Ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald: Sonnenuntergang über den Baumkronen

Einmal den Sonnenuntergang über den Baumkronen mitzuerleben. Das klingt schon recht verlockend, doch ist irgendwie nur “schwer” umzusetzen. Mein erster Gedanke war, dass ich dieses nur mit der Kombination eines Rundfluges erleben kann. Doch dann bin ich auf eine Veranstaltung des Baumwipfelpfad Steigerwald gestoßen, die sofort meine kleine Abenteuerlust weckte.

Inhaltsverzeichnis

Der Baumwipfelpfad Steigerwald
🔸 Der Aufbau des Baumwipfelpfades
🔸 Spielerisches Kennenlernen der Natur
🔸 Eine Vielzahl an Tieren
🔸 Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise
Der Sonnenuntergang über den Baumkronen
🔸 Mein persönliches Erlebnis
Weitere Eindrücke bei YouTube

Der Baumwipfelpfad Steigerwald

Seit dem ich im schönen Weinland Franken wohne, habe ich mich regelrecht in den Naturpark Steigerwald verliebt. Gerne gehe ich hier wandern, und entdecke zu jeder Jahreszeit die Natur um mich herum. Ich muss schon gestehen: Viel zu entdecken gibt es auf jeden Fall. 

Nach dem Spessart ist der Steigerwald das zweitgrößte Laubwaldgebiet Bayerns. So kann man eine Vielzahl an verschiedene Baumarten entdecken, aber auch so manchen kleinen und großen Waldbewohner. Sei es von kleinen Echsen, die einem den Weg kreuzen, bis hin zum Wild, was man in der Ferne beobachten kann. Aber auch musikalisch ist es immer wieder ein Genuss in diesem Wald zu gehen. Die verschiedene Vogelarten bieten zu manchen Zeiten richtig tolle Lieder an. 

Aber ich möchte nicht nur den Steigerwald von der Bodenebene erleben, sondern ihn auch gerne etwas weiter höher kennen lernen. Sozusagen mit den Bäumen auf einer Augenlänge zu sein. Und dafür bietet sich der “Baumwipfelpfad Steigerwald” bei Ebrach ideal an.

Der Aufbau des Baumwipfelpfades

Auf einer Länge von 1.150 Meter geht man auf einem Holzsteg entlang der Baumkronen. Und was ich persönlich gut dabei finde, dass dieser Holzsteg aus den heimischen Hölzern besteht und nicht erst von weiter weg geliefert wurde.

Doch das Highlight auf diesem Baumwipfelpfad ist der 42 Meter hohe Aussichtsturm, der einen tollen Ausblick über den Steigerwald verschafft. Durch seine kelchförmige, öffnende Form kann man so Stück für Stück die einzelnen Etagen hochgehen und dabei miterleben, wie die einzelnen Bäume weiter oberhalb in den Baumkronen aussehen.

Und auch für Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, sowie Personen mit einem Rollator können an diesem Abenteuer daran teilnehmen. Die Wege sind eben, und auf dem Turm gibt es nur eine leichte Steigung. Meine Familie hat es selbst vor ein paar Jahren getestet und waren mit meiner gehbehinderten Mutter und ihren Rollator hier unterwegs gewesen.

Spielerisches Kennenlernen der Natur

Aber den Spaß auf dem Baumwipfelpfad findet jeder, egal zu welcher Altersklasse er gehört. Denn hin und wieder gibt es kleine Abzweigungen, wo es eine Art Parkour gibt, welche man überwinden muss. Und ich als großes, erwachsenes und spielendes Kind musste dieses natürlich auch selbst ausprobieren, und fand sie sehr amüsant.

Doch wer nun etwas Angst vor der Höhe hat und nicht gerade auf Seilen über den Boden balancieren möchte, kann seinen Spaß auch mit dem Entdecken um einen herum haben. Dafür stehen genügend Informationstafeln über den Wald und der nachhaltigen Nutzung durch die Forstwirtschaft und Jagd zur Verfügung.

Und wem das noch nicht genug ist, kann sich auch die “Wipfel-App” herunter laden und dort mit Quizfragen und Spielen die Natur um einen herum kennen lernen.

