Ein Geocache mit Geschichte: “Alte Universität Würzburg”

Geocaching ist nicht nur ein Hobby, wo man im Wald eine versteckte Dose suchen muss. Geocaching kann noch viel mehr sein. Wie zum Beispiel als eine Art Geschichtenerzähler oder Fremdenführer. So wie beim Geocache “Alte Universität Würzburg”, welcher dir die damalige Würzburger Geschichte in Hinblick auf ihre erste Universität und der Neubaukirche etwas näher bringt. 

Die Geschicht der “alten Universität Würzburg”


Bereits im Jahr 1402 gab es die erste Universität in Würzburg. Leider wurde aufgrund mangelhafter, finanzieller Ausstattung diese wieder eingestellt. Ob dabei auch der Mord des Rektors im Jahr 1413 mit eine Rolle spielte, ist bisher noch etwas schleierhaft. Aber mysteriös klingt das ja schon etwas.

Am 2. Januar 1582 bekam Würzburg die 2. Chance, eine Universität zu besitzen. Der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn setzte sich dafür sehr ein. Und es war ein reiner Erfolg, der noch bis zur Mitte des 19. Jahrhundert standhielt. Man geht davon aus, dass der mächtige, vierstöckige, annähernd quadratischer Innenhof nicht nur die Hörsäle der Studenten beinhaltete, sondern auch allgemeine Quartiere für die Studierenden, Professoren, Doktoren, sowie der Verwaltung. 

Der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn schuf somit eine strikte, katholische Hochschule, wo Professoren und Doktoranden sich bis zur Säkularisierung auf das tridentinische Glaubensbekenntnis verpflichten mussten. Und somit wurde es einer der ersten speziell als Universität errichteten Bauten im Deutschen Reich, der zugleich auch von europäischen Rang war. 

Gebaut wurde sie jedoch nicht am ersten Standort der vorherigen Universität. Der Platz war dort etwas zu klein gewesen. So wurde dieses Gebäude, inklusiver der Neubaukirche zwischen der Domschulstraße und Neubaustraße gebaut. 

Die Neubaukirche war zur damaligen Zeit die Universitätskirche gewesen. Der Kirchturm beträgt eine Höhe von 82 Metern, und ist somit der höchste Kirchturm von Würzburg. Sie ist auch als der schönster, barocke Kirchturm in Süddeutschland verzeichnet. Also schon allein deswegen ist dieser Ort eine Empfehlung von mir. 

Die Neubaukirche diente aber auch teilweise als eine Art Sternwarte. Wo ich die Idee, eine Kirche als Sternwarte sehr verlockend finde, und sie gerne in der damaliger Zeit besucht hätte. In einem “Gotteshaus” der Astrophysik nachzugehen – 2 Gegensätze, die heute nicht mehr vorstellbar sind. 

Leider wurde die Universität mit der Neubaukirche im 2. Weltkrieg, genauer gesagt beim großen Bombenangriff am 16. März 1945 komplett zerstört. Doch Dank alter Fotoaufnahmen konnte man sie Stück für Stück wieder aufbauen. 

Mittlerweile hat sich die Universität auf die ganze Stadt Würzburg verteilt. So findet man hier nur noch die “Juristische Fakultät”. Außerdem finden in der Neubaukirche keine Gottesdienste mehr statt, sondern wird heute als Aula genutzt, wo Veranstaltungen und Tagungen stattfinden. 

Dieses recht große Gebäude, in Zusammenhang mit der Neubaukirche, ist ein herausragendes Denkmal der Renaissance. Und falls du mal Würzburg einen kleinen Besuch erstattest, ob nun als Tagestour oder sogar als Geocacher, kann ich dir nur empfehlen, diesen Ort aufzusuchen und “die Macht” hinter dieser Geschichte zu spüren. 

Zum Geocache GC8G7G9 – Alte Universität Würzburg


Hinweis: Du findest diesen Geocache auf meinem Lesezeichenzerzeichnis *sehenswerte Geocaches*.

