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Beim Geocaching sind die Wikinger los: Tradi-Runde “Im Land der Wikinger”

Wichtiger Hinweis:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation solltest du bitte daran denken, immer alleine zu cachen und große Menschenansammlungen zu vermeiden. (Ein persönlicher Tipp von mir: Nimm feuchte Tücher oder Desinfektionsmittel mit, um nach den Loggen deine Hände zu reinigen.)


Geboren und aufgewachsen bin ich direkt an der Ostsee. So ist es kein Wunder, dass ich als kleines Kind mit den ganzen Sagen und Mythen der Wikinger groß geworden bin. Denn ja, bei uns an der Ostsee gab es vor vielen Jahren die bekannten “starken Männer”, die sich dort am Meer ihr Zuhause aufgebaut haben. Nicht unteranderem gibt es bei uns Ortsnamen die sehr wikingerisch klingen. Ein Beispiel dafür ist Gammelby und Barkelsby, welches sich in der Nähe von Eckernförde befindet.

Auch in Haithabu, in der Nähe von Schleswig, gibt es ein Wikinger-Museum, wo ich als Kind einen regelmäßigen Besuch abgestattet habe. Und falls du mal in Norddeutschland an der Ostsee unterwegs bist, und dich ebenfalls für die Wikingerzeit interessierst, kann ich dir einen Besuch in diesem Museum nur Empfehlen. (Auch die etwas kleineren Kinder finden dort ihren Spaß und lernen sehr viel über diese Zeit.)

Doch seit dem Jahr 2011 wohne ich im schönen und fernen Unterfranken. Der erste Grund war zwar die Arbeit, doch mit den Jahren habe ich auch hier meine große Liebe gefunden. Und ja, dabei handelt es sich wirklich um einen waschechten Franken, statt einen nördlichen Wikinger. Denn all die Geschichten von den starken Männern habe ich ca. 700 Kilometer hinter mir gelassen.

Zumindest dachte ich es, bis ich auf folgende Tradi-Runde “Im Land der Wikinger” gestoßen bin…

Wo leben diese Wikinger?


Aber fange ich mal mit meiner Erzählung von vorne an: Mitte März 2020 ging meine kleine Reise in die mittelfränkische Gemeinde Unteraltenbernheim, welches zum Landkreis “Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim” gehört. Sehr groß ist diese Gemeinde mit ihren knapp 500 Einwohnern nicht, und hat für den allgemeinen Tourismus nicht wirklich viel zu bieten. Außer natürlich einer tollen Landschaft, worauf ich später noch genauer darauf eingehe.

Aber was hat nun Unteraltenbernheim, welches noch nicht mal direkt an einem Fluss liegt, mit den Wikingern zu tun? Seit einigen Jahren haben sich einige Mitbewohner dieser Gemeinde, sowie die Gemeinden drumherum sich zusammen geschlossen und “spielen” die Wikingerzeit einmal im Jahr nach. Am liebsten sind sie dabei abseits von ihrem Wohnort unterwegs und erkunden auf ihre Weise die Flüsse um sie herum. So kann es passieren, wenn du im Sommer am Main entlang gehst, dass du ein “kleines” Wikinger Knorr (traditionelles Wikingerboot) mit ein paar “starken Männer” den Fluss abwärts schippern siehst. Dann sei einfach mal so freundlich und grüße diese Herren vom “Festland” aus. 

Und einer von diesen starken Winkingermänner ist unser Owner Ragulf, der diese spezielle Tradi-Runde ausgelegt hat. Und die Idee, beide seiner Hobbys zusammen zu bringen, finde ich richtig klasse und machte mich zum damaligen Zeitpunkt auch sehr neugierig.

Der “kleine” Rundweg rund um Unteraltenbernheim


Die 23 versteckten Tradis sowie den Bonus (in meinem Lesezeichenverzeichnis bei geocaching.com findest du die jeweiligen GC-Codes), liegen nun nicht alle in diesem kleinen Dorf versteckt, sondern ergeben einen Rundweg von ca. 12 Kilometer und führt den jeweiligen Cacher einmal um die Gemeinde Unteraltenbernheim herum.

Da ich selbst erst beim Erwachen des Frühlings unterwegs war, konnte ich so noch die sehr kahle Landschaft mit einem Hauch von Frühlingsspuren genießen. Hier und dort gab es schon bereits die ersten Knospen in den Bäumen und Gebüschen, oder so mancher frühlingshafter Duft der vereinzelten Blüten lag in der Luft. Obwohl die Natur erst im Erwachen war, fühlte ich mich in dieser Gegend sehr wohl und aufgehoben – irgendwie vermittelte es mir ein Gefühl von Urlaub, hoch oben auf einer Alm, weit weg vom ganzen Alltagsstress und Lärm.

