Das Hünengrab bei Reinfeld (Holstein)

Manchmal kann eine Dose im Wald viel mehr sein, als nur ein Geocache hinter einem Baum. Denn manchmal können diese kleinen Verstecke uns Gegenden zeigen, die wir vorher wohl nie besichtigt haben. Schließlich braucht man manchmal nur einen Ansporn, in eine bestimmte Region zu fahren.

Du glaubst mir nicht? So hoffe ich, dass ich dir mit diesem Beitrag „Das Hünengrab bei Reinfeld (Holstein)“ vom Gegenteil überzeugen kann. Dass nicht nur die Suche nach einem Geocache in einem das kleine Kind hervor lockt, sondern allein die mystische Stimmung eines Herbstwaldes so manchen Spaß hervor rufen kann.

Inhaltsverzeichnis

Ein kleines Outdoor-Abenteuer in Reinfeld (Holstein)
Wo genau liegt das Hünengrab in Reinfeld (Holstein)
Das Hünengrab als Hügelgrab
Ein kleiner Spaziergang mit großen Spaßfaktor

Ein kleines Outdoor-Abenteuer in Reinfeld (Holstein)

Ende September 2020, bei einem heimischen Urlaub bei meinen Eltern in Norddeutschland, hat mich mein Cacher-Herz nach Reinfeld (Holstein) verschlagen. Mit herrlichen Sonnenschein und noch relativ warmen Temperaturen versprach es, ein richtig schöner Tag zu werden. Und so wollte ich dieses Abenteuer zusammen mit meinem Vater verbringen, um ihn unter anderem auch mein Hobby dem Geocaching etwas näher zu bringen.

Schon als kleines Kind war ich relativ viel in Reinfeld (Holstein) unterwegs gewesen. So hätte ich noch vor dieser Tour felsenfest behauptet, dass ich mich in dieser Gegend sehr gut auskenne. Doch als ich auf eine kleine Tradi-Runde rund um das Hünengrab stoß, fragte ich mich: Wo befindet sich denn eigentlich dieses erwähnte Hünengrab?

Sogar mein Vater, der jahrelang in Reinfeld (Holstein) gearbeitet hat, konnte mir diese Frage nicht beantworten. Angestiftet mit der Neugier auf etwas Neuen, machten wir uns auf den Weg. Unser Ziel: Ein kleines Outdoor-Abenteuer, in einer Gegend, die wir selbst erst erforschen mussten. 😉

Wo genau liegt das Hünengrab in Reinfeld (Holstein)

Wie bereits schon erwähnt, bin ich durch einem Geocache auf dieses Hünengrab aufmerksam geworden, beziehungsweise von einer ganzen Tradi-Runde mit 8 Caches. Und wie sollte es auch nicht anders sein, hießen sie auch noch „Hünengrab“. (Meine Lesezeichenverzeichnis bei Geocaching.com findest du *hier*.)

So zeigte ich meinen Vater, wo sich ungefähr dieses Hünengrab befinden könnte. Und durch die Ortskenntnisse von ihm hatten wir auch relativ schnell einen Parkplatz ausfindig gemacht, wo wir unser Auto abstellen konnten. Dieser ist unter anderem auch bei „Google Maps“ zu finden.

Das Hünengrab liegt im oberen Teil von dem Herrenteich, wie sich später auch herausstellte, in einem richtig schönen Waldabschnitt. Den Parkplatz, wo wir unser Auto abgestellt haben, befindet sich an der Fasanerie Reinfeld, sowie dem Skatepark im Schuhwiesenweg. So konnten wir vorher noch ein kleines Stückchen direkt am Herrenteich entlang gehen.

Die Alternative wäre auch ein kleiner Parkplatz weiter nördlich gewesen, wo der Schuhwiesenweg in den Poggenkamp übergeht. Beide Parkplätze sind wie gesagt bei „Google Maps“ auch zu finden. Wir selbst kamen an diesem Parkplatz ebenfalls zu Fuß vorbei, denn von dort aus bogen wir in die Richtung des Hünengrab ab.

Entlang dem kleinen Bach Tannenbach, sowie vorbei an Feldern, folgten wir den Wegabschnitt in ein kleines Waldgebiet. Ohne einen richtigen Plan zu haben, wie wir nun gehen sollten, sind wir immer wieder hin und her gelaufen. Und an manchen Stellen auch etwas querfeldein. Denn wir wollten uns nicht von der Geocaching-Runde leiten lassen, sondern eher selbst unser Abenteuer hier erleben. Und dieser Waldabschnitt bot sich dafür auch ideal an.

Das Hünengrab als Hügelgrab

Neben naturbelassenen Wegen, sprich die Wege sind nicht gerade eben, hier und da schauen die Baumwurzeln hervor, bietet der Wald auch so eine ganze Menge an Spaß. Gleich am Anfang gab es eine kleine „Brücke“ über den Tannenbach, die wir überquerten und uns entscheiden mussten, in welche Richtung wir nun weiter gehen wollten. So nahmen wir gleich mal den „recht steilen“ Anstieg in Kauf, um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Dabei entdeckten wir eine größere Ansammlung von Findlingen. Ist das etwa schon das Hünengrab? Bisher kannte ich die Hünengräber eher so, dass sie unterhalb der Erde liegen, und anhand eines Erdhügels zu erkennen sind.