Viel möchte ich dir da nicht verraten, wo genau er sich befindet. Ich denke, mit ein bisschen Geduld als Neuling, oder mit dem sofortigen Blick des Profis, kann dieser Cache sicher und leicht geborgen werden. 

In der näheren Umgebung findest du auch eine Infotafel zu diesem Gebäude, wo ich unteranderem auch die entsprechenden Informationen heraus genommen habe. Doch was mir fehlt, was du dort aber entdecken kannst, sind Fotos von der damaligen Zeit und den Innenräumen. Also werfe auf jeden Fall mal einen Blick darauf. 

Und wenn du den Cache geborgen hast, kannst du ruhig durch das Tor zum Innenhof gehen. Dir den mächtigen Innenhof an schauen, dir vorstellen, wie früher wohl das Leben hier war. Und vielleicht auch zum kleinen Brunnen gehen, der an die alte Baugeschichte erinnern soll. 

Egal für was du dich entscheidest, ob nun nur den kleinen Cache zu finden, oder doch in die Geschichte abzutauchen – wünsche ich dir einen tollen Aufenthalt an einem ganz besonderen Ort von Würzburg. 

Bleibe gesund und immer stets neugierig für dein persönliches, kleines Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly 

Besuchter Geocache: Das “alte Wasserwerk” in Marktsteft

Im Jahr 2019/20 hatten wir einen recht milden Winter gehabt. Die Temperaturen waren für die kleinen Outdoor-Abenteuer mit einer ordentlichen Kleidung sehr angenehm gewesen. Die Traurigkeit, dass was wir hier in Franken nicht so wirklich Schnee hatten, machte die Sonne dafür wieder weg. Sie lockte mich stets am Wochenende raus in die Natur, um auf der Suche nach etwas “Neuen” zu sein.

So wie auch am 1. März 2020, wo mich mein Weg in die kleine unterfränkische Gemeinde Marktsteft im Landkreis Kitzingen führte. Mein Anliegen war zwar den Panoramaweg zu laufen, doch durch einen heftigen Wetterumschwung wurde daraus nur eine “kleine” Geocachingrunde. Und von diesem Abenteuer berichte ich dir:

Kleine Sehenswürdigkeit in Marktsteft


Wie eben bereits schon erwähnt, führte mich mein Weg an diesem Tag nach Marktsteft. Da diese kleine Gemeinde nicht all so weit weg liegt, hätte ich auch gut zu Fuß dorthin wandern können. Jedoch mit den Kilometern von dem Panoramaweg, den ich dort gerne ablaufen wollte, wären es an diesem Tag einfach zu viele Kilometer für mich gewesen. Und so entschied ich mich dann für mein kleines Auto.

Geparkt habe ich auf dem öffentlichen Parkplatz direkt am Main. Jedoch sollte man hier aufpassen: Falls du vielleicht Lust hast, diesen Wanderweg zu laufen, oder die Geocaches rund um Marktsteft zu suchen, solltest du nicht zu einer Jahreszeit hier parken, wo der Main Hochwasser hat. Genauso kann die Suche nach einem Parkplatz im Sommer erschwert werden, da sich dort gleich eine kleine Badebucht befindet.

Nachdem ich nun mein Auto abgestellt habe, ging es für mich zum Startpunkt der Wanderung: Der alte Hafen. Viel zu sehen gab es dort zu dieser Jahreszeit leider nicht. Aber durch eine Bekannte, die dort wohnt, weiß ich auch, dass es im Sommer ein spezielles Fest für den Hafen gibt. Das wäre auf jeden Fall ein kleiner Anreiz, dort man wieder vorbei zu schauen.

Nachdem ich mich etwas im Hafen umgeschaut habe, ging es weiter an den alten Häuser von Marktsteft vorbei, bis ich schließlich diese kleine Gemeinde verlassen habe. Der nachfolgende Weg war für mich als Fußgänger etwas erschwert gewesen, da es keinen Fuß- und Radweg gab. Mit schnellen Schritten ging ich dann an der Straße entlang und überquerte schnell das Abfahrtskreuz der Bundesstraße.

Aussichtsplattform oder Wasserwerk?


Sobald dieses Hindernis hinter mir lag, ging mein Weg naturverbunden an den Feldern entlang. Schon von Weitem erblickte ich eine kleine Aussichtsplattform, welche meine Neugier weckte. So konnte ich natürlich nicht widerstehen, mir diese Plattform etwas genauer anzuschauen und den Blick ins Maintal zu genießen.

Mit dieser kleinen Pause schaute ich gleich mal in die App von Geocaching nach, ob ich vielleicht auch Glück habe, hier in der näheren Umgebung einen Cache zu suchen. Und ja, das Glück war auf meiner Seite: Ich stand mehr oder weniger auf einem Tradi-Cache. Hierbei handelt es sich um den Geocache “GC7PYME – Wasserwerk”, welchen du auch direkt in meiner Lesezeichenliste “Besuchte Tradis” bei geocaching.com findest

Wieso aber nun dieser Tradi Wasserwerk heißt, war mir bisher doch etwas unklar gewesen. So befand ich mich meines erachtens auf einem erhöhten Erdhügel, der einen freien Blick auf die Nachbargemeinde Sufzfeld am Main, sowie ein Teil von Kitzingen warf. Meine Gedanken bisher galten der Version, dass hier vielleicht früher mal ein Wasserwerk stand, doch so richtig viel Informationen darüber hatte ich auf dem ersten Blick auch nicht gefunden.

Doch sobald ich die Dose wieder so versteckt habe, wie ich sie vorgefunden habe, und mein Weg weiter entlang des Panoramaweges gehen wollte, merkte ich, dass es einen weiteren Weg um die Plattform herum gab. Neugierig entschloss ich, wieder vom Hauptweg abzubiegen, um zu erfahren, was mich dort erwartet. Und so kam auf einmal der AHA-Effekt:

Im tristen grau des Himmels und vom braun der kahlen Bäume und Büsche erhob sich in gelb-beiger Farbe ein kleines Gebäude. Und so machte auf einmal der Name des Caches auch seinen Sinn. Hierbei handelt es sich um das Wasserwerk von Marktsteft, wo ich eben noch von oben (auf dem Dach) die Aussicht genoss.

Ob dieses Wasserwerk seit 1928 noch in Betrieb ist, oder es sich hier um eine Art “Lost Places” handelt, konnte ich leider nirgendwo herausfinden. Da die Tür verschlossen war, und mir somit ein Einblick ins Innere verborgen blieb, können somit immer noch beide Varianten möglich sein. Wenn du etwas genaueres darüber weißt, würde ich mich freuen, wenn du diese Informationen mit uns in den Kommentaren teilst.

Abbruch mit einer schönen Erinnerung


Als mein Blick hoch zum Himmel ging und ich eine dunkle Regenfront in der Ferne sah, ging ich schnellen Schrittes den Panoramaweg entlang. Doch sehr weit bin ich leider nicht mehr gekommen, da die Wolken schneller zogen, als ich zu Fuß unterwegs war. Mit starken Windböen entschloss ich mich, wieder kehrt zu machen. Nach ein paar Meter peitschte dann auch der Regen in mein Gesicht.

Vom eigentlich großen Abenteuer, den Panoramaweg von Marktsteft zu wandern, wurde leider nichts. Dafür hatte ich trotzdem ein tolles Erlebnis, wobei ich noch eine weitere Sehenswürdigkeit entdecken konnte. Und ja, an diesem Tag, an diesem “besonderen” Ort, denke ich auch heute noch gerne zurück.

Vielleicht habe ich dich nun animiert, auch diese Dose zu suchen (welche ich wirklich nur empfehlen kann), oder selbst bei dir in der Umgebung raus zu gehen, und dein eigenes kleines Abenteuer zu erleben. So kannst du dieses mir gerne in den Kommentaren berichten. 

Ansonsten bleibe weiterhin neugierig auf was “Neues”.
Wir sehen uns beim nächsten kleinen Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly