Schneelandschaft mit Krapfen – Abenteuerbuch-Eintrag #3

Ein fast wolkenloser Himmel, purer Sonnenschein und eiskalte Temperaturen – das sind die Komponenten meines 3. Abenteuers im Jahr 2021 gewesen. Ein Tag, der wiederum nicht vergessen werden darf. Ein Tag, der mich zum Lächeln gebracht hat. Eine Schneelandschaft, die ich so schon lange nicht mehr gesehen habe.  


Titel: Schneelandschaft und Krapfen
Datum: 13. Februar 2021 (Samstag) 
Aktivität und Ort: Wandern bei Markt Markteinersheim 
Dauer und Kilometer: 1Std und 10Min für 5,24km (mit einer Pausen ca. 2½Std) 
Wetter: Sonnig bei Temperaturen von -6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: kalt, lecker, magisch 

Ein Wochenende im Februar, der wohl nicht magischer sein kann: Sonne pur, mit einer zauberhaften, weißen Schneelandschaft und arktischen Temperaturen. Und genau diese Magie wollte ich bei meinem heutigen Abenteuer auch erleben. Ein Wintertag, den ich so zuletzt als kleines Kind erlebt habe. Ein Wintertag, der abgesehen vom kommenden Sonntag, wohl wieder lange auf sich warten lässt. 

So kam es, dass ich mich relativ dick angezogen habe: eine Leggins unter die Jeans, 2 paar dicke Wollsocken, Unterhemd, T-Shirt, Wollpullover mit der Kombination Jacke, dickes Halstuch, Mütze und Handschuhe. Gefühlt habe ich mich wie ein Michelin-Männchen, aber dafür war mein Gewissen beruhigt gewesen, dass ich mir nicht gleich wieder die nächste Erkältung einfangen würde. 

Gestartet bin ich direkt von Zuhause aus. Meinen kleinen Clio habe ich einfach auf seinem Parkplatz gelassen. Eingemummelt in den Schneemassen um ihm herum… Ja ganz genau: auf das “Freischaufeln” hatte ich nun wirklich keine Lust gehabt, bzw. auf das Freikratzen der Scheiben. 😅

So folgte ich unserer Straße zum verschneiten Wohnmobilstellplatz, welchen ich dann auch überquerte und mich somit in die Ortsmitte von Markt Einersheim aufmachte.

Doch kurz vorm Rathaus blieb ich stehen und entdeckte ich eine kleine süße Katze. Ich war total erschrocken, wie zutraulich sie war. Natürlich lassen sich unsere Dorfkatzen immer gerne von “fremden Menschen” streicheln, wenn sie auf ihren Streuner-Touren unterwegs waren. So schauen auch immer mal wieder 2 Katzen auf meiner Terrasse vorbei. Entweder wollen sie, dass ich sie streichel, oder sie möchten einfach nur meine 3 Mädels ärgern, die am Fenster stehen und nicht raus können.

Doch diese Katze hier war irgendwie anders. Ihr Fell war sehr weich und gepflegt, was nicht gerade für einen Draußengänger sprach. Außerdem hörte sie gar nicht mehr auf zu kuscheln, schnurren und miauen. Sie lief mir sogar noch ein ganzes Stückchen hinterher und mein Herz wurde dabei immer schwerer. 

“Was soll ich bloß mit ihr anstellen? Auch wenn sie von ihrem Zuhause weggelaufen wäre, könnte ich sie schlecht mitnehmen. Danny würde mich wohl wirklich einen Kopf kürzer machen, wenn ich mit einer weiteren Katze nach Hause komme.” 

Doch zum Glück kam eine Frau vorbei, die diese kleine Maus kannte. Sie nahm sie gleich auf die Arme und brachte sie zum nächsten Hauseingang. Wie ich es mir schon gedacht habe, war sie von ihrem Zuhause ausgebüchst und ihre Besitzer hatten es bis zu dieser Zeit noch nicht gemerkt. 

Beruhigt über dieses Ereignis setzte ich meine Wanderung fort. Vorbei an unserem Schloss in Markt Einersheim, durch das Würzburger Tor, wo ich kurz nach dem Friedhof rechts auf den Pfählbergweg abbog. Diesen folgte ich schließlich bis zur Bundesstraße. 

Mit schnellen, aber auch sicheren Schritten überquerte ich die B8 und befand mich schließlich in meinem Element: In der freien Natur. Eine reine Schneelandschaft, von den Feldern bis hoch in die Weinberge, wirkte es im Glitzern der Sonne richtig magisch. Der eiskalte Wind wehte mir dabei ins Gesicht. So hatte ich eher das Gefühl gehabt, auf einer antarktischen Expedition unterwegs zu sein, statt auf einer kleinen Wanderung vor der Haustür. 

