urlaub, hoch oben auf einer Alm, weit weg vom ganzen Alltagsstress und Lärm.

So ging es an Feldwegen vorbei, bis hin zu einem alten Steinbruch. Ich muss dir sagen, ich finde es immer wieder beeindruckend, wie diese alten Artefakte aus der damaligen Zeit aussehen. Wie alt mag dieser Steinbruch wohl sein? Und wie haben hier in der damaligen Zeit die Menschen gearbeitet? Gab es schon LKWs, die die einzelnen Steinbrüche heruntergefahren haben? Oder war der Steinbruch zu einer Zeit aktiv, wo sie mit Pferde und Karren die Felsen herunter gebracht haben?

All zu lange habe ich mich dort nicht aufgehalten. Im Allgemeinen war ich erst am Anfang dieser Runde gewesen und so lagen noch einige Kilometer, sowie Caches, noch vor mir. So ging ich den Rundweg weiter, vorbei an fleißigen Bienen, bis hin zu einem kurzen Waldstück. Der es aber ordentlich an „Höhenmeter“ in sich hat.

Da ich relativ kurz nach dem Orkantief Sabine unterwegs war, sah man auch dort an manchen Stellen des Waldes, dass sie dort ordentliche Schäden verursacht hat. Bäume lagen nicht nur außerhalb des Wanderweges quer, sondern versperrten auch hier und dort den Weg für mich. Somit war ich relativ froh, dass ich diese Runde doch nicht mit dem Mountainbike entlang gefahren bin, was mein früherer Plan im Jahr davor gewesen war. 

Sobald man jedoch oben auf dem Berg war, wurde man mit einer tollen Aussicht ins Tal belohnt. So konnte ich nicht anders, als mir eine Bank aufzusuchen und einfach den Blick auf die Landschaft um mich herum zu genießen. Dabei merkte ich noch nicht einmal, wie schnell die Zeit schon vergangen war, weil ich so vertieft in meinen Gedanken war.

Auch die einzelnen Caches, die mit sehr viel Liebe gestaltet wurden und bei manchen sogar noch etwas zu den Wikinger dazu lernt, erfreute mich auf dieser Wanderung sehr. Ich muss wirklich gestehen, dass sich hier der Owner Ragulf sehr viel Mühe gegeben hat, auch wenn laut ihm, noch nicht jeder Cache so richtig fertig gestellt wurde.

Trotz allem hat mir diese Runde so viel Freude gemacht, dass ich mir auch gut vorstellen kann, diese mit einem Kleinkind abzulaufen. Die Kleinen werden nicht nur ihre Freude am Suchen haben, sondern auch am jeweiligen Cache selbst.

Mein persönliches Fazit, sowie Empfehlung


Ich kann dir diese Tradi-Runde rund um Unteraltenbernheim nur empfehlen. Es ist eine tolle Wanderung, wo man so einiges entdecken kann. Durch die Vielfältigkeit der Landschaft auf den ca. 12 Kilometer langen Wanderweg kannst du insgesamt 24 Caches einsammeln.

Doch ein schnelles Einsammeln der Dosen ist hier natürlich nicht, denn diese 12 Kilometer müssen ja schließlich auch erst erwandert werden. So plane dir auf jeden Fall einige Stunden mit ein, wenn nicht sogar mit einer kleinen Verpflegung, die du auf einer Bank mit einer tollen Aussicht ins Tals genießen kannst. 

Und falls du selbst kleine Kinder hast, oder allgemein mit Freunden cachen gehst, die Kinder haben, werde diese auch auf ihre Kosten kommen. Die tollen, recht verspielten Verstecke wecken nicht nur uns Erwachsene die Neugier, sondern bringen die kleinen Kinderherzen regelrecht ins Staunen. 

In der Nähe des ersten Caches befindet sich auch der passende Parkplatz, wo du dein Cachemobil abstellen kannst, wenn du von weiter weg kommst. Und falls du keine Verpflegung mit dir herum schleppen möchtest, kannst du auch gerne in Hechelbach in einem kleinen Restaurant speisen. 


Also, worauf wartest du noch? Bist du bereits schon am Planen, wann du diese Runde ablaufen wirst?
Oder warst du sogar schon in Unteraltenbernheim und bist den Spuren der Wikinger gefolgt?
So schreibe mir dieses doch in den Kommentaren. 

Ich selbst gehe nun wieder los, auf der Suche nach neuen kleinen Abenteuer.
Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dir und wie heißt es so schön:
Man sieht sich im Wald!

Dein Weltenspatz Shelly

Besuchter Geocache: Das “alte Wasserwerk” in Marktsteft

Im Jahr 2019/20 hatten wir einen recht milden Winter gehabt. Die Temperaturen waren für die kleinen Outdoor-Abenteuer mit einer ordentlichen Kleidung sehr angenehm gewesen. Die Traurigkeit, dass was wir hier in Franken nicht so wirklich Schnee hatten, machte die Sonne dafür wieder weg. Sie lockte mich stets am Wochenende raus in die Natur, um auf der Suche nach etwas “Neuen” zu sein.

So wie auch am 1. März 2020, wo mich mein Weg in die kleine unterfränkische Gemeinde Marktsteft im Landkreis Kitzingen führte. Mein Anliegen war zwar den Panoramaweg zu laufen, doch durch einen heftigen Wetterumschwung wurde daraus nur eine “kleine” Geocachingrunde. Und von diesem Abenteuer berichte ich dir:

Kleine Sehenswürdigkeit in Marktsteft


Wie eben bereits schon erwähnt, führte mich mein Weg an diesem Tag nach Marktsteft. Da diese kleine Gemeinde nicht all so weit weg liegt, hätte ich auch gut zu Fuß dorthin wandern können. Jedoch mit den Kilometern von dem Panoramaweg, den ich dort gerne ablaufen wollte, wären es an diesem Tag einfach zu viele Kilometer für mich gewesen. Und so entschied ich mich dann für mein kleines Auto.

