Wandertouren

Frühlingshafte Wanderung: Der Weg zum Supermarkt

Als ich kurz nach Ostern 2020 einen Podcast von “Frei raus” gehört habe, hatte ich regelrecht Lust auf ein kleines Outdoor-Abenteuer – direkt vor der eigenen Haustür. Einfach die Wanderschuhe anziehen, von Zuhause aus starten, und dabei das Auto einfach stehen lassen. Vielmehr benötigt man eigentlich nicht, um ein kleines Mikroabenteuer zu starten! 

Und falls du nun keine Wanderschuhe besitzt, so kannst du auch gute Turnschuhe verwenden, die für dich sehr bequem sind. Denn dieses Abenteuer, wovon ich dir heute berichte, besitzt schon einige Kilometer, die abzuwandern sind.

Die Idee fürs Abenteuer


Mein Gedanke war, einfach mal zu Fuß zum Einkaufen gehen. Denn eines musst du vorab wissen: Ich wohne auf einem kleinen Dorf, das gerade mal 1200 Einwohner hat. Neben einer Apotheke, einem Metzger und einer Bäckerei, die ein klein wenig wie ein “Tante-Emma-Laden” aufgebaut ist, besitzen wir hier keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten. 

Die nächste Ortschaft, wo ich meine Lebensmittel besorge, liegt ca. 4 Kilometer von der eigenen Haustür entfernt. Meistens kaufe ich dort immer am Wochenende ein, so dass ich unter der Woche, auf dem Weg zur Arbeit, nur noch die frischen Zutaten besorgen muss. 

Nach Ostern hatte ich jedoch Urlaub gehabt, und der Gedanke “für diese paar Meter extra das Auto anzumachen” kam mir etwas unrealistisch vor. Meistens verbinde ich den Einkauf im Zusammenhang mit meinen Abenteuern, so dass ich erst auf dem Rückweg an einem Supermarkt vorbei fahre. 

Doch ein Abenteuer war an diesem Tag nicht wirklich geplant, da wir wegen der Corona-Krise auch nicht so weit weg fahren durfte. So kam mir schließlich folgender Gedanke: Da ich nichts großartiges einkaufen wollte, was viel Platz benötigt, werde ich einfach mit meinem Wanderrucksack (der ein Volumen von 20L hat) einkaufen gehen.

Infos zur Wanderstrecke


Doch die typische Strecke, direkt an der Straße entlang, wollte ich nun nicht wandern. Auch wenn es dafür einen gut ausgebauten Rad- und Fußweg gibt. Doch der ganze Lärm von den Autos und LKWs, die auf der B8 an mir entlang fahren würden, hätten dieses Abenteuer nicht wirklich zu einem Erlebnis gemacht, welches ich am Ende erlebt habe.

So entschied ich mich für einen kleinen Umweg, wo ich neben einer tollen Landschaft und herrlichen Blüten, eine Gesamtstrecke von 7 Kilometer erreicht habe. Und ja, dieses Abenteuer bezieht sich nur auf den Hinweg, da ich am Ende von meinem Freund abgeholt wurde. (Zu diesem Zeitpunkt hatte er gerade Feierabend und wäre so oder so an mir vorbei gefahren.)

Trotz allem habe ich diese Wanderung bei Komoot aufgezeichnet, so dass du sie ggf. auch gerne mal nachwandern kannst. Der Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz bei uns in der Gemeinde, den du gerne benutzen kannst. Du kannst dann ab den Ende meiner Aufzeichnung selbst entscheiden, ob du diesen Weg wieder zurück gehen möchtest, oder den anderen Weg einschlägst, der dort ebenfalls als Radwanderweg gut ausgezeichnet ist. 

Meine gelaufene Strecke bei Komoot findet du natürlich *hier*.

Die Wanderung nach Iphofen


Aber kommen wir nun endlich zu meinem kleinen Abenteuer, nämlich die Wanderung von Markt Einersheim nach Iphofen. 

Wie eben bereits erwähnt, wollte ich eben nicht an der Bundesstraße entlang laufen und entschied mich für die Natur. Der Radwanderweg führte mich am einheimischen Freibad (welches Terrassenbad heißt), sowie an der Vogtsmühle vorbei, über die Weinberge, bis hin zu einer traumhaften Allee zu meinem Ziel. 

Der Startpunkt und die Strecke waren somit klar – so hieß es für mich: Ab ins Abenteuer! Und bei diesem Abenteuer wurde ich von der frühlingshaften Schönheit der Natur nicht enttäuscht. 

Bereits in Markt Einersheim wurde ich von grünen Wiesen und herrliche Blüten an den Bäumen und Sträuchern empfangen. Sobald ich diese kleine Gemeinde mit ein paar Schritten jedoch hinter mir gelassen habe, kam ich regelrecht zur inneren Ruhe und freute mich um so mehr auf die kommenden Kilometer. 

So ging es nach dem Terrassenbad erstmal eine lange Strecke auf Kieswegen entlang. Durch die Trockenheit, die wir leider jetzt schon im Frühling haben, staubte der Weg regelrecht meine Schuhe zu. Und die vorbeifahrenden Radfahrer haben eine kleine  Staubwolke aufgewirbelt. 

