In der Nacht,  Mikroabenteuer

Nachtaufnahmen statt Sternschnuppen – kleines Abenteuer

In der Nacht vom 22.-23. April 2020 sollte es regelrecht Sternschnuppen regnen. Denn unsere Erde kreuzte dabei die Umlaufbahn des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), dessen Bruchstücke in unserer Atmosphäre verglühten. Dieser Sternschnuppenschauer, der aus dem Sternbild der Lyra am Himmel auftauchte, ist auch unter den Namen Lyriden bekannt – was somit seinen Namen natürlich auch sofort erklären ließ. 

Die Astronomen gingen davon aus, dass gerade in dieser Nacht 18 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel zu sehen sind, besonders in der Zeit nach 0:00 Uhr. Und dieses Spektakel wollte ich mir unbedingt nicht entgehen lassen.


So berichte ich dir in diesem Beitrag über:
Meine Ausstattung
Der Start in die Nacht
Die ersten Nachtaufnahmen
Das Ende der Nacht


Meine Ausstattung


Da ich Aufgrund der Corona-Krise in Kurzarbeit bin, und passenderweise an diesem Abend auch Urlaub hatte, nutze ich gleich die Gelegenheit aus, einfach mal meine neue Kamera (Sony Alpha 6000) für Nachtaufnahmen auszuprobieren. Anfang des Jahres kaufte ich mir nämlich diese Systemkamera. Doch bisher gab es nie eine Gelegenheit, sie auch bei schwachen Licht auszunutzen. 

Zuvor habe ich all meine Fotos mit meinem Handy aufgenommen. Verstehe mich da bitte nicht falsch: Die aktuellen Handymodelle machen auch klasse Aufnahmen. Ich liebe es immer noch, mit meiner “Honor 10 – Handykamera” Fotos zu schießen. Besonders für kleine Momentaufnahmen, wie die meiner 3 Katzen. Denn bei manchen Situationen hat man eher sein Handy in der Hand, statt eine Kamera.

Doch meine Ansprüche sind im Laufe der Zeit gewachsen und so konnte mein Handy mich nicht mehr zufrieden stellen. Allein deswegen frage ich mich aktuell, ob mein Handy auch so gute Sternenhimmel-Fotos machen könnte, wie ich sie nun mit meiner Systemkamera gemacht habe. Vielleicht sollte ich einfach mal, bei nächster Zeit, dieses testen. 

Am Abend zuvor schaute ich noch schnell bei YouTube vorbei, wie man die Sony Alpha 6000 für solche Aufnahmen einstellt. Denn ich muss zugeben: Vorher habe ich noch nie in meinem Leben den Sternenhimmel abfotografiert. Ich dachte da immer, dass man dafür ein spezielles Objektiv benötigt. Umso erstaunter war ich, wie schnell und einfach diese Einstellungen sind, und dass ich sogar das aktuelle Standardobjektiv verwenden kann. 

Natürlich merkte ich auch, dass ich mit meinem Vorhaben nicht die komplette Ausrüstung besitze. Denn durch die lange Blendzeit muss die Kamera sehr still stehen. Und was eignet sich dafür am Besten? Natürlich ein Stativ – welches noch auf meiner Wunschliste für Geburtstage oder Weihnachten steht. Aber trotzdem entmutigte mich dieses nicht, sondern stärkte umso mehr die Abenteuerlust.

Der Start in die Nacht


Den perfekten Platz für dieses Vorhaben stand auch recht schnell fest. Es sollte hoch zum Wengertshäusla bei Markt Einersheim gehen. Von dort aus hat man einen tollen Weitblick, mit einer regelrechten Stille im Hintergrund. Allgemein bin ich dort sehr gerne, weil mir dieser Platz Ruhe und Kraft gibt. Und diese Kombination, mit den Wünschen der Sternschnuppen, fand ich ideal in der aktuellen Corona-Situation.

Aussichtsplattform am Wengertshäusla (Aufnahme Januar 2020)"

Gegen 20 Uhr ging das Abenteuer für mich dann los. Die Abendstimmung mit der untergehenden Sonne wollte ich unbedingt draußen in der Natur genießen. Auch wenn ein Sonnenuntergang direkt vom Wengertshäusla aus nicht zu sehen war. So konnte ich eher beobachten, wie meine kleine Gemeinde immer mehr zur Ruhe kam. Wie nach und nach die Dunkelheit sich über das Dorf setzte und die vereinzelten Lichter angingen. 

Mit dem leiser werdenden Zwitschern der Vögel im Hintergrund, breitete sich eine innere Ruhe in mir aus. So nahm ich schließlich auf einer Bank meinen Platz ein, und schaute mir dieses Naturspiel am Himmel an.

Doch allzu lange konnte ich natürlich auch nicht still sitzen, auch wenn es mein innerer Wunsch war. Dadurch, dass ich kein eigenes Stativ für die Kamera besitze, wollte ich noch schnell im “Hellen” Gegenstände finden, die meine Kamera in eine etwas schräge Position bringen. Und mit ein paar kleinen Steinen klappte dieses Vorhaben auch wunderbar.

