Franken,  Wandern

Mystische Weitblicke beim Dreikönigswandertag in Stetten

Mit dem Start des Jahres 2024 beginnt für mich eine aufregende Entdeckungsreise durch die malerischen Landschaften in meiner Umgebung. Mein Lebensmotto, all die Schönheiten von Deutschland nach und nach zu erkunden, manifestiert sich in Wanderungen, Radtouren, Geocaching-Abenteuern und Wochenenden auf einem Campingplatz mit Zelt. Dieses persönliche Abenteuer hat nicht nur das Ziel, die Vielfalt Deutschlands zu erleben, sondern auch Erinnerungen zu schaffen, die ich im Alter mit Begeisterung noch teilen kann.

Der Auftakt zu dieser Entdeckungsreise begann am 6. Januar 2024 mit dem IVV-Wandertag in Stetten. Trotz des winterlichen Wetters, das von einer dicken Wolkendecke dominiert wurde, konnte nichts die Stimmung trüben. Die Landschaft, die sich vor mir ausbreitete, präsentierte sich in einer einzigartigen Schönheit, geprägt von kahlen Bäumen und Weinreben, einem bedeckten Himmel und faszinierenden Nebelschwaden im Tal.

Mein heutiger Blogbeitrag führt dich durch dieses Wanderabenteuer bei dem kleinen Winzerort Stetten. Trotz der Anbindung an den IVV-Wandertag ist diese Route eine Entdeckung wert, die auch ohne offizielle Veranstaltung erkundet werden kann. Vielleicht findest du hier Inspiration für dein eigenes Wanderabenteuer an einem Ort, den du noch nie zuvor in Betracht gezogen hast.

Inhaltsverzeichnis

🔸 Ein kleiner Weinort zwischen Wern und Main
🔸 Höhen, Tiefen und ein malerisches Panorama
🔸 Feuchte Überraschungen und Glühweinmomente am Kontrollpunkt
🔸
Mit Schatzsuche ab in die Weinberge
🔸
Durch die Weinlage Stettener Stein
🔸 Von Waldgeflüster bis zum Hügelgrab
🔸 Positive Überraschungen und ein festlicher Ausklang
🔸 Die magische Aussichtsplattform „Terroir f – Karlstadt-Stetten“
🔸
Hol dir die GPS-Daten auf Komoot
🔸 Erlebe die Wanderung mit mir – Mein Video auf YouTube

Ein kleiner Weinort zwischen Wern und Main

Stetten, ein idyllischer Weinort in der Region Unterfranken, liegt malerisch zwischen den Flüssen Wern und Main, unweit der Stadt Karlstadt. Diese “versteckte” Perle im Landkreis Main-Spessart offenbart einen reizvollen Weinanbau, der sich entlang des Mains erstreckt.

Die Lage im Tal verleiht ihm eine gewisse Intimität und Ruhe. Hier, abseits der großen Städte, kann man eine besondere Verbindung zur Natur spüren. Trotz der zunächst unscheinbaren Kulisse entpuppt sich Stetten bei genauerem Hinsehen als ein Ort von bemerkenswerter Schönheit und landwirtschaftlicher Vielfalt. Allein der Weinanbau, der sich entlang des Mains erstreckt, prägt nicht nur die Landschaft, sondern verleiht dem Ort auch seinen charakteristischen Charme.

Leider war mein erster Eindruck von Stetten von Unsicherheit geprägt. In einem eher dörflichen Ambiente, dominiert von Reihenhäusern, fragte ich mich, was mich hier erwarten würde. Doch sobald ich die ersten Meter auf dem Wanderweg zurücklegte, konnte mich die Panoramaansicht auf die Gemeinde restlos überzeugen. Vor mir entfaltete sich eine faszinierende Landschaft, durchzogen von sanften Hügeln.

Die anfängliche Unsicherheit wich einer tieferen Faszination für jedes Detail, das die Umgebung von Stetten zu bieten hatte. Jeder Schritt auf dem Wanderweg verzauberte mich Stück für Stück, und ich fand mich inmitten einer idyllischen Landschaft, die mehr zu bieten hatte, als ich je erwartet hätte.

Höhen, Tiefen und ein malerisches Panorama

Lasst uns nun zu meiner Wanderung übergehen und die Träumereien von malerischen Landschaften hinter uns lassen. Wie es bei den IVV-Wandertagen üblich ist, starten und enden die Routen in einer Sporthalle – auch hier an diesem Tag in Stetten. Es überraschte mich, wie viele Wanderer bereits um 9 Uhr unterwegs waren. Ich hatte vermutet, dass die meisten erst gegen Mittag aufbrechen würden. Aber vielleicht teilten viele den gleichen Gedanken mit mir.