Mein Weg ging an den Weinbergen entlang, hoch zum Wengertshäusla von Markt Einersheim. Dieser Ort wirkt irgendwie magisch auf mich. Dort komme ich immer recht schnell zur Ruhe und sammel genug Energie für die anstehenden Herausforderungen. Und heute wollte ich auf einer ganz besonderen Art und Weise diese Energie tanken. 

In meinem Wanderrucksack befand sich schon vorgekochter, warmer Tee in einer Thermoskanne. Und als “kleinen Snack” gab es einen leckeren Krapfen. So setze ich mich an den Vogelsang-Balkon, packte meinen Tee und den Krapfen aus, und genoss einfach nur den Moment. 

Den Tee habe ich übrigens noch in eine kleine Tasse umgefüllt. Diese hielt ich für eine Zeit lang in den Händen, schließlich darf man nicht vergessen, wie kalt der Winter auch sein kann. 

Mit geschlossenen Augen richtete ich mein Gesicht der Sonne entgegen und erfreute mich über die kleine Wärme, die sie schon abgab. Ich glaube, so saß ich noch über eine halbe Stunde dort, bis ich mich für die weitere Wanderung fertig machte. 

So ging ich durch die Weinberge, und dabei kam mir der Gedanken, dass ich mit einem recht weiten Bogen über Possenheim wieder nach Hause gehen konnte. Doch leider wehte mir der eiskalte Wind immer wieder entgegen, so dass ich regelrecht ins Zittern kam. 

Auf halber Strecke schaute ich nach, wie ich ohne umzukehren trotzdem schnell nach Hause kam. Mein Weg ging dann über die Feldwege, vorbei am Gipsabbau von Knauf entlang, bis ich schließlich auf einer alt bekannten Route kam. Mit den letzten paar Schritten bis zu meiner Gemeinde befand ich mich auf der TraumRunde Markt Einersheim

Mit nassen Füßen und einer eisigen Kälte am Körper kam ich schließlich bei mir Zuhause an. Danny hatte sich schon etwas gewundert, dass ich “relativ früh” wieder Zuhause war. Aber als ich ihm vom kalten Wind erzählte, der mir leider die Lust am Abenteuer etwas nahm, verstand er mich. 

Trotzdem hatte ich von dieser kleinen Wanderung ein Lächeln im Gesicht gehabt. Wer hätte es gedacht, dass wir mal so einen schönen Wintertag haben würden? Und wer käme außerdem auf diese verrückte Idee, draußen in der Kälte einen Krapfen zu essen? Für mich sind es Eindrücke, die hoffentlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. 


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 

Frühschicht mit Schnee – Abenteuerbuch-Eintrag #2

Ist es nicht herrlich, nach der Frühschicht noch eine kleine Runde spazieren zu gehen? Besonders dann, wenn auch noch Schnee liegt, und die Landschaft um einem herum in einem magischen Weiß erstrahlt? 

Wenn du auch dieser Meinung bist, habe ich hier den 2. Eintrag aus meinem Abenteuerbuch. Die Eindrücke, die ich erlebt habe, müssen einfach für mein „Älteres Ich“ festgehalten werden. Vielleicht bekomme ich mich so später auch wieder zum Lachen. 😅


Titel: Frühschicht mit Schnee
Datum: 09. Februar 2021 (Dienstag) 
Aktivität und Ort: Wandern in den Weinbergen von Würzburg, Stadtteil Grombühl 
Dauer und Kilometer: 1Std und 41Min für 4,99km (mit kleinen Pausen ca. 2½Std) 
Wetter: Bewölkt bei Temperaturen von ca. -6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: magisch, fundlos, nass 

Endlich mal wieder Frühschicht. Endlich mal weiß ich, was ich mit dieser kostbaren Zeit anstellen kann. Statt einfach nur nach Hause zu fahren und mich zu langweilen, hatte ich bereits am frühen Morgen eine Idee gehabt:

„Du packst gleich deine Wanderschuhe ein, schreibst Danny eine Nachricht, dass du nach der Arbeit noch wandern gehst. Nach Feierabend gehst du wieder hoch in die Weinberge. Mit einer kleinen Runde kannst du noch den einen Geocache einsammeln. So kommst du auf jeden Fall glücklich und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.“

„Gedacht – Getan“ würde ich da sagen. Denn genau so kam es dann auch. Zwar hatte ich nicht meine Wanderschuhe mitgenommen, (das Profil von denen ist schon relativ sehr weit abgelaufen, und auf das Rutschen im Schnee und Eis, eventuell noch mit einem Sturz… Ja, darauf konnte ich sehr gut verzichten), dafür nahm ich meine Joggingschuhe für den Sommer mit. 