Die ersten Nachtaufnahmen


Da ich nun meine Kamera nicht so hinstellen konnte, dass sie direkt den Himmel abfotografieren konnte, suchte ich mir ein schönes Motiv für meine Fotos aus. Und was eignet sich da nicht besser, wenn man sich schon auf einer leichten Erhöhung befindet, die Landschaft um einen herum, mit einem tollen Sternenhimmel, zu fotografieren?! 

So visierte ich zuerst den Himmel über Possenheim an, merkte aber schnell, dass die Fernlichter der Autos immer mehr im Bild störten. So richtete ich schließlich das Objektiv in die Richtung von Markt Einersheim und war richtig erstaunt, wie schön meine kleine Gemeinde auch bei Nacht wirkt. 

Mit der Hoffnung, dass sich auch mal eine Sternschnuppe über meinen Dorf sich verirrte, lehnte ich mich etwas zurück und drückte alle 30 Minuten auf den Auslöser. Doch leider gab es zu dieser Zeit noch keine Sternschnuppe, die dort hinunter fiel. Was mich persönlich aber nicht allzu sehr traurig stimmte, da ich wunscherschöne, erste Nachtaufnahmen machte.

So lehnte ich mich immer wieder zurück, den Blick auf dem Himmel gerichtet, und genoss die Nacht. Gegen die ansteigende Kälte war ich mit meinem Früchtetee gewappnet, den ich immer wieder trank. Die innere Wärme und die Sterne am Himmel luden einem regelrecht ein, seine Gedanken freien Lauf zu lassen und ins Träumen zu kommen.

Das Ende der Nacht


Nun muss ich dir aber gestehen, dass ich nicht allzu lange dort gewesen war. Ich hatte zwar Urlaub und hätte somit auch lange aufbleiben können, doch meine innere Angst hat leider diesen wundervollen Abend kaputt gemacht – meine Angst im Dunkeln. Meine Angst, mir könnte dort etwas passieren.

Nun wunderst du dich bestimmt: Ich will die Sternschnuppen sehen, bin aber wegen der Dunkelheit wieder nach Hause gegangen? Ja, es klingt vielleicht etwas komisch: Ich als kleine Abenteuerin, die eine große Angst vor der Nacht hat. 

Zwar hatte ich eine Taschenlampe bei mir, die mir auch für den Heimweg sehr hilfreich war. Doch mein inneres Unwohlsein konnte sie nicht verhindern. Am Anfang leuchtete ich immer die Gegend ab. Doch je dunkler es wurde, umso mehr setze meine Fantasie ein. Und so wurden die einzelnen Schatten zu einer innerlichen Bedrohung für mich.

Gegen 22 Uhr ging es somit für mich wieder zurück nach Hause. Den Höhepunkt der Sternschnuppen konnte ich daher leider nicht genießen. Einerseits bin ich zwar etwas traurig darüber, aber trotz allem war ich auch glücklich. Ein paar Sternschnuppen habe ich selbst gesehen, und das Vorhaben mit meiner Kamera konnte ich auch gut umsetzen. 

Statt nun in Traurigkeit zu versinken, dass meine Angst mir dieses kleine Abenteuer kaputt gemacht hat, schaue ich mir lieber meine Fotos an, die in dieser Nacht entstanden. Momentaufnahmen von einem Dorf, dass immer mehr zur Ruhe kommt. Und so erinnere ich mich an die Situation vor der Angst zurück, wie ich auf der Bank lag und die Sterne beobachtete. Und diese Erinnerungen fühlen mich mit einer Art von Glück – Glück, diesen Moment für mich ausgekostet zu haben!

Wie sieht es bei dir aus? Hast du ein paar Sternschnuppen gesehen? 
So schreibe es mir doch gerne in die Kommentare und teile gerne mit mir/uns dein kleines Abenteuer mit. 

Bleibe gesund und immer stets neugierig. 
Deine Weltenspatz Shelly

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2 Kommentare

  • Lydia Mayer

    Der Bericht ist super und die Bilder sehr schön. Das du Angst im Dunkeln bekommen hast ist verständlich. Wir Leser haben halt auch viel Fantasie, die manchmal mit einem durchgeht.
    Mach weiter so, ich freue mich schon auf die nächsten Bilder.
    Lydia

    • Weltenspatz

      Vielen lieben Dank Lydia, für diesen tollen Kommentar.

      Und ja, die Leute, die sich in eine Welt eines Romanes flüchtet, besitzen richtig viel Fantasie. Vielleicht habe ich zu viel Fantasy gelesen, so dass ich mir vorstellen, hier und dort können im Schatten Kreaturen auf mich lauern. Aber trotz allem möchte ich gerne diese Angst besiegen und irgendwann mal eine ganze Nacht draußen in der Natur, weit weg von Zivilisation, zu verbringen. Wer weiß, vielleicht geklingt mir dieses ja schon bald, oder erst in den kommenden Jahren. Ich werde aber weiterhin davon berichten und dich, sowie meinen anderen Lesern auf dem Neusten halten.

      Wir lesen uns bei meinem nächsten kleinen Abenteuer.
      Bleibe gesund und entdecke deine eigene Welt, egal ob mit viel Fantasie in einem Roman, oder draußen auf dem Balkon/Terrasse.
      Dein Weltenspatz Shelly

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