Unterwegs mit Geocaching: Streuobst-Erlebnisweg in Markt Herrnsheim

Eines möchte ich gerne vorweg sagen: Ich liebe jede Jahreszeit, die es gibt. 
Jede Jahreszeit hat ihre bestimmte Reize: Sei es der Frühling, wo die Farben der Natur langsam die Welt zum Leben erwecken, oder wie in diesem Beitrag der Herbst, der neben seinen bunten Laub auch das leckere Obst am Anfang der Jahreszeit zum Reifen bringt.

Und weil gerade dieses das fotografische Auge sehr zum Leuchten bringt, war ich auf einem Streuobst-Erlebnisweg unterwegs gewesen. Aufmerksam darauf wurde ich durch mein Hobby Geocaching, der mich mit einzelnen Aufgaben entlang des Weges führte.

Inhaltsverzeichnis

Wo befindet sich der Streuobst-Erlebnisweg
🔸 Spielerisches kennenlernen der Natur
🔸 Über den “versteckten” Geocache (Achtung – ggf. Spoiler-Gefahr)
Kleines, persönliches Fazit
🔸 Über die Wanderung zur Gemeinde Markt Herrnsheim
🔸 Das stille und heimliche Genießen der Natur
🔸 Glücksmomente der Finde (Achtung: ggf. Spoiler-Gefahr)
🔸🔸 Erinnerungen an den 1. Versuch
🔸🔸 Erinnerungen an den 2. Versuch
🔸 Der Rückweg über Willanzheim

Wo befindet sich der Streuobst-Erlebnisweg

Der Streuobst-Erlebnisweg befindet sich in der kleinen Gemeinde Markt Herrnsheim, welche sich im unterfränkischen Landkreis Kitzingen befindet. Als Anhaltspunkt: Kitzingen (die nächste, größere Stadt) befindet sich ca. 13 Kilometer entfernt. 

Direkt am Parkplatz befindet sich auch die erste Station, welche dann jedoch etwas aus der Gemeinde herausführt. Doch am Ende des 2 Kilometer langen Weges kann man selbst entscheiden, ob man auf dem direkten Weg zurück gehen möchte, oder noch etwas gemütlich durch die kleine Gemeinde schlendert.

Spielerisches kennenlernen der Natur

Auf 6 verschiedenen Stationen kann man spielerisch die Natur kennen lernen. Ideal, um seinen kleinen Sprössling die Vielfalt der Natur näher beizubringen. Aber auch für uns Erwachsene können so manche Informationen doch noch recht neu sein.

Sei es die verschiedenen Tierarten (von Spinnen bis hin zu den Vögeln) oder die verschiedene Fruchtsorten (von Äpfel bis hin zu Walnüssen) – gibt es im Allgemeinen eine Menge zu entdecken. Und dabei sind es nicht nur die Schautafeln am Wegesrand, sondern die kleinen “Mitmach”-Stationen, die diesen Erlebnisweg so interessant machen. Denn wer hat zum Beispiel schon selber ein eigenes Spinnennetz gesponnen?

Und für ganz Neugierigen unter uns, gibt es immer mal wieder ein großes Inforad. Selbst die kleine Shelly konnte nicht widerstehen, und musste sich informieren, was man alles aus dem Obst machen kann.

Wer aber lieber die Natur um einem herum genießen möchte, kann dieses nicht nur von der Bodenebene. Mit einer kleinen Erhöhung und dem entsprechenden Fernrohr kann man so die Landschaft um einem herum besser erforschen. Und dabei geht der Blick sogar bis zum Schwanberg.

Aber auch die einzelnen Obstsorten kann man auf der großen Wiesen besser kennen. Sei es durch die Form des Stammes, die Form der Blätter, oder die Form und Farben der Früchte. An jedem Baum findet sich ein kleiner Infostand zu der jeweiligen Obstsorte. Doch Vorsicht: nicht überall darf genascht werden! Bestimmte Bäume sind dementsprechend gekennzeichnet.

Und wem das noch nicht genug ist, kann an der 6. Station einem Märchen lauschen, oder es ggf. selber lesen. Ein schattiger Platz unter dem Baum lädt ideal zu einer kleinen Pause ein.