Versteht mich nicht falsch, trotz der Uhrzeit war es keineswegs laut gewesen. Doch persönlich bevorzuge ich die Ruhe und genieße die Landschaft um mich herum. Beim Wandern bleibe ich gerne stehen, um den Moment zu erleben – sei es mit einem Blick in die Ferne oder beim Lauschen der Vögel mit geschlossenen Augen. Meistens begegne ich nur selten anderen Wanderern auf meinen Touren, und das ist genau nach meinem Geschmack.

Nachdem ich die Stempelkarte für die Kontrollstationen geholt hatte, begann der Anstieg mit den ersten Höhenmetern. Der Weg führte zunächst an Wohnhäusern vorbei, bis ich schließlich auf freiem Gelände stand. Die Höhenmeter und ich sind einfach keine besten Freunde. Vielleicht liegt es an meinem Übergewicht, dass jeder Schritt bergauf mich keuchen und schwitzen lässt, oder es ist einfach die Tatsache, dass ich als gebürtiges Ostseekind solche Anstiege nicht gewohnt bin.

Aber in solchen Momenten bringt das Fluchen nichts. Zähne zusammenbeißen und weiter bergauf. Zum Glück war ich nicht allein mit dieser Herausforderung. Einige Wanderer begleiteten mich, machten hin und wieder eine kleine Pause und schnauften genauso wie ich. Dabei kann eine kleine Rast beim Anstieg faszinierend sein – besonders wenn man die Gelegenheit hat, zurückzublicken und bereits das erste Panorama von Stetten zu genießen.

Die Landschaft über Stetten, hinab ins Werntal, durfte ich weiter oben auf dem Berg in ihrer vollen Pracht genießen. An einer kleinen Sitzgelegenheit machte ich eine kurze Rast und betrachtete in völliger Ruhe die winterlichen Farben der Landschaft, die durch leichte Nebelschwaden im Werntal einen mystischen Charakter erhielt. Solche Augenblicke lassen mich den steilen Anstieg als lohnenswert empfinden.

Feuchte Überraschungen und Glühweinmomente am Kontrollpunkt

Während ich zuvor auf dem Berganstieg relativ oft angesprochen wurde, geschah dies leider nicht aufgrund meiner Blogger-Präsenz, sondern wegen des auffälligen Flecks auf meinem Rücken. Ein kleines Missgeschick bei der Vorbereitung zu Hause sorgte dafür, dass meine Trinkflasche bei jedem Schritt auslief.

Doch das konnte meinen Tag nicht trüben. Wie sagt man so schön: Man muss eben das Beste aus der Situation machen. Schnell die Flasche verschlossen, mich zwar darüber geärgert, aber dennoch unbeirrt die Wanderung fortgesetzt. Schließlich konnte ich in dieser Situation weder meinen nassen Jackenrücken noch den feuchten Rucksack ändern.

Mit dem sanften Abstieg von der Panoramasicht kam endlich der erste Kontrollpunkt in Sicht. Nach einem kurzen Waldabschnitt erreichte ich eine Mehrzweckhalle. Meine Augen staunten, als ich aus der Ferne die kleinen tanzenden Flammen eines Feuers sah.

Die anderen Wanderer hatten sich um Tische und Bänke versammelt und wärmten sich nicht nur an der Feuertonne von außen, sondern auch von innen mit einem köstlichen Glühwein. Diese Gelegenheit nutzte ich, um die Nässe an meinem Rücken in den Griff zu bekommen. Der Glühwein in der Hand diente eher als Alibi für meine lange Aufenthaltsdauer an der Feuertonne 😅

Leider verlief mein Vorhaben nicht so schnell wie erhofft. Auch wenn die Wärme des kleinen Feuers spürbar war, drang die Kälte des Wintertages durch meine Kleidung. Schließlich half nichts anderes, als sich wieder in Bewegung zu setzen und den Weg weiter zu erkunden.

Mit Schatzsuche ab in die Weinberge

Vor dem Abstieg in die Weinberge mit einem malerischen Blick ins Maintal machte ich eine kurze Pause. Schließlich gehört zu meiner Wanderung nicht nur das Erkunden der Natur, sondern auch die Ausübung meines zweiten Hobbys – dem Geocaching. Schon am Kontrollpunkt öffnete ich die Geocaching-App und entdeckte, dass sich hier gleich ein Cache versteckte.

Nachdem die anderen Wanderer weitergezogen waren, wagte ich mich auf die Suche. Es sollte mir eigentlich nicht unangenehm sein, wenn ich mich mit einer Tupperdose aus einem Gebüsch hervor wage, sie öffne und mich darüber freue. Doch die Blicke der anderen, wenn ich die Dose wieder sorgsam zurücklege, lassen mich jedes Mal verdächtig vorkommen. Zum Glück musste ich nicht lange warten, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, und schon stand ich stolz vor dem kleinen Logbuch, das sich in der Dose befand.