Sobald sich der Staub wieder senkte, erblickte ich eine große Wiese voller Löwenzahn, die direkt vor der Vogtsmühle blühte. In meinem Kopf kam sofort das Kleinkind wieder hoch und so stellte ich mir vor: Im Sommer auf dieser Wiese herumzuhüpfen und das Meer von Pusteblumen aufzuwirbeln. Ob nun durch Drehungen oder mit der eigenen Puste.

An der Vogtmühle selbst kann man auch gut eine Rast einlegen. 2 Bänke und ein ehemaliger Mühlstein, der als Tisch umfunktioniert wurde, laden einem regelrecht zur Entspannung ein. Doch nach ca. 3 Kilometer wollte ich noch keine Pause mache und so ging ich den Radwanderweg Richtung Willanzheim weiter entlang. 

Doch kurz vor der Domherrenmühle bog ich rechts ab, da schließlich der Weg nach Iphofen hier ausgeschildert war. Als ich mir diesen Weg anschaute, kam ich doch etwas ins Grübeln: “Höhenmeter” wollte ich nun eigentlich nicht laufen, da ich meine Wanderstöcke, die zur Entlastung meiner Knien gedacht sind, nicht dabei hatte. Aber umkehren kam nun auch nicht in Frage und so ging ich an den Weinbergen entlang. (Und ja, für mein Empfinden war es doch ein recht steiler Anstieg, den ich sofort im Knie merkte).

Doch wie heißt es so schön? Jeder Anstieg wird mit einer tollen Aussicht belohnt. Entweder schaut man zurück und sieht das Tal bis hin zum Bullenberg, oder man schaut vorwärts und sieht Iphofen, sowie den Schwanberg. Egal wie ich mich drehte, der Blick war zu jeder Richtung einfach einzigartig gewesen. Und eine Bank für eine kleine Verschnaufpause, gab es ein paar Meter weiter auch – welche ich jedoch nicht benutzte.

Nach einem Anstieg kommt bekanntlich auch der Abstieg. Und so führte mich der Weg entlang an Feldern zurück in die Ebene, bis hin zu einer Allee, die mit viele Obstbäumen gesäumt ist. Aber vorsicht, dieser Weg ist kein reiner Rad- und Fußgängerweg – mit vereinzelten Autos ist hier zu rechnen. Doch daran störte ich mich weniger, da mein Blick einzig und allein den Blüten an den Bäumen galt. So kam es auch vor, dass ich mich auf einer kleinen Bank mich niederließ und den Blick zum Schwanberg genoss.

Doch allzu lange blieb ich dort auch nicht, da noch einige Meter vor mir lagen. So atmete ich nochmal tief ein und ging in dieser Allee staunend weiter. Kurz vor Iphofen fing ich jedoch das Schmunzeln an, als ich etwas genauer in einem Baum schaute. Dort befand sich ein Herzanhänger aus Holz, und die weiße Farbe rundete den Gesamtblick nochmal gut ab.

In Iphofen angekommen, führte mich mein Weg zunächst zum Bahnhof, wo es eine Unterführung von der B8 gab. Die Einkaufsläden lagen schon in sichtbarer Nähe. Doch irgendwie hatte ich selbst das Gefühl, dass hier noch nicht das Ende meines Abenteuers ist. So ging ich einfach an den Geschäften vorbei Richtung Stadtgraben. Denn eines kann ich dir nur empfehlen, falls du mal einen Besuch in Iphofen planen möchtest: Gehe auf jeden Fall um den Stadtgraben herum. Neben 4 alten, historischen Toren gibt es noch die komplett erhaltene Stadtmauer. Und der Weg ist immer wieder mit Obstbäumen umsäumt, was einen Spaziergang zu jeder Jahreszeit sehenswert macht. 

Doch den ganzen Stadtgraben konnte ich dann doch nicht laufen, da mein Freund mich schon “recht früh” abgefangen hat. Bis zu dieser Zeit war mir gar nicht bewusst gewesen, wie lange ich bereits schon unterwegs war. Mehrere Stunden habe ich somit in der frühlingshaften Natur verbracht und hier und dort deren Schönheit bewundert.

Was ich dir mit diesem Bericht vermitteln möchte


Es benötigt nicht viel, um ein eigenes kleines Abenteuer zu erleben. Ein Beispiel dafür ist ein langer, gemütlicher Spaziergang direkt vor der eigenen Haustür. Schau dich mal in deiner Gegend genauer um. Kennst du wirklich schon jeden Weg? Und falls ja, so laufe doch einfach mal an den Radwanderwegen entlang und lass dich überraschen, wo sie dich hinführen.

Die Welt einfach mal aus einem anderen Blickwinkel sehen. Sich selbst ruhig mal dabei etwas drehen und verbiegen, dafür aber die Schönheit der Natur zu genießen. Es kostet nichts und eines kann ich dir auch sagen: Du tust deinem Körper, sowie deiner Seele etwas gutes.

So berichte mir doch: Hast du dir so einen ähnlichen Spaziergang schon ins Auge gefasst? Oder hast du bereits schon so ein Abenteuer erlebt? Schreibe es mir einfach in die Kommentaren. Ich bin gespannt, was du so erleben wirst, oder bereits erlebt hast.

Bleibe gesund und immer stets neugierig. 
Deine Weltenspatz Shelly

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