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Unterwegs auf der Sonnenseite von Rothenfels

Der Spessart ist eine Region, die märchenhaft und mystisch ist. Mit seinen verwunschenen Wäldern, Schlössern und Burgen, sowie Märchen und Sagen, zieht er mich regelrecht magisch an. Doch bevor ich die ganz großen Abenteuer des Spessart kennen lerne, starte ich mit einer Wanderung auf dem europäischen Kulturwanderweg “Auf der Rothenfelser Sonnenseite”, um den Hauch dieser Magie zu spüren.

Inhaltsverzeichnis

🔸 Wo befindet sich Rothenfels, bzw. Zimmern
🔸 Eckdaten der Wanderung
🔸 Am Main mit Blick auf Rothenfels
🔸 Schattiger Wald, kleine Snacks und ein traumhafter Ausblick
🔸 Waldabschnitte, Felder und Wiesen
🔸 Rückweg durch ein kleines Mühlenviertel

Wo befindet sich Rothenfels, bzw. Zimmern

Um in den Zauber des Spessart zu kommen, bzw. von der Sonnenseite Rothenfels, musste ich ein ganzes Stück mit dem Auto fahren. Mein Ziel war der kleine Stadtteil Zimmern, welches zur unterfränkischen Gemeinde Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart gehört. Doch mit der relativ guten Verbindung der A3 konnte ich so aus dem kitzinger Landkreis schnell zu diesem Abenteuer kommen. 

Bis 1811 gehörte Zimmern zu Rothenfels. Es war ein mit der Stadt vereinigtes Dorf gewesen. Nur eine Fähre über den Main verband diese beide Orte. Seit 1974 gehört Zimmern zur Stadt Marktheidenfeld.

Quelle: Informationstafel „Europäischer Kulturweg Marktheidenfeld 3 / Zimmern – Auf Der Rothenfelser Sonnenseite

Im übrigen könnte man auch mit dem öffentlichen Nahverkehr dieses Abenteuer erleben. Doch leider ist der Nahverkehr hier auf den Dörfern noch nicht so gut ausgebaut, so dass ich über 2 Stunden Bus- und Zugfahrten vor mir gehabt hätte. Außerdem spielt dabei die kleine Angst mit, durch eine Verspätung seinen Anschluss zu verpassen. So würde ich innerlich unter Zeitdruck geraten. Entspannen und genießen wäre kein Thema mehr gewesen. Besonders dann, wenn man noch zu einer bestimmten Zeit wieder zurück am Bahnhof sein muss, um nach Hause zu kommen. 

Natürlich kann es auch mit dem öffentlichen Nahverkehr gut gehen. Doch dieses probiere ich lieber aus, wenn ich dort auch eine Übernachtungsmöglichkeit habe. Aus diesem Grund hatte ich mich nun für mein Auto entschieden – auch wenn dieses gegen meine Lebensweise spricht.

Eckdaten der Wanderung

Strecke: 7,8 Kilometer
Gehzeit ohne Pausen: ca. 2 Stunden

Wegmarkierung: Kulturweg (gelbes Schiff auf blauer Europaflagge)

Wegbeschaffenheit: befestigte Wege → teilweise auf geteerten Wegen, Feldwege und ein kleines Stück naturnahen Wanderweg

Highlight auf der Tour: ein toller Blick auf die Burg Rothenfels

Start der Wanderung am St. Michael

Der Startpunkt des Kulturwanderweges “Auf der Rothenfelser Sonnenseite” ist direkt an der katholischen Kirche St. Michael. Noch bevor ich den kleinen Bereich des Friedhofes betritt, begrüßte mich schon die erste Informationstafel zum Wanderweg. 

Etwas verwundert, dass der Weg direkt über den Friedhof gehen soll, betrat ich ihn schließlich. Ich muss gestehen, dass ich dabei ein etwas unwohles Gefühl hatte. Bisher kannte ich noch keinen Wanderweg, der direkt durch ein Kirchengelände führt. Doch schnell sah ich die Wegmarkierung wieder und so vergingen auch meine Bedenken. Oder lag es an dem tollen Ausblick nach Rothenfels?


Besonders die mittelalterliche Burg nahm meine volle Aufmerksamkeit in Anspruch. Ich stellte mir vor, wie es in der damaligen Zeit hier wohl aussah. Wie die Menschen hier gelebt haben, und fragte mich, ob sie damals auch so fasziniert von diesem Anblick waren, so wie ich es gerade war.

Meine Bedenken wegen des Friedhofes waren somit in Luft aufgelöst. Erst als ich an den Treppenstufen zur Kirche ankam, kam ich selbst wieder im “Hier und Jetzt” zurück. Nun nur keinen falschen Schritt setzen, sonst wäre das Abenteuer viel zu schnell zu Ende gewesen 😅

Am Main mit Blick auf Rothenfels

Ich folgte dem Weg entlang der Straße, bis ich kurz darauf auch schon am Mainufer ankam. Der Weg führte mich entlang des Restaurant & Campingplatz “Café Mainland”, wo zwischen den Bäumen und Büschen immer wieder die Burg Rothenfels ins Sichtfeld kam. 

Ich stellte mir vor, wie schön es wäre, mein Zelt direkt unten am Main zu haben. Früh morgens nach dem Aufwachen langsam das Zelt öffnen, den herrlichen Ausblick auf dem Main und der Burg mit einem Kaffee in der Hand zu genießen. Wer weiß, vielleicht ist dieses ja schon bald ein Abenteuer von mir 😉  

Kurz darauf kam ich am damaligen Fähranlegeplatz an. Erst hier wurde mir bewusst, wieso an der gegenüberliegende Mainseite “Stadt Rothenfels” unterhalb der Straße stand. Ein bisschen traurig darüber, dass dieses alte Relikt von der damaligen Zeit nicht mehr betrieben wird, genoss ich trotzdem den Anblick, der sich mir bot.