Mit ein paar Recherchen im Internet wussten wir, dass wir hier genau richtig sind. Denn hierbei handelt es sich um ein Großsteingrab, welcher wohl bereits aus der Jungsteinzeit stammt, und so ca. 3.000 Jahre alt ist. Und wenn man sich nun man überlegt, wie die damaligen Menschen mit den einfachsten Mitteln diese tonnenschweren Findlinge oft über Kilometerweite Wege zusammen gebracht haben, bekommt diese Opfer- und Kultstätte gleich einen mystischen Hauch.

Ein kleiner Spaziergang mit großen Spaßfaktor

Mit der Euphorie dieser Entdeckung machten wir uns auf, nun auch den restlichen Waldabschnitt zu erkunden und dabei hoffentlich auch den einen und anderen Geocache zu finden. So schaute ich in der Geocaching-App nach, wo denn der nächste Cache liegt. Tja, und wie sollte es nicht anders sein, natürlich auf der anderen Seite vom Tannenbach. 😅

Wir wollten nicht den Weg zur Brücke wieder zurück gehen, sondern entschlossen uns, einen kleinen Trampelpfad zwischen der Schlucht zu nehmen. So standen wir bereits an unserer ersten, richtigen Herausforderung: Es ging kein Weg über den Tannenbach. Man konnte noch erahnen, dass es hier in früheren Zeiten eine kleine Brücke gab, doch von dieser war nichts mehr vorhanden. Also sprangen wir mit einer kleinen sportlichen Einlage über den Bach, und kletterten den recht steilen Anstieg hoch.

Als wir oben auf dem Weg wieder angekommen waren, ging es aber sofort sportlich weiter. Denn hier und da gab es ein paar kleine sportliche Einlagen, die wir natürlich gleich ausprobierten. Wie zum Beispiel eine Stange zwischen 2 Bäumen, wo man hervorragend Klimmzüge machen konnte. Beziehungsweise nur, wenn man dieses auch beherrscht und nicht nur wie ein nasser Sack an einer Stange hängt. 😅

Auf unserem Weg durch den Wald entdeckten wir auch immer wieder die Natur neu für uns. Sei es mit einer reichlich großen Ansammlung von Pilzen auf einem Baumstamm, oder einer großen Gewulst oben auf dem Baum.

Und ja, hier befindet sich wirklich auch ein Klettercache. So hatte mein Vater die Idee gehabt, wir könnten ja mal nach oben in die Baumkronen schauen, vielleicht würden wir so den Geocache wenigsten sehen. (Und an alle Cacher nun: Nein, ich hätte ihn trotzdem NICHT als „gefunden“ geloggt, denn schließlich stehe ich nicht im Logbuch drin.)

Als mein Vater dann diese recht große Gewulst am Baum sah, meinte er mit fester Überzeugung, dass es sich dabei um dem Geocache handelt. Ich selbst zweifel da eher an seiner Theorie, aber fand die Idee so niedlich, dass ich ihn in diesem Glauben gelassen habe. Wer weiß, vielleicht befindet sich ja wirklich dort der Geocache. 😅

Aber auch so mancher anderer Geocache war nicht nur ein Petling unter dem typischen Hasengrill gewesen. Manche befanden sich dann doch etwas weiter oben, so dass wir dieses Versteck nur mit einer weiteren Sporteinlage bergen konnten. Und nun muss ich mal ganz ehrlich sein: Mein Vater gehört zur Ü50-Fraktion, aber als er so auf den Baum klettern wollte, sah ich meinen Vater eher als einen kleinen 8 jährigen Jungen an, der unbedingt an diese Dose wollte. 😅

Da nun diese Geocaching-Runde nicht wirklich lang an Kilometern ist, waren wir auch relativ „schnell“ durch gewesen. Aber das störte uns weniger, denn wir sind lachend und glücklich wieder zurück zum Auto gegangen. Für uns Beide war es ein tolles, kleines Outdoor-Abenteuer gewesen.

Selbst heute, wo ich diesen Beitrag dazu schreibe, sitze ich immer wieder schmunzelnd vor meiner Tastatur. Und als ich meinem Vater nach seinen Fotos fragte, und er mir diese schickte, verriet er mir außerdem, dass er selbst wieder so viel lachen musste, wie damals im Wald.

Mit diesen Worten hoffe ich nun, dass ich dich vielleicht auch inspirieren konnte, selbst diese etwas sportliche, aber lustige Runde zu machen. Und ja, nimm auf jeden Fall jemanden mit, denn zu zweit oder mehreren Leuten hat man erst recht seinen Spaß an diesem Abenteuer.


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