Eine Vielzahl an Tiere

Doch wer sich nicht nur die verschiedene Arten der Bäume sich genauer anschaut, kann auch hier eine Vielzahl von Tieren entdecken. Sei es die ganzen Vogelarten um einem herum, die hier und dort auf einem Ast sitzen. Oder die Hirsche und Rehe am Aussichtsturm, welche man auch füttern kann. Oder wer direkt auf Tuchfühlung mit den 4-Beiner machen möchte, kann nach dem Verlassen des Pfades in das begehbare Wildgehege gehen. Dort erwarten einen unter anderem Hasen und Ziegen darauf, von euch gestreichelt zu werden.

Außerdem bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald regelmäßig Falknerei-Vorführungen, und das direkt oben auf dem Turm. Viel dazu kann ich leider noch nicht sagen, da ich selbst an so einer Veranstaltung noch nicht daran teilgenommen habe. Dieses aber demnächst nachholen werde.

Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise

Wer nun dort nicht direkt in der Umgebung wohnt, kann auch gerne mit dem Auto anreisen. Direkt an der B22 gibt es einen großen Parkplatz, wo man sogar auch sein E-Auto aufladen kann. Mit einem anschließenden, kleinen Spaziergang von nur 5 Minuten, erreicht man auch schon den Eingang des Baumwipfelpfades.

Vorher gibt es aber schon eine Menge zu sehen und auch zum Spielen:
Ein kleines Bienenhäuschen bringt einen regelrecht zum Staunen, wie das Treiben in den Honigwaben von statten geht. Und ein paar Schritte weiter kann man mit einem kleinen Balance-Akt schauen, ob man auch höhenfest ist.

Aber was kostet nun der ganze Spaß?

Erwachsene zahlen 10€ und Kinder (von 6-15 Jahren) einen Preis von 6,50€. 
Doch als Familie muss man nun nicht alles zusammen rechnen, es gibt ein Familienticket für 22€.
Und falls man ohne den Partner, oder als alleinerziehende Person mit seinem Kind anreist, bezahlt einen Eintritt von 13€. 
Als Schüler, Student, Auszubildende, aber auch gehbehinderte Menschen, zahlen mit der Vorlage des entsprechenden Ausweisen einen Preis 9€.


Der Sonnenuntergang über den Baumkronen

Mehrmals in den Sommermonaten bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald auch verlängerte Öffnungszeiten an. Diese gehen dann bis 21:30 Uhr und die Kosten sind die normal geltenden Eintrittspreise. Doch warum ist der Baumwipfelpfad an diesen Tagen länger geöffnet?

Wer einmal die Abendstimmung, sowie den passenden Sonnenuntergang über den Bäumen des Steigerwaldes miterleben möchte, ist hier genau richtig. Zu spüren, wie alles um einem herum stiller wird, zu sehen, wie der Wald selbst immer dunkler wird, ist ein einzigartiges Erlebnis, und das in einer Höhe von 40 Metern.

Auch für die Fotografen sind solche “Veranstaltungen” ideal, um ein tolles Shooting der untergehenden Sonne oberhalb der Baumkronen festzuhalten. Und genau das war der Grund, warum ich selbst dort war.

Mein persönliches Erlebnis

“Bewaffnet” mit meiner kleinen Fotoausrüstung machte ich mich Anfang August auf den Weg zum Baumwipfelpfad. Ich bin schon relativ früh hingefahren, da ich mir Zeit lassen wollte, um alles in Ruhe dort zu genießen.

Als ich den Eintritt von 10€ bezahlt habe und die ersten Schritte auf den Holzsteg machte, merkte ich relativ schnell, dass ich hier doch alleine unterwegs bin. Es war relativ still um mich herum gewesen, zumindest was die Laute der Menschen angeht.

Hier und da hörte ich die Vögel zwitschern, oder das Reiben der Baumstämme aneinander. Denn ja… Wir hatten an diesem Tag etwas Wind gehabt, was außerdem schon ausreichte, dass sich die einzelne Bäume bewegten.

An diesem Abend war ich selbst mal wieder ein kleines Kind gewesen und probierte hier und dort auch die verschiedene Stationen aus. Es hat mir richtig viel Spaß dabei gemacht. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ich einfach unbeobachtet war und so die Welt aus kindlichen Augen wahrnahm.