Im Nachhinein weiß ich aber, dass es trotzdem keine gute Idee von mir war. Aber wie heißt es so schön? Man lernt aus seinen Fehlern. Also hoffe ich zumindest. 😅

Auf der Arbeit war zum Glück nicht so viel los, so dass ich endlich mal ein paar „Überstunden“ abbauen konnte und eine halbe Stunde eher los ging. Und ja, nur zum Klarstellen: Jede noch so kleine Minute zählt bei mir bereits als Überstunde. Mal sehen, wie lange ich diese Eigenschaft noch beibehalten. 😂

Somit bin ich am unteren Ende der “Ernst-Reuter-Straße” im würzburger Stadtteil Grombühl gestartet. Und gleich zum Anfang ging es erstmal bergauf. Da mir einige Leute beim Spielplatz entgegen kamen (und man darf nicht vergessen, wir befinden uns noch in der Corona-Pandemie), wechselte ich in eine kleine Nebenstraße und umrundete so den Platz. 

Danach ging es dann mit zügigen Schritten zur Nervenklinik. Und da muss ich noch sagen, dass ich vor diesem Gebäude großen Respekt habe. Wieso das so ist? Das weiß ich selber nicht genau. 😅

Doch schnell bog ich dort in den recht steilen Anstieg der “Rimparer Steig”. Puh… kam ich da ins Schwitzen. Mein Atem ging sehr stockend und so merkte ich, dass der Winter meine gute Kondition vom letzten Sommer wieder vernichtet hat. So kam mir erst der Gedanke, ob ich diese Tour nicht einfach abbrechen sollte. Doch ich entschied mich anders: Zähne zusammenbeißen und los. 

Als ich dann auf dem “Schalksbergweg” war, die letzten Wohnhäuser hinter mir gelassen habe, konnte mich eine Aussicht über Würzburg in meinem Vorhaben wieder bestärken. Meine “kleine” Stadt unter einer Schneehaube – ein wahrer Traum! Doch den besten Ausblick hatte ich erst am oberen Ende, bzw. direkt beim “Terrior F – Würzburg”.

Doch allzu lange konnte ich mich dort nicht aufhalten. Meine Füße fingen bereits an kalt zu werden. Also ging es weiter hoch auf den “Oberer Schalksbergweg”. Dort genoss ich in voller Ruhe das Knirschen unter meinen Schuhen. Gerade solche Geräusche machen für mich den Winter aus. 

Kurz vorm Ende der Straße bog ich in ein Wald-/Parkgebiet ab. Eine traumhafte, weiße Landschaft umschlang mich regelrecht. Und mein Lächeln im Gesicht wurde immer größer. So kam mir auch der Gedanke, einen kleinen Geocache hier in der Nähe gleich zu suchen. 

Doch leider blieb der Geocache an den Tennishallen für mich weiterhin verborgen. Statt eine kleine Dose in den Händen zu halten, hatte ich nun richtig kalte, und vor allem nasse Füße. Also ging es mit schnellen Schritten zurück in den Park, und daraufhin wieder runter vom Weinberg. 

Etwas erleichtert, dass ich heil unten angekommen bin (ohne auszurutschen und den steilen Abstieg auf dem Hintern runter zu rutschen), ging ich zurück zu meiner Arbeit. Mit schnellen Schritten, ohne dabei nach Links und Rechts zu schauen, kam ich endlich wieder an der “Ernst-Reuter-Straße” an. Und als ich schließlich in meinem Auto war, drehte ich erstmal die Heizung auf volle Stärke auf. 😅

Obwohl ich den Geocache nicht gefunden habe, war dieser Nachmittag trotzdem für mich gelungen. Dass ich mich tatsächlich aufgerafft habe, einen schönen winterlichen Spaziergang zu machen, statt mit dem Auto direkt nach Hause zu fahren, rechne ich mir selbst groß an. Denn ja, leider hat die aktuelle Corona-Pandemie meine Motivation auf ein kleines Abenteuer geschwächt. Aber wer weiß, vielleicht war dieses nun auch der Startschuss für viele weitere kleine Abenteuer. 


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen.