Wanderung & Geocaching am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Der November im Jahr 2020 zeigte sich in voller Stärke. Kalte Temperaturen, sowie teilweise starke Nebelfelder über einzelne Regionen. Dieses sollte jedoch kein Grund sein, eingekuschelt mit einem heißen Tee den ganzen Tag lang auf dem Sofa zu verbringen. Denn gerade diese Nebelfelder um einen herum kann die Welt richtig magisch wirken lassen, und so manches Detail hervorbringen, was sonst verborgen blieb. 

So entschied ich mich gegen diese trüben Wetterverhältnisse, stieg in mein Auto und fuhr in die Richtung eines kleinen Abenteuers. Speziell dafür habe ich mir den Geocache “Atomstrom rausgesucht, den ich gerne in einer Verbindung mit einer Wanderung entdecken wollte.

Kurzes Inhaltsverzeichnis
Wanderung um das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
Der Geocache am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
Mein kleines Fazit, sowie das persönliche Schlusswort

Wanderung um das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld


Geparkt habe ich auf den kleinen Besucherparkplatz, welches sich direkt vor dem Kernkraftwerk befindet. Und keine Angst: Auch wenn die Schilder schon sehr ausgeblichen sind, darfst du hier gerne dein Auto abstellen. Viele nutzen diesen Parkplatz auch, um mit dem Hund eine kleine Runde zu drehen. So konnte ich selbst 2 nette Herren kennen lernen, die mit ihrem Hund hier fast täglich spazieren gehen.

Nach ein paar Schritten kommt auch schon das erste Highlight auf dieser Runde. Es handelt sich dabei um einen ausgedienten Niederdruckturbinenläufer, welcher durch Wartungsarbeiten ausgetauscht und zur Veranschauung aufgestellt wurde. Mir war vorher nie wirklich bewusst gewesen, wie groß die einzelnen Einheiten eines Kernkraftwerkes sind. Doch als ich direkt davor stand, war ich regelrecht von den Ausmaßen beeindruckt gewesen. (Ich selbst besitze eine Körpergröße von 1,62m und wirke gegen diese Turbine doch recht klein.)

Folgt man den kleinen Pfad, kommt man direkt zum Besucherzentrum des Kernkraftwerkes. Leider ist dieser seit dem Jahr 2015 geschlossen. Bereits in diesem Jahr wurde das Kernkraftwerk abgeschaltet und befindet sich nun im Rückbau. Ein bisschen traurig und enttäuscht, dass dieses Besucherzentrum trotz Abbau geschlossen ist, war ich schon. Ich hatte mir trotzdem damit erhofft, ein paar “Einblicke” in das Kernkraftwerk zu bekommen. Aber ändern kann ich diesen Zustand nun auch leider nicht.

Doch von diesem kleinen Niederschlag lasse ich mir mein kleines Abenteuer nicht vermiesen. So führte mich der Weg zurück auf eine kleine, landwirtschaftlichen Straße entlang, vorbei an der großen Anzahl von Transformatoren. Je näher ich dieser Anlage kam, um so mehr lag ein Knistern in der Luft. Ich weiß nicht, ob es vielleicht durch die Feuchtigkeit des Nebels entstanden ist. Aber mit dieser Geräuschkulisse wirkte es recht mystisch und ja, sagen wir auch mal “gefährlich”. 

Der Gedanke, hier direkt mit dem Handy zu stehen, sowie mit der Systemkamera in der Hand, machten mir regelrecht Angst. Eine Angst, dass aus heiterem Himmel ein greller Blitz kommt und mich als Ziel auserkoren hat. Aber diese Angst kann ich dir zum Glück nehmen. Denn solange du nicht die Leitungen über deinem Kopf berührst, welche sich mehrere Meter weiter oben befinden, wird dir hier auch nichts passieren. Doch trotz allem wirkte dieses Knistern, in Kombination mit dem Nebel, etwas unheimlich für mich.

Schnell bog ich auf den kleinen Weg auf meiner linken Seite ab, und folgte ihn zu dem großen Meteo-Mast. Je dichte ich kam, um so mehr lichtete sich der Nebel, wodurch ich seine Gesamtgröße von 164m bestaunen konnte. Noch kurz vor dem Erreichen des Meteo-Mast konnte ich am Wegesrand erkennen, wie er mit dicken Seilen in der Erde verankert ist. Wie weit nun diese Verankungerung ins Erdreich führt, damit dieser Mast bei Wind und Wetter einen festen Halt hat, kann man leider nur vermuten. 

Beim Meteo-Mast bog ich rechts auf den Weg ab, der mich entlang des kleinen Waldes führte. Auf der linken Seite die kahlen, herbstlichen Bäume, auf der rechten Seite einige Felder, die zu diesem Zeitpunkt noch mit großen Rotkohlköpfen übersät waren. Sowie vor mir das Kernkraftwerk, welches nun von Schritt zu Schritt immer dichter kam. 

Auf dem “Hauptweg” angelangt, führte mich der Weg direkt an den beiden Kühltürmen vorbei. Doch zuerst nahm ein ehemaliger Toreingang meine volle Aufmerksamkeit auf sich. Hier hatte ich gleich ein Gefühl, als befinde ich mich an einem “Lost Place”. Der Weg ist schon teilweise mit Moos überwachsen, und das Tor selbst war schon von Rost gezeichnet. 

Anschließend ging mein Blick zu den beiden Kühltürmen und ich war regelrecht geflasht, wie groß sie im Nahen sind. Der Weg führte mich ein Stück an ihnen vorbei, wo ich einfach nicht widerstehen konnte, und den Anblick der Größe bewunderte. Wenn man nun daran denkt wie groß schon allein die Turbine ist, wundert es mich nicht, dass die Kernkraftwerke auch so hohe Kühltürme brauchten. 

Als die beiden Kühltürme nun hinter mir lagen, führte mich mein Weg runter zum Main. Vorbei an einer kleinen Baumallee, bis hin zu einem ehemaligen Hafenbetrieb. Pass hier bitte auf dich auf: Schau dir dieses Gelände nur von der Ferne an und betrete es nicht. Allein die Schilder weisen schon darauf hin, dass hier eine erhöhte Einsturzgefahr herrscht. 

Ich selbst nahm den kleinen Feldweg auf meiner linken Seite, der mich weg von diesem Hafengebiet führte, jedoch direkt zum Fluss hin. Die Sonne kam auf dieser Tour immer mehr heraus und schien mir direkt ins Gesicht. Von der Wärme der Sonnenstrahlen machte ich direkt am Main eine kleine Pause, genoss die Landschaft und die Stille um mich herum.

Sobald ich genug Energie getankt habe, ging es für mich erstmal wieder zurück. Entlang des Feldweges, bis hin zu der kleinen Straße, die mich vorher runter zum Hafengebiet führte. Dort bog ich wiederum nach links auf einen Feldweg ab und ging eine kleine Runde um das Waldgebiet herum. Bis ich schließlich auf den Wasserschutzdamm stoß und ich dort den Weg zurück zum Kernkraftwerk einschlug. 

Kurz bevor ich wieder an den beiden Kühltürme stand, bog ich wiederum links auf einen kleinen “Trampelpfad” ab. Dieser brachte mich auf einen tollen Wanderweg entlang des “alten Mains”. Das Laub der Bäume leuchtete vor mir in den Sonnenstrahlen, rechts war nun das Kernkraftwerk, und auf meiner linken Seiten der “alte Main”, wo sich einige Schwäne und Fischreiher sich tummelten. 

Mal hier, mal dort konnte man direkt auf den “alten Main” schauen, so dass ich in regelmäßigen Abstände stehen geblieben bin und das Schauspiel der Natur bewundert habe. An manchen Stellen gab es sogar eine kleine Bank für eine Rast, sowie eine passende Informationstafel über dieses Naturschutzgebiet. 

Ich selbst muss nun gestehen, dass ich das Kernkraftwerk total vergessen habe und mich in den Zauber des “alten Main” befand. Am liebsten wäre ich diesen Weg ewig weiter gewandert, um immer wieder zu schauen, was ich nach der nächsten Kurve entdecken kann. Doch der frühe Nebel am Morgen hatte leider auch dafür gesorgt, dass die Kälte immer mehr unter meiner Kleidung kroch. So wollte ich doch lieber schnell zurück zum Auto, um mich ins Warme zu bringen. 

Mit einer kleinen Kurve kam ich dann schließlich wieder auf einen Feldweg. Und wer hätte es gedacht, das Kernkraftwerk kam so zurück ins Blickfeld. Mit etwas schnelleren Schritten ging ich diese Strecke entlang, da sich der Parkplatz auch in unmittelbarer Nähe befindet.

Falls du nun selber Lust bekommen hast, diese Strecke nach zuwandern, kannst du dir meine GPS-Datei bei Komoot gerne herunterladen und benutzen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß dabei und im Anschluss kannst du mir gerne von deinen Eindrücken berichten.

Der Geocache am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld


Aber kommen wir nun zu dem Geocache “GC8T1E1 – Atomstrom, der sich hier befindet und auch der Grund für dieses kleine Abenteuer war. Gespoilert wird hier jedoch nichts, da ich finde, dass jeder selbst seinen Spaß beim Suchen haben sollte. Falls du aber eine Hilfestellung benötigst, kannst mich gerne jederzeit anschreiben. 

Hier am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld liegt der “kleine” Multicache Atomstrom. Das heißt, bevor ich mich nun ins Logbuch eintragen konnte, musste ich erst zu verschiedenen Stationen laufen und dort eine kleine Frage beantworten. 