Doch all zu lange habe ich mich damit auch nicht aufgehalten, denn schließlich war mein Ziel die obere Plattform des Aussichtsturmes. Also ging ich mit schnellen Schritten in die Höhe und sah dabei zu, wie die Bäume immer mehr aus meinem Sichtfeld entwichen.

Oben auf dem Aussichtsturm angekommen, ging ich gemütlich die obere Runde. Dabei ging mein Blick immer in die Weite des Steigerwaldes. Es ist schon recht erstaunlich, wie groß der Nationalpark Steigerwald ist, und wo sich ungefähr einzelne Städte und Gemeinde sich befinden können.

So versuchte ich immer, irgendwie kleine Anhaltspunkte von der Gegend zu erkennen, um mich etwas besser zu orientieren. Als ich schließlich den Schwanberg erblickte, kam sofort ein kleines Lächeln ins Gesicht. Denn genau dort, befindet sich nämlich mein Zuhause.

So suchte ich mir einen geeigneten Platz, baute mein Stativ auf, und habe daraufhin gewartet, dass der Zauber beginnt. Doch am Anfang hatte ich meine Zweifel. Dicke Wolken zogen mit dem Wind auf, und versperrte somit die Sicht auf die Sonne.

“Soll ich lieber gehen?” waren meine Gedanken gewesen. Schon innerlich leicht enttäuscht, dass nun dieses Vorhaben nicht ganz so verläuft, wie ich es mir Tage vorher schon ausgemalt habe, kam mir jedoch ein Spruch von einem Fotografen ins Gedächtnis: Fotografie bedeutet Geduld

Geduld… Ein Wort, welches ich kaum kenne. Ich hetze den ganzen Tag von Termin zu Termin und versuche alle Punkte auf meiner To-Do-Liste zu erfüllen. Sich dabei mal zu entspannen und etwas Geduld zu haben, ist bei mir wirklich eine Seltenheit. Doch an diesem Abend brachte ich dann doch die entsprechende Geduld auf.

Die Wolken zogen teilweise fort und die Sonne schien immer wieder durch die entstehende, freie Fläche. Nach und nach näherte sich die Sonne den Baumkronen und verfärbte dabei den Himmel ein ein traumhaften Rot-Lila. Um einem herum wurde es immer stiller und dunkler.

Als die Sonne dann komplett verschwunden war und somit die blaue Stunde anfing, packte ich meine Fotoausrüstung wieder zusammen und machte mich auf dem Weg runter vom Turm. Erst dabei merkte ich, wie dunkel es nun am Erdboden bereits ist. Mit Hilfe einer Taschenlampe ging ich Schritt für Schritt weiter, bis ich schließlich wieder an meinem Auto angekommen bin.


Weitere Eindrücke bei YouTube

Für mich war es ein unbeschreiblich und einzigartiger Abend gewesen. 
So einen Sonnenuntergang über den Baumkronen habe ich bereits vor einem Jahr hier miterlebt. Und ja… Genau an diesem Abend musste ich mich auch in der Sache “Geduld” üben. Aber es hatte sich da bereits schon gelohnt, so dass die Wiederholung definitiv feststand.

Es war wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal gewesen, dass ich die Chance der verlängerten Öffnungszeiten des Baumwipfelpfad Steigerwald genutzt habe. Die Sonne beim Untergehen zuzusehen, hat mich regelrecht magisch gefesselt.

Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr, wo ich an einem Sommerabend oben auf dem Aussichtsturm stehe und dabei dieses Naturspektakel miterleben kann. Doch bis dahin habe ich noch etwas für dich:

Falls du nun neugierig geworden bist, dir aber noch ein paar weitere Impressionen fehlen, um selbst ein kleines Abenteuer auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald zu erleben, kannst du dir auch meine Erlebnisse von diesem Abend auf YouTube anschauen.


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Sonnenuntergang bei den Windrädern – Erzählung eines kleinen Abenteuers

Das sehr gute Feedback für das Foto von dem “Sonnenuntergang bei den Windrädern” auf Instagram und Facebook hat mich ermutigt, dir mehr davon zu zeigen. Denn ja, ich hatte richtig viel Spaß an diesem Abend und das eine und andere gute Foto ist dabei auch entstanden. Und diese möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten. 

Ausgesucht für den Spot habe ich mir einen kleinen Feldweg, der direkt an der B8 liegt. Täglich fahre ich hier täglich vorbei und betrachte immer mit einem Lächeln die Windräder. So kam mir eines Tages der Gedanke, einfach mal einen Sonnenuntergang dort zu erleben. 

