Persönliches

Ich sehe mich selbst als Abenteurerin, und wie siehst du mich?

In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Gedanken beschäftigt, wie andere Menschen mich wahrnehmen, und vor allem, was sie über mich sagen würden, wenn ich eines Tages nicht mehr auf der Welt bin. Wir alle haben schließlich viele Träume, wie das eigene Leben aussehen sollte. Doch um ehrlich zu sein, bleiben viele dieser Träume auch nur Träume. Und genauso war es bis vor kurzem auch bei mir gewesen.

Ich selbst sehe mich als eine Art kleine Abenteurerin, die ihre Zeit am liebsten draußen in der Natur verbringt. Dabei werden unbekannte Gebiete entdeckt, kleine Schätze gefunden, oder das Gefühl vom Entschleunigen aus dem Alltag wahrgenommen.

Doch eines Tages wurde mir bewusst, dass dies doch nur ein Traum ist, den ich eigentlich nur in meiner Fantasie auslebe. Erst recht, als eine sehr nahestehende Person mir sagte, dass er mich nicht in meinem Traumleben sieht. 

Mir wurde bewusst, dass ich ganz anders von meiner Umwelt wahrgenommen werde, als ich eigentlich möchte. Diese Erkenntnis machte mich erst traurig, dann wütend… Doch schließlich kam die Einsicht und auch der kleine Plan, wie ich meinen Traum als Abenteurerin zu mir ziehe, und ihn auch leben werde. 


Mit diesem Beitrag möchte ich dich herzlich einladen, mich auf diesem Weg der Erfüllung meines Traumes zu begleiten. Denn schließlich sind wir ja ehrlich: Du bist bereits schon auf meinem Outdoor-Abenteuer-Blog gestoßen, um vielleicht selbst etwas Inspiration und Motivation zu finden, dein eigenes kleines Abenteuer draußen in der Natur zu erleben. 

Mit meinen vielen Gedanken rund um das Thema “Traumleben/-beruf Abenteurerin” möchte ich so eine kleine Serie starten – vom Aufwachen aus dem Traum, über das Durchkämpfen der Planung zur Realisierung, bis hin zur Erfüllung des Traumes. 

Heute jedoch geht es erstmal darum, wie ich bemerkte, dass mein Traum bisher nur ein Traum war. Für mich selbst war dies ein harter Einschnitt in meinem Leben gewesen, welchen ich gerne mit dir teilen möchte. 

In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Lesen, und wer weiß… Vielleicht regt dich diese Beitragsserie auch zum Nachdenken an, was eigentlich dein Traum ist, und wie du ihn selbst erreichen kannst.

Inhaltsverzeichnis

🔸 Mit Achtsamkeit und Minimalismus zum Traum als Abenteurerin
🔸 “SLOW – Einfach Leben”
🔸 Schreibe deine eigene Grabrede
🔸 Ich sehe dich nicht in deinem Traum
🔸 Meine persönliche Motivation zum Erreichen der Träume

Ich bin eigentlich kein Mensch von langen Ansprachen. Eher im Gegenteil. Als introvertierte Person liebe ich eher die kurzen Reden, wo man gleich auf den Punkt kommt. So fiel es mir bereits in meiner Schulzeit schwer, ein Referat zu halten, statt nur ein paar direkte Sätze zu diesem Thema zu sagen.

So habe ich versucht, die Einleitung von diesem Beitrag relativ kurz zu halten. Immer wieder habe ich ihn mir durchgelesen, um zu schauen, wo ich noch etwas kürzen könnte. Mein Gedanke war: Eigentlich sollten ein paar kurze Sätze genügen, um den Leser darauf aufmerksam zu machen, worum es gehen soll. Aber irgendwie ist mir dieses nicht gelungen. Aber was soll’s… Es geht schließlich auch um meinen großen Traum. 

Mit Achtsamkeit und Minimalismus zum Traum als Abenteurerin

Wenn man sich meine Einleitung noch einmal bewusst durchliest, könnte man denken, dass ich mich in der aktuellen, saisonalen Depression (auch als Herbstblues bekannt) befinde. Denn wer würde schon freiwillig darüber nachdenken, wie die Menschen über einen denken, wenn man eines Tages nicht mehr auf dieser Welt ist?!

Es kann gut angehen, dass ich mich zurzeit in einer depressiven Stimmung befinde. Mit meiner psychischen Erkrankung der Borderline-Persönlichkeitsstörung habe ich ständig eine Achterbahnfahrt meiner Gefühle und meiner Stimmung. Aber nein, es liegt nun nicht an meiner Borderline-Störung, dass ich diese Zeilen verfasst habe. 

Seit meinem Burnout Anfang des Jahres befasse ich mich viel mit dem Thema Achtsamkeit und Minimalismus. Für mich sind es bereits feste Bestandteile in meinem Leben geworden, welche ich auch sehr gerne ausübe. Doch was hat nun “Achtsamkeit und Minimalismus“ mit meinem Traum als Abenteurerin zu tun? 

“SLOW – Einfach Leben”

Vor kurzem bin ich auf das Buch “SLOW – Einfach Leben” von Brooke McAlary aufmerksam geworden. Hierbei handelt es sich nicht nur um den “typischen” Minimalismus in den eigenen 4 Wänden – sprich vom Ausmisten und Aussortieren – sondern auch um den Minimalismus in einem selbst (Achtsamkeit). 

Bereits nach den ersten Seiten des Buches merkte ich, dass ich sehr viele Parallelen mit der Autorin habe. Sie selbst litt unter Depressionen, Burnouts – und rutschte manchmal von einem ins andere, ohne dabei sich eine “Pause” zu gönnen. Und genau das spiegelt eigentlich auch mein Leben wider, nur nennt es sich in meinem Fall Borderline-Persönlichkeitsstörung. 

Ein typisches Symptom dieser psychischen Erkrankung ist die schwere Antriebslosigkeit. Man möchte so gerne seinen Hobbys nachkommen, um sich so ein paar Glücksmomente zu schaffen – doch man schafft meistens noch nicht einmal den ersten Schritt in diese Richtung. 

Bei der Autorin ging es über ihre Leidenschaft des Schreibens. Als Selbstbetroffene weiß ich genau, wie qualvoll und belastend diese Antriebslosigkeit sein kann. Man spürt den innerlichen Wunsch, genau diese Tätigkeit zu machen, die uns glücklich macht – aber man kommt einfach nicht vorwärts. 

Schreibe deine eigene Grabrede

Manchmal helfen uns nur kleine, unscheinbare Dinge, die Fesseln der Antriebslosigkeit zu lösen. Wie in dem Fall der Autorin mit einem Buch, welches über 600 Ideen beinhaltet, worüber man schreiben könnte. (So ein ähnliches Buch, nur eben auf mein Hobby mit dem Outdoor-Abenteuer bezogen, steht sogar selbst bei mir im Regal. Ab und zu nehme ich es zur Hand, um meine Abenteuerlust wieder zu wecken.)

Ohne viel darüber nachzudenken, schlug sie einfach eine Seite auf und wollte sich dieser Aufgabe stellen. Es klingt zwar nun etwas komisch, aber als sie las, sie soll ihre eigene Grabrede schreiben, ging sie voller Freude an die Arbeit. 

Erst beim Beenden der Aufgabe, sowie beim erneuten Durchlesen ihres Textes, ist ihr etwas aufgefallen: Sie selbst wünscht sich ein Leben, welches sie nicht führt. Und dabei geht es nicht um den falschen Partner, den falschen Beruf oder so – sondern um die “falschen” Prioritäten im Leben.

„Peter und Paul Kapelle“ auf Fehmarn

Dieser Abschnitt im Buch brachte mich zum Nachdenken. Nach ein paar Tagen wollte ich mich selbst dieser Schreibaufgabe stellen und schrieb somit meine eigene Grabrede. (Bitte einmal kräftig aufs Holz klopfen, dass dieser Moment im Leben, wo sie gebraucht wird, nicht allzu schnell kommt. Schließlich möchte ich ja doch noch das eine und andere Abenteuer erleben.) 

Genau wie bei der Autorin wurde mir bewusst, dass ich mein Leben ganz anders sehe, als ich es lebe. Unter Anderem schon allein aus dem Punkt, dass ich schrieb: „Sie war eine kleine Abenteurerin – ständig draußen in der Natur unterwegs, um etwas Neues zu entdecken.” In gewisser Weise könnte man nun sagen, dass ich das ja auch bin. Doch es gab einen weiteren tiefen Schlag in die Magengrube, der mich weiterhin zum Nachdenken meines Lebens und meines Traumes führte. 

Ich sehe dich nicht in deinem Traum

Bereits vor Corona träumte ich davon, mein kleines Auto in ein Mikrocamper umzubauen und so über die Wochenenden ganz Deutschland zu bereisen. Für mich bedeutet dies: Der Kofferraum wird als Schlafquartier umgebaut, darunter befindet sich ein Stauraum für die Outdoor-Ausrüstung – mehr brauche ich nicht für den Moment des Glücklichseins.  

Doch nach und nach schlich sich der Traum eines Camper-Vans ein. “So eine kleine Küchenzeile zu besitzen, mit einem kleinen Tisch zum Arbeiten, genau das wäre ja doch nicht verkehrt, oder?” Davon mal abgesehen, träume ich bereits seit Jahren von einem VW Bulli – am liebsten sogar den T2, den ich mir wohl nie preislich leisten könnte. 

An einem Abend fragte ich meinen Partner, wann wir denn das Projekt Camper-Van in Angriff nehmen wollen. Dabei kamen mir eher die Gedanken, wie viel Geld wir für den Umbau zur Seite legen müssen, und für welches Fahrzeug wir uns entscheiden, damit es mir und meinen Abenteuern auch gerecht wird. 

Mit seiner Antwort, die gleich darauf folgte, hätte ich nie im Leben gerechnet: “Ich sehe dich nicht als Camper, oder als Abenteurerin. Du möchtest immer so viel, aber gehst nie die ersten Schritte. Lass es Träume sein, die dich glücklich machen – aber rede dir nicht ein, dass du es wärst.”

„Steilküste Staberhuk“ auf Fehmarn

Autsch – das tat ordentlich weh. Und dank meiner psychischen Erkrankung hat mich diese Äußerung so stark getriggert, dass ich gleich in ein tiefes Loch fiel. Natürlich war ich am Anfang enttäuscht, traurig und wütend gewesen. Ich schwor mir, dass ich es ihm beweisen werde. Doch im Nachhinein ist mir auch bewusst geworden, dass dies genau der falsche Weg wäre. 

Meine persönliche Motivation zum Erreichen der Träume

Denke ich nun wieder an meine Grabrede, die ich für die Zukunft verfasst habe, ist mir eines bewusst geworden: Ich bin überaus dankbar, dass mein Partner mir die nackte Wahrheit über mich vors Gesicht gehalten hat. Ich selbst sehe mich als etwas an, das dank der schweren Antriebslosigkeit meiner psychischen Erkrankung nur in meiner Fantasie stattfindet. 

Doch andererseits fragte ich mich auch, was das dann für ein Leben wäre, wenn man seine Träume nicht erfüllt (oder es zumindest versucht) und so ein Stückchen mehr glücklich ist? 

So nehme ich nun all meinen Mut zusammen, um meinen Traum wahr werden zu lassen. Zu verlieren habe ich in dieser Hinsicht sowieso nichts. Und falls mal wieder ein kleines Tief über mich und mein Leben kommt, schaue ich mir einfach die Grabrede an, die ich für mich selbst verfasst habe. 

Denn eines möchte ich noch klarstellen: Mein Ziel ist es nicht, eine Abenteurerin oder Bloggerin zu werden, sondern, dass ich eines Tages vom Himmel her die Leute sagen höre, was ich mir mit 36 Jahren vorgestellt habe. Und dafür bleibt mir hoffentlich noch genügend Zeit, diesen Traum auch zu erfüllen. 

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