Übrigens war dies mein erster Geocache in diesem Jahr. Das passende Souvenir, das ich kurz darauf erhielt, steigerte meine Motivation, auch in diesem Jahr weiterhin auf Geocaching-Abenteuer zu gehen. Durch das Geocaching entdecke ich bereits Orte, die mir sonst vielleicht entgangen wären – ein zusätzlicher Anreiz, dieses Hobby weiterhin zu pflegen.

Durch die Weinlage Stettener Stein

Meine Wanderung führte mich eine Weile durch die Weinberge von Stetten. Obwohl ich im Winter die Weinberge meide, da mich die kahle Landschaft oft wenig motiviert, war dies hier das genaue Gegenteil. Ein atemberaubendes Panorama ins Maintal begleitete mich ständig – sei es in Richtung Würzburg oder Karlstadt. Die leichten Nebelschwaden im Tal verliehen der Szenerie eine mystische Stimmung, und ich verlor mein Herz bereits in den ersten Momenten an diese Umgebung.

Entlang des Weges stieß ich immer wieder auf kleine Weinbergshäuser, die auf ihre Weise eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlten. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie in der Sommerzeit teilweise bewohnt werden – und träumte schon davon, eine Nacht mitten in den Weinbergen zu verbringen.

Eine liebevoll gestaltete Schutzhütte am Wegesrand weckte meine Neugier. Die Informationstafeln des Wanderwegs „NaTour und Wein in Stettener Stein“ enthüllten nicht nur die Weinbergstopographie in Franken, sondern boten auch einen Überblick der verschiedenen Gemeinden im Maintal. Die Stelle schien wie geschaffen für eine Rast, vielleicht mit einem selbst zubereiteten Tee – doch leider hatte ich meinen Gaskocher an diesem Tag nicht dabei. Und die eisige Kälte drängte mich dazu, weiterzugehen.

Mit der Teilung des Weges standen zwei Optionen zur Auswahl: eine kurze 5-Kilometer-Runde und eine längere 10-Kilometer-Route. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass der Tag gerade erst in die Mittagsstunden glitt. Die längere Strecke schien die perfekte Wahl zu sein, um noch mehr von dieser bezaubernden Landschaft zu genießen. 

Von Waldgeflüster bis zum Hügelgrab

Von den Weinbergen aus führte mich der Weg rechts in ein bezauberndes Waldstück. Während im Sommer die Bäume herrlichen Schatten spenden, eröffnet sich im Winter ein klarer Blick durch die kahlen Äste. Meine Neugier trieb mich dazu, die vielfältige Flora des Waldes zu erkunden – von Moosgewächsen an Totholz bis hin zur Suche nach Pilzen. Dabei lauschte ich der zauberhaften Stille des Waldes.

Die Ruhe wurde jedoch von einem wundervollen Vogelkonzert begleitet, als würden uns die gefiederten Bewohner des Waldes ermutigen, diesen Pfad zu erkunden. Trotz meiner Bemühungen blieben die Vögel größtenteils verborgen, und ihre Rufe füllten die Luft mit einer natürlichen Melodie.

Kurz vor dem Ende dieses Waldabschnitts erreichte ich den zweiten Kontrollpunkt, direkt am Stettener Hügelgrab – ein faszinierendes Relikt aus vergangenen Zeiten. Die Begegnung mit diesem antiken Hügelgrab weckte Erinnerungen an ähnliche Stätten in meiner norddeutschen Heimat. Ein kurzes Lächeln huschte über mein Gesicht, bevor ich meine Kontrollkarte stempeln ließ und meinen Weg fortsetzte.

Positive Überraschungen und ein festlicher Ausklang

Auf dem Rückweg nach Stetten führte mich der Pfad durch weite Felder, diesmal erfreulicherweise bergab. Kurz vor einer Weggabelung, wo es zu einer verlockenden Aussichtsplattform ging, entschied ich mich, diesen Stopp für später aufzusparen und setzte meinen Weg fort. Als persönliches Highlight wollte ich dieses Wanderabenteuer mit einem letzten Blick ins Maintal abschließen.

Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen wurde die Wanderroute angepasst und führte mich über eine ruhige Straße zurück nach Stetten. Die Autofahrer zeigten an diesem Tag eine bemerkenswerte Rücksicht auf die Wanderer, was die Wanderatmosphäre noch angenehmer gestaltete. Allgemein bot die Straße einen interessanten Kontrast zur vorherigen naturnahen Wanderwege.