So ging es an Feldwegen vorbei, bis hin zu einem alten Steinbruch. Ich muss dir sagen, ich finde es immer wieder beeindruckend, wie diese alten Artefakte aus der damaligen Zeit aussehen. Wie alt mag dieser Steinbruch wohl sein? Und wie haben hier in der damaligen Zeit die Menschen gearbeitet? Gab es schon LKWs, die die einzelnen Steinbrüche heruntergefahren haben, oder war der Steinbruch zu einer Zeit aktiv, wo sie mit Pferde und Karren die Felsen herunter gebracht haben?

All zu lange habe ich mich dort trotzdem nicht aufgehalten, umso noch mehr diesen Gedanken nachzugehen. Im Allgemeinen war ich erst am Anfang dieser Runde gewesen und so lagen noch einige Kilometer, sowie Caches noch vor mir. So ging ich den Rundweg weiter, vorbei an fleißigen Bienen, bis hin zu einem kurzen Waldstück. Der es aber ordentlich an Höhenmeter in sich hat, wenn man als ungeübter Wanderer dort entlang läuft.

Da ich relativ kurz nach dem Orkantief Sabine unterwegs war, sah man auch dort an manchen Stellen des Waldes, dass sie dort ordentliche Schäden verursacht hat. Bäume lagen nicht nur außerhalb des Wanderweges quer, sondern versperrten auch hier und dort den Weg für mich. Somit war ich relativ froh, dass ich diese Runde doch nicht mit dem Mountainbike entlang gefahren bin, was mein früherer Plan im Jahr davor gewesen war. 

Sobald man jedoch oben auf dem Berg war, wurde man mit einer tollen Aussicht ins Tal belohnt. So konnte ich nicht anders, als mir eine Bank aufzusuchen und einfach den Blick auf die Landschaft um mich herum zu genießen. Dabei merkte ich noch nicht einmal, wie schnell die Zeit schon vergangen war, weil ich so vertieft in meinen Gedanken war.

Auch die einzelnen Caches, die mit sehr viel Liebe gestaltet wurden und bei manchen sogar noch etwas zu den Wikinger dazu lernt, erfreute mich auf dieser Wanderung sehr. Ich muss wirklich gestehen, dass sich hier der Owner Ragulf sehr viel Mühe gegeben hat, auch wenn laut ihm noch nicht jeder Cache so richtig fertig gestellt wurde. Trotz allem hat mir diese Runde so viel Freude gemacht, dass ich mir auch gut vorstellen kann, diese mit einem Kleinkind abzulaufen. Die Kleinen werden nicht nur ihre Freude am Suchen haben, sondern auch am jeweiligen Cache selbst.

Mein persönliches Fazit, sowie Empfehlung


Ich kann dir diese Tradi-Runde rund um Unteraltenbernheim nur empfehlen. Es ist eine tolle Wanderung, wo man so einiges entdecken kann. Durch die Vielfältigkeit der Landschaft auf den ca. 12 Kilometer langen Wanderweg kannst du insgesamt 24 Caches einsammeln. Doch ein schnelles Einsammeln der Dosen ist hier natürlich nicht, denn diese 12 Kilometer müssen ja schließlich auch erst erwandert werden. So plane dir auf jeden Fall einige Stunden mit ein, wenn nicht sogar mit einer kleinen Verpflegung, die du auf einer Bank mit einer tollen Aussicht ins Tals genießen kannst. 

Und falls du selbst kleine Kinder hast, oder allgemein mit Freunden cachen gehst, die Kinder haben, werde diese auch auf ihre Kosten kommen. Die tollen, recht verspielten Verstecke wecken nicht nur uns Erwachsene die Neugier, sondern bringen die kleinen Kinderherzen regelrecht ins Staunen. 

In der Nähe des ersten Caches befindet sich auch der passende Parkplatz, wo du dein Cachemobil abstellen kannst, wenn du von weiter weg kommst. Und falls du keine Verpflegung mit dir herum schleppen möchtest, kannst du auch gerne in Hechelbach in einem kleinen Restaurant speisen. 

Also, worauf wartest du noch? Bist du bereits schon am Planen, wann du diese Runde ablaufen wirst? Oder warst du sogar schon in Unteraltenbernheim und bist den Spuren der Wikinger gefolgt? So schreibe mir dieses doch in den Kommentaren. 

Ich selbst gehe nun wieder los, auf der Suche nach neuen kleinen Abenteuer.
Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dir und wie heißt es so schön:
Man sieht sich im Wald!

Dein Weltenspatz Shelly

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