Im Jahr 1964 fand hier die letzte öffentliche Verbindung statt.

Weiter dem Weg folgend kam ich schließlich zur einer Schleuse. Doch so genau konnte ich sie mir auch nicht anschauen. Kurz vorher geht der Weg rechts in den schattigen Wald hinein. Also schaute ich noch einmal zurück nach Rothenfels, und betrat nun die damaligen Gebiet der Weinberge und Steinbrüche.

Schattiger Wald, kleine Snacks und ein traumhafter Ausblick

Fast schon auf serpentinen artigen Wegen bestieg ich den kleinen Berg vor mir. Ich war dabei regelrecht froh gewesen, dass diese Anstiege nicht so steil waren, wie ich sie mir ausgemalt hatte. Außerdem schütze mich auch der schattige Wald vor der Sonne, so dass ich nicht zu sehr ins schwitzen kam. Genüsslich ging ich so einen Schritt nach dem Anderen den Weg weiter bergan.

Dabei staunte ich immer wieder über die alten Relikte der damaligen Zeit. Hier und dort gab es Reste von Steinmauern, die der Landschaft ein markantes Bild gaben, sowie einen Hauch von Magie. Für meine Fantasie war dieser Anstieg ideal gewesen, um mich so in eine kleine Märchenwelt zu versetzen.


Hin und wieder gab es rote und schwarze Farbpunkte zwischen dem satten Grün der Büsche. Bei etwas genauer Betrachtung sah ich, dass es sich hierbei um Brombeeren handelte. Genüsslich, immer mal wieder am Pflücken des kleinen Snack, ging ich so weiter den Berg hinauf. Die Süße der Früchte gab mir dafür genau die richtige Energie dazu 😉

Als der Anstieg erstmal zu Ende war, wartete dort eine Sitzgelegenheit auf mich. Natürlich habe ich diese auch in Anspruch genommen, um mich mit Wasser von der Sommerhitze abzukühlen. Mein Gedanke war dabei eher, dass ich mir bei dieser Wanderung keinen Hitzestich holen werden, und so füllte ich regelmäßig meinen Flüssigkeitsspiegel im Körper wieder auf. 

Ich ließ mich auf der Bank nieder, nippte immer wieder an meiner Wasserflasche, und genoss den herrlichen Blick auf die Burg Rothenfels. Gerade im Herbst, wenn die Bäume in der Landschaft ihr saftiges Grün des Sommers verlieren, und ein Farbenspiel zwischen Rot, Gelb und Braun entsteht, kann ich es mir hier richtig schön und vor allem märchenhaft vorstellen.

Waldabschnitte, Felder und Wiesen

Mit dieser Vorstellung in meiner Fantasie ging ich nun dem Wanderweg weiter entlang. Immer wieder streifte ich Felder, oder ging durch mystische Wälder. Mittlerweile wunderte es mich auch nicht mehr, dass der Spessart für seine Märchen und Sagen bekannt ist. Bei jedem neuen Schritt den ich setzte, wurde die Landschaft um mich herum fantasiereicher. Es fehlte nur noch, dass hier und dort ein kleiner Elf, Kobold, oder ein anderes Fabelwesen mein Weg kreuzte 😉


Als ich schließlich den kleinen Berg “erklommen” habe, wurde ich mit einer tollen Aussicht in die Weite belohnt. Ich konnte sehen und erahnen, wo sich der Main seinen Weg nimmt. Wie dicht die Wälder des Spessart sind. Am liebsten wäre ich hier oben etwas länger geblieben, um den wunderschönen Fernblick ins Maintal zu genießen.

Rückweg durch ein kleines Mühlenviertel

Doch wie heißt es so schön: Nach einem Anstieg, folgt sogleich auch der Abstieg. Und so führte mich der Wanderweg bergab ins Tal zurück. Dabei verlor er keinesfalls seine märchenhafte Art, sondern ließ immer wieder meine Fantasie zwischen Feldern und Wälder aufblühen. Erst recht als die ersten roten Dächer des kleinen Mühlenviertel in Sichtweite kam. Zusammen mit der kleinen Birkenallee, und des Plätschern des Baches, fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. 


Mit dem recht kurzen Wegabschnitt vom Mühlenviertel, bog ich auch direkt auf die Straße ab, die mich mit wenigen Schritten wieder zurück nach Zimmern führte. Von hier aus ist die St. Michael-Kirche nicht mehr weit gewesen. Glücklich, zufrieden und vor allem mit einem Lächeln im Gesicht kam ich wieder zum Ausgangspunkt des europäischen Kulturwanderweges an. 

Für mich war es eine tolle Wanderung in einer ruhigen Natur gewesen. Ideal, um vom Alltagsstress zu entschleunigen und zur inneren Ruhe zu kommen. Mit der Kombination von den Sitzbänken und der tollen Aussicht verbrachte ich einige ruhige Momente an diesem Tag. 

Mein persönliches Highlight ist jedoch die zauberhafte Magie der Natur. Schon als kleines Kind besitze ich eine gut ausgeprägte Fantasie, und mit dieser Reise hier konnte sie einfach ihren freien Lauf nehmen. Vielleicht auch eines Tages bei einem schönen Herbsttag, um neue kleine Geschichten zu entwickeln 😉

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