Nur wenige Kilometer weiter erreichte ich einen charmanten Rastplatz mit einer Maria-Figur, eingebettet in eine Steinwand. Umgeben von einigen Bänken strahlte dieser Ort eine besondere Ruhe aus, und ich konnte mir vorstellen, wie angenehm es hier im Schatten der Bäume im Sommer sein würde.

Kurz darauf betrat ich wieder Stetten und ging Richtung Sporthalle. Auf meinem Weg dorthin führte mich der Pfad erneut an den Reihenhäusern vorbei, wo ich bereits zu Beginn der Wanderroute entlang ging. An der Sporthalle angekommen, löste ich meine Stempelkarte ein, holte mir eine kleine Stärkung und genoss die festliche Stimmung. Die beiden DJs sorgten für einen herzlichen Empfang und rundeten diesen ereignisreichen Wandertag perfekt ab.

Die magische Aussichtsplattform „Terroir f – Karlstadt-Stetten

Aber Moment mal, da war noch etwas. Mein Wanderabenteuer beim IVV-Wandertag in Stetten sollte nicht einfach mit dem Ende der Route abgeschlossen werden, sondern mit einem ganz besonderen Highlight: dem Besuch der Aussichtsplattform.

Also kehrte ich zurück in die Weinberge auf bereits vertrauten Pfaden. Bei der Weggabelung, an der ich zuvor entschieden hatte, diesen Stopp für später aufzusparen, tauchte bereits das Hinweisschild für das “Terroir f – Karlstadt-Stetten” auf. 

Es gibt viele und verschiedene “Terroir f”-Aussichtsplattformen in Weinfranken. Einige kenne ich bereits, wie die von Markt Einersheim, Iphofen, und Rödelsee (welche fast direkt vor meiner Haustür liegen), aber auch Sommerhausen, Eibelstadt und Würzburg. Hierbei handelt es sich um sogenannte magische Orte, welche nicht nur mit ihrer Weitsicht verzaubern, sondern auch interessante Fakten über die Landschaft und den Weinbau vermitteln.

Die Aussichtsplattform in der Weinlage Stettener Stein widmet sich dem Thema: Gestalter unserer Weinbergslagen – Wein formt. Und der Blick von hier oben ist genauso atemberaubend, wie weiter unten im Weinberg auf meiner Wanderung. Dass der Weinbau die Landschaft formt, kann ich hier nur zustimmen. Besonders im Sommer oder Herbst, wenn die Weinreben nicht so kahl wie im Winter sind, verwandelt er die Main-Lage in etwas Magisches.

Ein besonders ungewöhnliches Hinweisschild neben der Plattform verkündet stolz: 2020 wurde dieser Ort zur “schönsten Weitsicht Frankens” gekürt. Auch hierbei kann ich nur vom ganzen Herzen aus zustimmen, auch mit dem bedeckten Winterhimmels. 

Ich war überglücklich, dass ich mir dieses Highlight am Ende meines Abenteuers aufgehoben hatte. Trotz Erschöpfung nach der Wanderung und der Überlegung, direkt nach Hause zu fahren und die Plattform an einem anderen Tag zu besuchen, war die Entscheidung, es nicht zu verschieben, genau richtig. 

Also, wenn es dich eines Tages nach Stetten oder Karlstadt verschlägt, solltest du definitiv diesen magischen Ort besuchen. Du wirst es garantiert nicht bereuen.

Hol dir die GPS-Daten auf Komoot

Du möchtest dieses Abenteuer selbst erleben, auch ohne an der passenden Veranstaltung teilzunehmen? Kein Problem! Gerne kannst du meine GPS-Daten von Komoot verwenden. Beachte jedoch, dass sich der Weg zum “Terroir f – Karlstadt-Stetten” nicht in den bereitgestellten Daten befindet. Ich habe die Aufzeichnung bewusst auf die abgeschlossene Wanderung fokussiert. Solltest du jedoch meine Tour nachwandern und dabei die Aussichtsplattform besuchen wollen, führen genügend Hinweisschilder entlang der Strecke.

Ein persönliches Anliegen meinerseits: Bitte achtet beim Laufen entlang der Straße auf euch selbst und besonders auf eure Kinder. Haltet euch auf der richtigen Seite und behaltet die Gefahren stets im Blick.

Erlebe die Wanderung mit mir – Mein Video auf YouTube

Und falls du noch etwas mehr Inspiration für deine eigene Wanderung brauchst oder einfach neugierig auf weitere Eindrücke meiner Tour bist, lade ich dich herzlich ein, dir dieses Video anzusehen. Hier kannst du die Atmosphäre der Strecke hautnah miterleben und vielleicht noch den ein oder anderen Geheimtipp entdecken. Viel Spaß beim Anschauen und natürlich auch bei deiner eigenen Wanderung!

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