Insgesamt hat er 6 Stationen und somit 1 Final. Da der Owner selbst schon die Koordinaten der jeweiligen Stationen angegeben hat, und man diese nicht mit der Antwort der Frage erst berechnen muss, konnte ich auch so recht gut meinen Wanderweg im voraus planen. Falls du dir dabei die Stationen mal etwas genauer in der Übersichtskarte anschaust, wird dir auch auffallen, dass man nach Station 1 erst die 3 anläuft, bevor man die 2. Station aufsucht. Ansonsten würde man ein bisschen hin und her laufen. 

Die Stationen sind alle recht einfach zu lösen. Jedoch bei einer Stationen musste ich zwar etwas genauer schauen, um auf die Antwort zu kommen. Aber auch das Internet auf dem Handy war ein guter Helfer für die eine Frage gewesen. Denn leider sah ich an der Station keinen Hinweis, der mir zur Lösung geholfen hätte. 

Auch mit dem Kinder- oder Bollerwagen kann man diese Strecke recht gut gehen. Da würde ich aber empfehlen, die Stationen nach der Reihenfolge abzulaufen und somit den längeren Hin- und Rückweg in Kauf zu nehmen. Doch so befindet man sich ausschließlich nur auf geteerten Wegen. 

Für die Cacher unter uns, die auch gerne mit dem Fahrrad die Stationen anfahren wollen, ist diese Strecke ebenfalls sehr gut geeignet. Jedoch muss ich sagen, dass ich insgesamt 6 Kilometer gelaufen bin und man sich somit im Vorfeld fragen sollte, ob es sich lohnt, diese Strecke auch mit dem “Drahtesel” zu fahren. 

Zu guter Letzt muss ich noch sagen, dass die Dose, sowie das Logbuch, in einem sehr guten Zustand befand. Entweder legt der Owner hier sehr viel wert darauf, dass auch weitere Cacher hier ihre Freude “am Suche und Finden” haben, oder es liegt daran, dass es diesen Cache erst seit Juni 2020 gibt. Falls sich dabei mal etwas ändern sollte, werde ich es hier als eine Art von “Update” berichten. 

Um natürlich nicht den gleichen Weg wieder zurück zu laufen, hat der Owner hier sogar 2 Stationen mit dem Hinweis “Rückweg” mit eingebaut. So bin ich selbst, mit einem “kleinen” Umweg, auf meine gelaufene Route gestoßen. Dass sich hier ein Owner so viele Gedanken macht, finde ich richtig klasse und muss gelobt werden. Somit mal ein “herzliches Dankeschön für diesen Multicache und der passenden Runde dazu.”

Mein kleines Fazit, sowie das persönliche Schlusswort 


Wie du wohl gemerkt hast, bin ich regelrecht begeistert von diesem Abenteuer. Ganz gleich, ob ich als Geocacher oder Wanderer unterwegs gewesen wäre. Sobald ich heute noch von diesem Tag berichte, entsteht ein breites Lächeln in meinem Gesicht. Eine Freude an die Erinnerung dieses kleinen Abenteuers, sowie auch einer beeindruckenden Gegend/Landschaft. 

Ich kann diesen Cache, sowie die Wanderung nur empfehlen. Mein kleiner Rat noch für dich: Plane dir ruhig etwas mehr Zeit ein, nimm etwas Verpflegung mit und genieße selbst die Stille unten am Main. Ich verspreche dir, du wirst es nicht bereuen. 

Somit hoffe ich nun, dass ich dir nicht nur den Geocache und die Wanderung schmackhaft gemacht habe, sondern du nun selbst inspiriert genug bist, raus aus deinem gewohnten Alltag zu gehen und rein in dein eigenes, kleines Abenteuer. Erschaffe dir selbst eine Erinnerung, die dich noch lange zum Lächeln bringen.

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4 Kommentare

  1. Vielen herzlichen Dank für diesen tollen und ausführlichen Erfahrungsbericht. Freut mich, dass Dir unser Cache (mein erster selbst gelegter übrigens) so gut gefallen hat.

    Viele Grüsse
    Enjie

    • Liebe Enjie, nun muss ich gestehen, dass ich selbst sehr positiv überrascht bin, dass dieser Beitrag sogar bis zum Owner selber gekommen ist. Aber es freut mich sehr, dass dir mein kleines Abenteuer gefallen hat. Ich hoffe natürlich, dass ich so den einen und anderen Cacher auch dazu bringe, diese tolle „Wanderung“ auch zu laufen. Und für deinen ersten selbst gelegter Cache ist er richtig gut geworden. Ich muss gestehen, noch drücke ich mich davor, selbst einen zu legen. Aber im kommenden Jahr möchte ich selbst mal in diesen Bereich meine Erfahrungen machen.
      Bleibe weiterhin gesund und natürlich viel Spaß beim Suchen der Caches, dein kleiner Weltenspatz Shelly

  2. Toller Bericht und super Bilder. Danke, dass du mich mitgenommen hast.

    • Liebe Lydia, das mache ich doch gerne. Mich freut es sehr, dass dir meine Berichte von meinen Abenteuern sehr gefällt.
      Bleibe bitte weiterhin gesund, dein Weltenspatz Shelly

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