Geparkt habe ich auf dem öffentlichen Parkplatz direkt am Main. Jedoch sollte man hier aufpassen: Falls du vielleicht Lust hast, diesen Wanderweg zu laufen, oder die Geocaches rund um Marktsteft zu suchen, solltest du nicht zu einer Jahreszeit hier parken, wo der Main Hochwasser hat. Genauso kann die Suche nach einem Parkplatz im Sommer erschwert werden, da sich dort gleich eine kleine Badebucht befindet.

Nachdem ich nun mein Auto abgestellt habe, ging es für mich zum Startpunkt der Wanderung: Der alte Hafen. Viel zu sehen gab es dort zu dieser Jahreszeit leider nicht. Aber durch eine Bekannte, die dort wohnt, weiß ich auch, dass es im Sommer ein spezielles Fest für den Hafen gibt. Das wäre auf jeden Fall ein kleiner Anreiz, dort man wieder vorbei zu schauen.

Nachdem ich mich etwas im Hafen umgeschaut habe, ging es weiter an den alten Häuser von Marktsteft vorbei, bis ich schließlich diese kleine Gemeinde verlassen habe. Der nachfolgende Weg war für mich als Fußgänger etwas erschwert gewesen, da es keinen Fuß- und Radweg gab. Mit schnellen Schritten ging ich dann an der Straße entlang und überquerte schnell das Abfahrtskreuz der Bundesstraße.

Aussichtsplattform oder Wasserwerk?


Sobald dieses Hindernis hinter mir lag, ging mein Weg naturverbunden an den Feldern entlang. Schon von Weitem erblickte ich eine kleine Aussichtsplattform, welche meine Neugier weckte. So konnte ich natürlich nicht widerstehen, mir diese Plattform etwas genauer anzuschauen und den Blick ins Maintal zu genießen.

Mit dieser kleinen Pause schaute ich gleich mal in die App von Geocaching nach, ob ich vielleicht auch Glück habe, hier in der näheren Umgebung einen Cache zu suchen. Und ja, das Glück war auf meiner Seite: Ich stand mehr oder weniger auf einem Tradi-Cache. Hierbei handelt es sich um den Geocache “GC7PYME – Wasserwerk”, welchen du auch direkt in meiner Lesezeichenliste “Besuchte Tradis” bei geocaching.com findest

Wieso aber nun dieser Tradi Wasserwerk heißt, war mir bisher doch etwas unklar gewesen. So befand ich mich meines erachtens auf einem erhöhten Erdhügel, der einen freien Blick auf die Nachbargemeinde Sufzfeld am Main, sowie ein Teil von Kitzingen warf. Meine Gedanken bisher galten der Version, dass hier vielleicht früher mal ein Wasserwerk stand, doch so richtig viel Informationen darüber hatte ich auf dem ersten Blick auch nicht gefunden.

Doch sobald ich die Dose wieder so versteckt habe, wie ich sie vorgefunden habe, und mein Weg weiter entlang des Panoramaweges gehen wollte, merkte ich, dass es einen weiteren Weg um die Plattform herum gab. Neugierig entschloss ich, wieder vom Hauptweg abzubiegen, um zu erfahren, was mich dort erwartet. Und so kam auf einmal der AHA-Effekt:

Im tristen grau des Himmels und vom braun der kahlen Bäume und Büsche erhob sich in gelb-beiger Farbe ein kleines Gebäude. Und so machte auf einmal der Name des Caches auch seinen Sinn. Hierbei handelt es sich um das Wasserwerk von Marktsteft, wo ich eben noch von oben (auf dem Dach) die Aussicht genoss.

Ob dieses Wasserwerk seit 1928 noch in Betrieb ist, oder es sich hier um eine Art “Lost Places” handelt, konnte ich leider nirgendwo herausfinden. Da die Tür verschlossen war, und mir somit ein Einblick ins Innere verborgen blieb, können somit immer noch beide Varianten möglich sein. Wenn du etwas genaueres darüber weißt, würde ich mich freuen, wenn du diese Informationen mit uns in den Kommentaren teilst.

Abbruch mit einer schönen Erinnerung


Als mein Blick hoch zum Himmel ging und ich eine dunkle Regenfront in der Ferne sah, ging ich schnellen Schrittes den Panoramaweg entlang. Doch sehr weit bin ich leider nicht mehr gekommen, da die Wolken schneller zogen, als ich zu Fuß unterwegs war. Mit starken Windböen entschloss ich mich, wieder kehrt zu machen. Nach ein paar Meter peitschte dann auch der Regen in mein Gesicht.

Vom eigentlich großen Abenteuer, den Panoramaweg von Marktsteft zu wandern, wurde leider nichts. Dafür hatte ich trotzdem ein tolles Erlebnis, wobei ich noch eine weitere Sehenswürdigkeit entdecken konnte. Und ja, an diesem Tag, an diesem “besonderen” Ort, denke ich auch heute noch gerne zurück.

Vielleicht habe ich dich nun animiert, auch diese Dose zu suchen (welche ich wirklich nur empfehlen kann), oder selbst bei dir in der Umgebung raus zu gehen, und dein eigenes kleines Abenteuer zu erleben. So kannst du dieses mir gerne in den Kommentaren berichten. 

Ansonsten bleibe weiterhin neugierig auf was “Neues”.
Wir sehen uns beim nächsten kleinen Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly