1. Etappe des virtuellen Jakobsweg „Camino Francés“ (Wandertagebuch)

Direkt am Jahresanfang 2021 fragte mich die liebe Verena vom Outdoor-Blog „Hinter dem Horizont„, ob ich nicht Interesse hätte, gemeinsam mit ihr den französischen Jakobsweg „Camino Francés“ virtuell zu laufen. (Worum es dabei genau geht, erfährst du in meinem ersten Bericht über dieses virtuelle Wander-Event: „Virtueller Jakobsweg – Darum geht es„) 

Etwas skeptisch, aber dennoch neugierig, sagte ich zu. Schnell bin ich an die Garderobe im Flur gelaufen, die Wanderschuhe hektisch angezogen und los ging meine Reise. Ja okay… Der Elan blieb noch am Tag der Anmeldung aus. 😅 Dafür war ich aber die Tage darauf unterwegs gewesen, wovon ich dir nun gerne etwas berichten möchte. 

03. Januar 2021 – Kleine Schneewanderung in Schlüsselfelder Wald

Ich meine mich noch vage zu erinnern, dass mich Verena am 02. Januar 2021 nach diesem virtuellen Wanderweg gefragt hatte, wir aber erst am nächsten Tag los gingen, um die ersten Kilometer dafür zu sammeln. 

Dabei hatten wir auch relativ viel Glück mit der Landschaft um einem herum gehabt, da es in der Nacht davor leicht geschneit hat. Wo es in Würzburg bei Verena nur eine leichte Schneedecke gab, war ich in einem richtigen Winterwald bei Schlüsselfeld unterwegs gewesen. 

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich bereits bei der Autofahrt ein breites Lächeln im Gesicht hatte. Die schneebedeckten Bäume am Wegesrand zauberten eine märchenhafte Landschaft. Und dieses Lächeln blieb auch bestehen, als ich aus meinem Auto stieg und das erste Kirschen unter meinen Schuhen vernahm. 

Endlich ein Winter mit Schnee“ waren dabei meine Gedanken gewesen. Denn ich muss zugeben, in den Jahren, wo ich hier in Unterfranken wohne, gab es nur relativ selten bis nie Schneefall. Um so glücklicher war ich, auch diesen Anblick einmal richtig zu genießen. 

Für die Wanderung hatte ich mir keine feste Route zurecht gelegt. Ich wollte einfach mal drauf los wandern, und schauen, was ich rechts und links am Wegesrand alles entdecken konnte. So kam schließlich eine kleine Wanderung von 4,7 Kilometer zusammen. 

06. Januar 2021 – Gemeinsame Wanderung mit Verena: TraumRunde Dettelbacher Dörfer

Auch wenn wir ein Team sind, wo jeder aber für sich seine Kilometer zusammen läuft, wollten wir trotzdem auch eine gemeinsame Touren starten. Der Vorschlag kam von der Verena, und ich denke, sie wollte mich in diesem Moment etwas aufbauen. 

Denn leider ging es mir seelisch nicht gerade gut. Dass ich meine Familie über Weihnachten und Silvester nicht sehen konnte, hatte mich schon sehr mitgenommen. Aber zum Glück ist ihr diese Aufmunterung auch gut gelungen. 😉

Raus gesucht haben wir uns die „TraumRunde Dettelbacher Dörfer„. Doch hätten wir vorher geahnt, was da auf uns zukommt, wären wir wohl ganz woanders wandern gewesen. 

Zuvor hat es die Tage ordentlich geregnet, so ist es kein Wunder, dass die Feldwege recht matschig und rutschig waren. Unsere Schuhe waren kaum noch wiederzuerkennen, ganz geschweige den Übergang, wo die Schuhe aufhören und die Hose beginnt.

Auch die recht kahle Winterlandschaft um uns herum hebte unsere Stimmung nicht ein wenig an. So hatte ich das Gefühl, dass wir wirklich um jeden Kilometer kämpften, den wir auch richtig gehen konnten. Ich habe auch des öfteren angeboten, ob wir nicht hier oder da eine kleine Abkürzung nehmen wollen. Doch Verena blieb eisern und so gingen wir den kompletten Wanderweg.

Matschig und kaputt von dem Kampf des Wanderweges kamen wir dann doch schließlich an unseren Autos an. Als ich einen Blick auf Komoot warf, kam dann auch das Lächeln ins Gesicht. Denn diese recht einzigartige Wanderung 😅 ergab für jeden an die 15 Kilometer, was somit 30 Kilometer mehr auf dem Jakobsweg entspricht. 

09. Januar 2021 – Der Panoramaweg Sommerhausen

Noch voller Motivation von unserer gemeinsamen Wanderung wollte ich unbedingt wieder am Wochenende raus. Wie gut, dass auch da das Wetter mitgespielt hat. Endlich wieder ein paar leichte Sonnenstrahlen, die den Winter etwas milder machten. 

Schon seit längerem wollte ich immer mal den Panoramaweg in Sommerhausen laufen. Durch eine Bekannte kannte ich nur einen Teilabschnitt von ihren Fotos, welche mich aber schon sehr neugierig gemacht haben. 

So ging es für mich nach dem Samstagsdienst im Labor in die kleine Gemeinde Sommerhausen, welche direkt am Main liegt. Schnell in die Wanderschuhe, den Rucksack auf den Rücken und los ging es. Doch schon nach den ersten paar Kilometern kam ich dann doch recht früh an meine Grenzen. Der Anstieg ging relativ steil hoch. Immer wieder blieb ich stehen, um die tolle Aussicht ins Maintal zu genießen und nebenbei wieder meine Atmung zu kontrollieren. 

Aber wenn man erst einmal oben angekommen ist, vergisst man schnell die kleine Strapaze von eben. Ein toller Weitblick in Ferne verzauberte mich regelrecht. Und dieser Anblick konnte ich die ganze Zeit über genießen. Egal um welche Ecke ich ging, oder wo ich auf einer kleinen Bank eine Rast macht – er war wie ein stetiger Begleiter mit dabei: Der Blick ins Maintal Richtung Ochsenfurt und/oder Würzburg

Ein weiteres Highlight auf dieser Runde war noch der alte Quaderkalkbruch. Allgemein finde ich stillgelegte Steinbrüche recht faszinierend. Ich frage mich da immer, wie sie früher hier gearbeitet haben. Wie kamen sie auf die Idee, so weit oben auf dem Weinberg einen Steinbruch aufzumachen, und vor allem wie haben sie das abgeschlagene Material wieder nach unten gebracht? Natürlich konnten die alte Schienen im Boden des Wanderweges die Antwort für die letzte Frage schon geben. 😉

Das einzige Stück, was ich mir nicht besonders gefiel, war der Rückweg nach Sommerhausen, der direkt neben der Bundesstraße entlang läuft. Hatte man erst die Stille der Natur genossen, um so vielleicht auch zur inneren Ruhe zu kommen, wurde diese durch die vorbeifahrenden Autos wieder zerstört. Aber zum Glück ist dieses Stück recht kurz gewesen. 

Trotz allem hatte ich so viel Spaß auf dieser Runde gehabt, dass ich sie definitiv nun auch gerne öfters wandern möchte. Denn im Allgemeinen bin ich so auf 10,1 Kilometer gekommen. Eine gute Strecke vielleicht für den nächsten Sonntagsspaziergang, oder? 😉


Nun muss ich aber mal ein großes Lob an die liebe Verena aussprechen. Sie hat mit ihrer Selbstständigkeit, und somit ohne jeweils eine Stunde Autofahrt zur Arbeit hin und zurück, etwas mehr freie Zeit als ich, und kann so auch unter der Woche etwas laufen gehen. Sei es nur ein kleiner gemütlicher Spaziergang in die Innenstadt von Würzburg und wieder zurück, so hat sie bereits 3-5 Kilometer mehr auf den Jakobsweg geschafft. 

Und ja, so kam es auch, dass wir Dank Verena uns relativ schnell in der 2. Etappe befanden. Und ja, ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich trotzdem, dass ich unter der Woche wegen meinem Beruf nicht wirklich zum Laufen komme. Wie aber nun die 2. Etappe für mich war, wo ich dort unterwegs war, und was ich alles gesehen habe, erfährst du demnächst in einem weiteren Wandertagebuch-Bericht des virtuellen Jakobsweg. 

Also bleibe weiterhin neugierig und schaue gerne öfters mal vorbei. 
Dein kleiner Weltenspatz Shelly

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