Über den “versteckten” Geocache (Achtung – ggf. Spoiler-Gefahr)

Vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass ich den Spaß an diesem Hobby nicht kaputt machen möchte. Aus diesem Grund versuche ich so gut wie möglich, ohne irgendwelche Spoiler über die einzelnen Geocaches zu berichten. Jedoch können bestimmte Orte, Landschaften & Gebäude dazu führen, dass der eine oder andere Geocacher gespoilert wird. 

Falls du nun selbst diesen Geocache aufsuchen möchtest, und dir unsicher bist, in diesem Beitrag Spoiler zu finden, bitte ich dich: Gehe einfach zur nächsten Überschrift weiter, und lies dir gerne im Anschluss deines Geocaching-Abenteuers diesen Beitrag erneut durch. Vielleicht kannst du mir auch von deinen Erlebnisse berichten.

Bei diesem Cache handelt es sich um einen Multicache, der zum größten Teil auf der Strecke des Streuobst-Erlebnisweg liegt. Mit einer Länge von 1,5 Kilometern, ist er mit kleinen und spielerischen Einlagen, sowie mit dem Entdecken der Natur innerhalb von 2 Stunden machbar. Natürlich kann man sich auch etwas mehr Zeit lassen und die Natur um einem herum genießen. Genug Rastplätze gibt es hier auf jeden Fall.

Um an die Finalkoordinaten zu gelangen, muss man 5 kleine Aufgaben erledigen. Diese sind auch relativ einfach. Denn selbst ich tue mich bei manchen Multicaches recht schwer und logge da eher ein DNF als ein Found. Doch hier hatte ich gleich auf anhieb die richtigen Lösungen parat gehabt.

Gestartet wird am Parkplatz des Streuobst-Erlebnisweg, jedoch führt einem der Cache auf die andere Seite der Straße. Bei Familien mit Kindern, oder auch generell an alle Cacher: Passt da bitte etwas auf die Autos auf. Die Autos können recht schnell diesen kleinen Berg herunterkommen, da man sich hier direkt am Ortseingang befindet.

Da der Streuobst-Erlebnisweg für Familien mit Kindern angelegt ist, kann man hier auch mit seinen kleinen Nachwuchs-Cachern richtig viel Spaß haben. Die Aufgaben sind so ausgelegt, dass sogar die Kleinen wahre Erfolge beim Lösen der Aufgaben feiern können. Und zwischendurch gibt es sogar noch einen “kleinen Spielplatz”, wo sie noch ihre restliche Energie richtig ausleben können.

Jedoch beim Final angekommen, wäre es hilfreich, wenn man eine bestimmte Größe hat. Selbst ich als eine etwas kleine Frau, von einer Größe mit 1,60m, hatte etwas Probleme an die Dose zu kommen. Doch passenderweise liegen in der Nähe gleich die entsprechenden Hilfsmittel. Bei Kindern bitte immer dabei sein, es könnte sonst zu Verletzungen führen.

Nach dem Eintragen ins Logbuch hat man noch die Möglichkeit, auf den direkten Weg wieder zurück zum Parkplatz zu gehen (falls man mit dem Auto anreist), oder noch den restlichen Weg entlang wandern und dabei die Natur zu genießen. Egal für was du dich dabei entscheidest, du wirst mit einem Lächeln deinen Weg gehen.

Es handelt sich dabei um den Multicache “GC60JQG – Streuobst Erlebnisweg Markt Herrnsheim” und ist zu finden in meinen Lesezeichenlisten bei Geocaching.com:

Geocaching in Franken: https://coord.info/BMA7CHA
Geocaching in Unterfranken: https://coord.info/BMA7CHB
Cache-Empfehlung Kitzingen & Landkreis: https://coord.info/BM9CGPB


Kleines, persönliches Fazit

Mitte September machte ich mich auf, um nach Markt Herrnsheim zu gelangen. Als kleine Abenteuerin, die gerne auch die Mikroabenteuer vor der eigenen Haustür liebt, bin ich die gesamte Strecke gewandert. Das Auto blieb einfach Zuhause stehen.

Wer dieses aber nun nicht genau nachmachen möchte, kann natürlich auch mit dem Auto anreisen. Den passenden Parkplatz gibt es dort an der 1. Station des Streuobst-Erlebnisweg.

Über die Wanderung zur Gemeinde Markt Herrnsheim

Die Strecke nach Markt Herrnsheim ist ca. 8 Kilometer lang. Hin- und Rückweg, mit dem  eingerechneten Streuobst-Erlebnisweges, bin ich an diesem Tag ca. 18 Kilometer gewandert. Welches ich später doch ein wenig in den Beinen gespürt habe.

Gestartet bin ich in meiner kleinen Gemeinde Markt Einersheim. Und das, wie bereits beschrieben, vor der eigenen Haustür. Da aber nun nicht jeder weiß, wo ich wohne, gebe ich hier das Freibad als Startpunkt an. Dort bin ich nämlich auch entlang gelaufen, und hier wären außerdem ein paar Parkplätze für die Abenteurer unter euch, die gerne diese Wanderung nacherleben möchten.

Vom Freibad aus bin ich einfach den Rad-Wander-Weg nach Iphofen/Willanzheim gefolgt. So könnte man dieses Abenteuer auch mit dem Fahrrad unternehmen. Doch hier muss man etwas aufpassen: Markt Herrnsheim ist nicht direkt ausgeschildert, sondern man sollte zunächst die Ausschilderung nach Willanzheim, und danach nach Mönchsondheim nehmen.

Und genau das tat ich auch: An der Vogtsmühle, wo man auch eine schöne kleine Rast einlegen könnte, bin ich auf den Weg nach Mönchsondheim umgestiegen. Während meines Weges überlegte ich, ob ich dort den versteckten Multicache an der Kirchenburg in Mönchsondheim auch noch mitmache. Aufgrund der vielen Touristen an diesem Tag, verschob ich jedoch dieses Vorhaben.

Ab Mönchsondheim war der Weg auch ausgeschildert und so folgte ich ihn entlang der Felder. Zu meinem Erstaunen sind mir an diesem Tag nicht nur Radfahrer begegnet, sondern auch viele Spaziergänger und Wanderer. Je näher ich der Gemeinde Markt Herrnsheim kam, um so mehr Obstbäume standen auch am Wegesrand.

Das stille und heimliche Genießen der Natur

So schlenderte ich gemütlich durch die Gemeinde Markt Herrnsheim, bis ich schließlich am Ziel meiner Wanderung ankam: Der Parkplatz am Streuobst-Erlebnisweg, welcher auch als Start dieser Runde gedacht war.

Da ich bereits schon einmal hier war, kannte ich den Erlebnisweg schon und konnte mich so mehr den kleineren Details der Natur widmen: Wie das letzte, satte Grün der Wiesen und der Bäume, sowie das Summen um einem herum, oder die Konturen der einzelnen Schattenspiele, die auf meinem Weg lagen.

Natürlich musste ich auch wieder ein „kleines Kind“ sein, um die Welt um mich herum aus anderen Augen wahrzunehmen. So war ich neugierig, was mich hier und dort erwartete, und was ich im Allgemeinen noch entdecken kann.

Neben tollen und spielerischen Informationstafeln am Wegesrand, gab es natürlich auch viel reifes Obst zu sehen. Sei es am Boden liegend, oder noch „pflück bereit“ im Baum hängend. Aber vorsicht: Nicht jeden Baum kann man „ernten“. Bei manchen hängen Schilder dran, dass diese privat sind. Also lieber die Finger davon lassen.

Doch ja, ich konnte manchmal nicht wiederstehen und habe mal hier und mal dort etwas gekostet. Dabei schaute ich eher auf die Früchte, die bereits unten am Boden lagen, das somit genannte Fallobst. Und so kam es, dass ich sogar ein paar reife Zwetschgen entdeckte.

Ein kleiner Bissen reichte schon aus, um das herrliche Gefühl des Spätsommers ins mir zu wecken.

Glücksmomente der Findung

Nun muss ich gestehen, dass dieser Cache bereits mein 3. Anlauf war. Nicht, weil er so schwer zu finden war, sondern durch kleine Ereignisse meinen Logbuch-Eintrag erschwert haben:

Der erste Versuch

Erst letztes Jahr war ich diese Strecke bereits mit dem Fahrrad gefahren. Bis nach Markt Herrnsheim bin ich auch gekommen, doch dann machte es „Beng“ – und somit hatte ich meinen erster Platten. Was mich am meisten ärgerte: Ich stand so kurz davor, diese Geocaching-Runde zu beginnen.

Da ich außerdem kein Fahrradschloss mit hatte, um es anzuschließen und dann zu Fuß diese Runde zu bestreiten – und ich außerdem auch keine Lust hatte, ein „plattes“ Fahrrad die ganze Strecke zu schieben – entschied ich mich auf eine Abholung. Rief somit meinen Freund an, der dann auch sofort kam.

Der zweite Versuch

Bei meinem zweiten Anlauf war ich auch hierher gewandert. Es war eine tolle frühlingshafte Wanderung gewesen. Angedacht war, diesen Erlebnisweg in seiner Apfelblüte zu sehen. Gelungen ist mir dieses auch, aber leider war kein Cache vorhanden. Als ich den Owner anschrieb, bestätigte er mir meinen Verdacht: Die Dose war verschwunden.

Naja… Etwas Gutes hatte es auch. Die einzelnen Aufgaben waren bereits erledigt und die Final-Koordinaten berechnet. Sobald die neue Dosen ausgelegt wurde, müsste ich nur noch auf den “direkten” Weg dorthin, um mich endlich ins Logbuch einzutragen.


Und ja… An diesem Tag war es nun soweit: Ich sah die Dose, wo sie sich auch befinden sollte. Doch nun gab es eben noch ein kleines Problem: Wie komme ich an sie heran?

Mit einem kleinen Trick, der leider etwas unsicher mit der Trittsicherheit war, hielt ich schließlich die Dose in meinen Händen. Und nach ein paar Handgriffen später, stand ich nun auch im ersehnten Logbuch.

Der Rückweg über Willanzheim

Wer mich nun schon etwas länger kennt, weiß unter anderem auch, dass ich selten den direkten Weg zurück nehme, den ich auch gekommen bin. Ich suche mir da lieber kleine „Zwischenwege“ aus, um so einen kleinen, persönlichen Rundweg zu gestalten. Denn wer weiß schon, was ich hier und dort noch entdecken könnte.

So beschloss ich auch bei diesem kleinen Abenteuer, nachdem ich den Geocache wieder dort versteckt habe, wo ich ihn gefunden habe, auch einen „kleinen“ Umweg zu gehen. 

Bereits bei meinem ersten (virtuellen) Mammutmarsch im Februar 2021 bin ich unter anderem diese Strecke gegangen. So weiß ich, dass es einen kleinen, leider nicht ausgeschilderten Weg nach Willanzheim gibt.

Übrings: Habe ich eigentlich mal erwähnt, dass ich im schönen Unterfranken lebe, und wir neben den Weinbergen auch andere, gleichgroße Erhöhungen haben? Falls nein, dann weißt du ja nun darüber Bescheid.

Denn der Weg zwischen den Feldern war ein reines auf und ab gewesen. Immer wieder kam der Kirchturm von Willanzheim ins Blickfeld, so dass man gut einschätzen konnte, wie weit die nächste Gemeinde noch liegt.

Doch entweder lag es an der puren Sonne, die vom Himmel schien, oder an meine Fußverletzung im letzten Sommer… Dieser Weg machte mir einfach nur zu schaffen. Immer wieder sehnte ich mich nach Schatten, und sobald es wieder bergan ging, wünschte ich mir eine Bank zum Ausruhen herbei.

Doch in Willanzheim angekommen, habe ich es auch gleich wieder verlassen. Mit anderen Worten: Ich habe diese kleine Gemeinde nur am äußersten Rand gestreift. 

Denn kurz darauf kam der Rad-Wander-Weg wieder in Sicht, der mich nach Hause führte. Und so hieß es für, die kommenden 8 Kilometer einfach nur „geradeaus“ gehen, ohne noch weitere Abzweigungen zu machen.


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald: Sonnenuntergang über den Baumkronen

Einmal den Sonnenuntergang über den Baumkronen mitzuerleben. Das klingt schon recht verlockend, doch ist irgendwie nur “schwer” umzusetzen. Mein erster Gedanke war, dass ich dieses nur mit der Kombination eines Rundfluges erleben kann. Doch dann bin ich auf eine Veranstaltung des Baumwipfelpfad Steigerwald gestoßen, die sofort meine kleine Abenteuerlust weckte.

Inhaltsverzeichnis

Der Baumwipfelpfad Steigerwald
🔸 Der Aufbau des Baumwipfelpfades
🔸 Spielerisches Kennenlernen der Natur
🔸 Eine Vielzahl an Tieren
🔸 Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise
Der Sonnenuntergang über den Baumkronen
🔸 Mein persönliches Erlebnis
Weitere Eindrücke bei YouTube

Der Baumwipfelpfad Steigerwald

Seit dem ich im schönen Weinland Franken wohne, habe ich mich regelrecht in den Naturpark Steigerwald verliebt. Gerne gehe ich hier wandern, und entdecke zu jeder Jahreszeit die Natur um mich herum. Ich muss schon gestehen: Viel zu entdecken gibt es auf jeden Fall. 

Nach dem Spessart ist der Steigerwald das zweitgrößte Laubwaldgebiet Bayerns. So kann man eine Vielzahl an verschiedene Baumarten entdecken, aber auch so manchen kleinen und großen Waldbewohner. Sei es von kleinen Echsen, die einem den Weg kreuzen, bis hin zum Wild, was man in der Ferne beobachten kann. Aber auch musikalisch ist es immer wieder ein Genuss in diesem Wald zu gehen. Die verschiedene Vogelarten bieten zu manchen Zeiten richtig tolle Lieder an. 

Aber ich möchte nicht nur den Steigerwald von der Bodenebene erleben, sondern ihn auch gerne etwas weiter höher kennen lernen. Sozusagen mit den Bäumen auf einer Augenlänge zu sein. Und dafür bietet sich der “Baumwipfelpfad Steigerwald” bei Ebrach ideal an.

Der Aufbau des Baumwipfelpfades

Auf einer Länge von 1.150 Meter geht man auf einem Holzsteg entlang der Baumkronen. Und was ich persönlich gut dabei finde, dass dieser Holzsteg aus den heimischen Hölzern besteht und nicht erst von weiter weg geliefert wurde.

Doch das Highlight auf diesem Baumwipfelpfad ist der 42 Meter hohe Aussichtsturm, der einen tollen Ausblick über den Steigerwald verschafft. Durch seine kelchförmige, öffnende Form kann man so Stück für Stück die einzelnen Etagen hochgehen und dabei miterleben, wie die einzelnen Bäume weiter oberhalb in den Baumkronen aussehen.

Und auch für Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, sowie Personen mit einem Rollator können an diesem Abenteuer daran teilnehmen. Die Wege sind eben, und auf dem Turm gibt es nur eine leichte Steigung. Meine Familie hat es selbst vor ein paar Jahren getestet und waren mit meiner gehbehinderten Mutter und ihren Rollator hier unterwegs gewesen.

Spielerisches Kennenlernen der Natur

Aber den Spaß auf dem Baumwipfelpfad findet jeder, egal zu welcher Altersklasse er gehört. Denn hin und wieder gibt es kleine Abzweigungen, wo es eine Art Parkour gibt, welche man überwinden muss. Und ich als großes, erwachsenes und spielendes Kind musste dieses natürlich auch selbst ausprobieren, und fand sie sehr amüsant.

Doch wer nun etwas Angst vor der Höhe hat und nicht gerade auf Seilen über den Boden balancieren möchte, kann seinen Spaß auch mit dem Entdecken um einen herum haben. Dafür stehen genügend Informationstafeln über den Wald und der nachhaltigen Nutzung durch die Forstwirtschaft und Jagd zur Verfügung.

Und wem das noch nicht genug ist, kann sich auch die “Wipfel-App” herunter laden und dort mit Quizfragen und Spielen die Natur um einen herum kennen lernen.

Eine Vielzahl an Tiere

Doch wer sich nicht nur die verschiedene Arten der Bäume sich genauer anschaut, kann auch hier eine Vielzahl von Tieren entdecken. Sei es die ganzen Vogelarten um einem herum, die hier und dort auf einem Ast sitzen. Oder die Hirsche und Rehe am Aussichtsturm, welche man auch füttern kann. Oder wer direkt auf Tuchfühlung mit den 4-Beiner machen möchte, kann nach dem Verlassen des Pfades in das begehbare Wildgehege gehen. Dort erwarten einen unter anderem Hasen und Ziegen darauf, von euch gestreichelt zu werden.

Außerdem bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald regelmäßig Falknerei-Vorführungen, und das direkt oben auf dem Turm. Viel dazu kann ich leider noch nicht sagen, da ich selbst an so einer Veranstaltung noch nicht daran teilgenommen habe. Dieses aber demnächst nachholen werde.

Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise

Wer nun dort nicht direkt in der Umgebung wohnt, kann auch gerne mit dem Auto anreisen. Direkt an der B22 gibt es einen großen Parkplatz, wo man sogar auch sein E-Auto aufladen kann. Mit einem anschließenden, kleinen Spaziergang von nur 5 Minuten, erreicht man auch schon den Eingang des Baumwipfelpfades.

Vorher gibt es aber schon eine Menge zu sehen und auch zum Spielen:
Ein kleines Bienenhäuschen bringt einen regelrecht zum Staunen, wie das Treiben in den Honigwaben von statten geht. Und ein paar Schritte weiter kann man mit einem kleinen Balance-Akt schauen, ob man auch höhenfest ist.

Aber was kostet nun der ganze Spaß?

Erwachsene zahlen 10€ und Kinder (von 6-15 Jahren) einen Preis von 6,50€. 
Doch als Familie muss man nun nicht alles zusammen rechnen, es gibt ein Familienticket für 22€.
Und falls man ohne den Partner, oder als alleinerziehende Person mit seinem Kind anreist, bezahlt einen Eintritt von 13€. 
Als Schüler, Student, Auszubildende, aber auch gehbehinderte Menschen, zahlen mit der Vorlage des entsprechenden Ausweisen einen Preis 9€.


Der Sonnenuntergang über den Baumkronen

Mehrmals in den Sommermonaten bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald auch verlängerte Öffnungszeiten an. Diese gehen dann bis 21:30 Uhr und die Kosten sind die normal geltenden Eintrittspreise. Doch warum ist der Baumwipfelpfad an diesen Tagen länger geöffnet?

Wer einmal die Abendstimmung, sowie den passenden Sonnenuntergang über den Bäumen des Steigerwaldes miterleben möchte, ist hier genau richtig. Zu spüren, wie alles um einem herum stiller wird, zu sehen, wie der Wald selbst immer dunkler wird, ist ein einzigartiges Erlebnis, und das in einer Höhe von 40 Metern.

Auch für die Fotografen sind solche “Veranstaltungen” ideal, um ein tolles Shooting der untergehenden Sonne oberhalb der Baumkronen festzuhalten. Und genau das war der Grund, warum ich selbst dort war.

Mein persönliches Erlebnis

“Bewaffnet” mit meiner kleinen Fotoausrüstung machte ich mich Anfang August auf den Weg zum Baumwipfelpfad. Ich bin schon relativ früh hingefahren, da ich mir Zeit lassen wollte, um alles in Ruhe dort zu genießen.

Als ich den Eintritt von 10€ bezahlt habe und die ersten Schritte auf den Holzsteg machte, merkte ich relativ schnell, dass ich hier doch alleine unterwegs bin. Es war relativ still um mich herum gewesen, zumindest was die Laute der Menschen angeht.

Hier und da hörte ich die Vögel zwitschern, oder das Reiben der Baumstämme aneinander. Denn ja… Wir hatten an diesem Tag etwas Wind gehabt, was außerdem schon ausreichte, dass sich die einzelne Bäume bewegten.

An diesem Abend war ich selbst mal wieder ein kleines Kind gewesen und probierte hier und dort auch die verschiedene Stationen aus. Es hat mir richtig viel Spaß dabei gemacht. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ich einfach unbeobachtet war und so die Welt aus kindlichen Augen wahrnahm.

Doch all zu lange habe ich mich damit auch nicht aufgehalten, denn schließlich war mein Ziel die obere Plattform des Aussichtsturmes. Also ging ich mit schnellen Schritten in die Höhe und sah dabei zu, wie die Bäume immer mehr aus meinem Sichtfeld entwichen.

Oben auf dem Aussichtsturm angekommen, ging ich gemütlich die obere Runde. Dabei ging mein Blick immer in die Weite des Steigerwaldes. Es ist schon recht erstaunlich, wie groß der Nationalpark Steigerwald ist, und wo sich ungefähr einzelne Städte und Gemeinde sich befinden können.

So versuchte ich immer, irgendwie kleine Anhaltspunkte von der Gegend zu erkennen, um mich etwas besser zu orientieren. Als ich schließlich den Schwanberg erblickte, kam sofort ein kleines Lächeln ins Gesicht. Denn genau dort, befindet sich nämlich mein Zuhause.

So suchte ich mir einen geeigneten Platz, baute mein Stativ auf, und habe daraufhin gewartet, dass der Zauber beginnt. Doch am Anfang hatte ich meine Zweifel. Dicke Wolken zogen mit dem Wind auf, und versperrte somit die Sicht auf die Sonne.

“Soll ich lieber gehen?” waren meine Gedanken gewesen. Schon innerlich leicht enttäuscht, dass nun dieses Vorhaben nicht ganz so verläuft, wie ich es mir Tage vorher schon ausgemalt habe, kam mir jedoch ein Spruch von einem Fotografen ins Gedächtnis: Fotografie bedeutet Geduld

Geduld… Ein Wort, welches ich kaum kenne. Ich hetze den ganzen Tag von Termin zu Termin und versuche alle Punkte auf meiner To-Do-Liste zu erfüllen. Sich dabei mal zu entspannen und etwas Geduld zu haben, ist bei mir wirklich eine Seltenheit. Doch an diesem Abend brachte ich dann doch die entsprechende Geduld auf.

Die Wolken zogen teilweise fort und die Sonne schien immer wieder durch die entstehende, freie Fläche. Nach und nach näherte sich die Sonne den Baumkronen und verfärbte dabei den Himmel ein ein traumhaften Rot-Lila. Um einem herum wurde es immer stiller und dunkler.

Als die Sonne dann komplett verschwunden war und somit die blaue Stunde anfing, packte ich meine Fotoausrüstung wieder zusammen und machte mich auf dem Weg runter vom Turm. Erst dabei merkte ich, wie dunkel es nun am Erdboden bereits ist. Mit Hilfe einer Taschenlampe ging ich Schritt für Schritt weiter, bis ich schließlich wieder an meinem Auto angekommen bin.


Weitere Eindrücke bei YouTube

Für mich war es ein unbeschreiblich und einzigartiger Abend gewesen. 
So einen Sonnenuntergang über den Baumkronen habe ich bereits vor einem Jahr hier miterlebt. Und ja… Genau an diesem Abend musste ich mich auch in der Sache “Geduld” üben. Aber es hatte sich da bereits schon gelohnt, so dass die Wiederholung definitiv feststand.

Es war wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal gewesen, dass ich die Chance der verlängerten Öffnungszeiten des Baumwipfelpfad Steigerwald genutzt habe. Die Sonne beim Untergehen zuzusehen, hat mich regelrecht magisch gefesselt.

Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr, wo ich an einem Sommerabend oben auf dem Aussichtsturm stehe und dabei dieses Naturspektakel miterleben kann. Doch bis dahin habe ich noch etwas für dich:

Falls du nun neugierig geworden bist, dir aber noch ein paar weitere Impressionen fehlen, um selbst ein kleines Abenteuer auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald zu erleben, kannst du dir auch meine Erlebnisse von diesem Abend auf YouTube anschauen.


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?