Warum gerade bei den Windrädern?


Meine Liebe zu den Windrädern habe ich schon etwas länger. Vielleicht liegt es daran, dass mein Vater bei einem großen Energiekonzern arbeitet und gerade hier in Bayern die Windkraftenergie abrechnet. So habe ich selbst das Gefühl, etwas näher bei meinem Vater zu sein, auch wenn uns fast 700 Kilometer trennen. 

Und einen Sonnenuntergang, mit einem geliebten Menschen zu verbringen, ist doch immer etwas schönes. Auch wenn es nur in Gedanken ist, und die Fotos per WhatsApp hin und her geschickt wurden. Trotz allem fühlte ich mich sehr mit meinem Vater verbunden und genoss regelrecht die abendliche Stimmung. 

Das Warten zum Sonnenuntergang


So stellte ich mein Auto direkt am Pendlerparkplatz für die A7, bei Kitzingen, ab und ging einen Feldweg entlang. Lange musste ich aber nicht gehen, um für mich persönlich den perfekten Platz zu finden. Nach ein paar Metern stand ich fast direkt vor einem Windrad.

Für mich war es der erste Abend an diesem Ort gewesen, so dass ich keine Ahnung hatte, wo nun genau die Sonne unterging. So wählte ich mir mehrere Plätze am Feldweg aus, und wechselte immer wieder hin und her, bis ich dachte: Genau hier ist es perfekt!  

Doch bis es nun soweit war, dass die Sonne am Horizont verschwindet, dauerte es noch ein paar Stunden. Denn am frühen Morgen packte ich gleich die ganze Fotoausrüstung in mein Auto, so dass ich nach Feierabend gleich dieses Abenteuer starten konnte. Doch von meinem Feierabend aus bis zum Sonnenuntergang waren es noch fast 2 Stunden gewesen. Und diese können recht lang sein.

Mein ursprünglicher Plan war gewesen, dass ich dort noch etwas wandere, um so den perfekten Platz für die Aufnahmen zu finden. Doch den hatte ich ja schon bereits. So steckte ich mir meine Kopfhörer in die Ohren und habe etwas Musik gehört. Was dann doch etwas ausgeartet ist. 

Denn zu dieser Zeit lief das eine oder andere gute Lied, wo ich dann regelrecht auf dem Feldweg das Tanzen anfing und einfach laut mitgesungen habe. Denn schließlich dachte ich, ich bin hier alleine und es würde niemanden stören. Wie gesagt, dachte ich zumindest.

Denn als ich mal in eine kleine Pause vom Tanzen eingelegt habe und zur Fotokamera ging, um auf dem Auslöser zu drücken, merkte ich, dass sich rechts und links weitere Leute versammelt haben. Hätte ich mir aber auch an diesem Abend gleich denken können, dass wohl der eine oder andere Hobbyfotograf die gleiche Idee gehabt hatte.

Die Fotos des Sonnenuntergangs 


Ich kann dir leider nicht sagen, welche Einstellung ich an meiner Kamera vorgenommen habe, da ich selbst noch am üben bin. Ich hatte bisher noch nie eine System- oder Spiegelreflexkamera gehabt, so dass ich richtig fasziniert von den vielen Knöpfen und den damit verbunden Einstellungen war. 

Für mein nächstes Fotoshooting werde ich es einfach mal notieren und es zu den einzelnen Fotos dazu schreiben. Denn wer weiß, vielleicht bist du auch ein kleiner Hobbyfotograf und kennst dich damit recht gut aus und kannst mir wohl den einen oder anderen Ratschlag noch geben. 

Bis in die Dunkelheit stand ich nun an diesem Feldweg und machte in fast Minutentakt immer wieder Aufnahmen. Danach wurde es doch noch recht frisch, so dass ich meine Sachen zusammen packte, nach Hause fuhr und mich erstmal unter die heiße Dusche stellte. 

Aber genug auf die Folter gespannt: Jetzt zeige ich dir meine persönlichen, besten Fotos von diesem Abend. Und eines steht fest: Es war nicht das letzte Mal gewesen, wo ich dort bei den Windrädern stand. Es hat richtig viel Spaß gemacht.