Wandertagebuch zur “Nordsee-Challenge” – Unterwegs auf der 1. Etappe

Seit dem 1. Mai 2021 befinde ich mich, zusammen mit meinem Vater, auf der Nordsee-Challenge* vom Anbieter GVC (Great Virtual Challenges)*. Unsere Idee war es, einfach virtuell zu unserem Sommerurlaub auf die Nordsee-Insel Föhr zu wandern. Vor Ort wollen wir dann, bei herrlichem Sonnenschein am Strand, unsere Medaillen auspacken und mit einem “Aperol Spritz” unseren Erfolg feiern. 

Doch um diese Medaille zu erhalten, müssen wir im Vorfeld 450 Kilometer erwandern. Eine Strecke, die zwar ganz gemütlich klingt, aber mit einem kleinen Zeitdruck doch sehr groß aussieht. Schließlich wollen wir bis spätestens 15. August 2021 alle Kilometer zusammen erwandert haben, so dass die Medaillen auch rechtzeitig zum Urlaub bei uns ankommen. 

Und eines kann ich jetzt schon sagen: 3 ½ Monate für 450 Kilometer, kann mit dem täglichen Alltagsstress doch eine ganz große Herausforderung werden. Man könnte diese Strecke schaffen, wenn man täglich 4-5 Kilometer wandert. Aber dann auch bei schlechten Wetter, nach der Arbeit (oder in meinem Fall bei Schichtdienst auch vor der Arbeit). Der Haushalt muss auch noch nebenbei laufen, und die Tiere, sowie der Partner, wollen schließlich auch versorgt werden. 

Ich hatte es mir am Anfang doch recht einfach vorgestellt, doch merkte schnell, dass sogar ich an meine Grenzen komme. Aus diesem Grund schreibe ich nun dieses Wandertagebuch. Einerseits, damit ich die gelaufenen Kilometer nicht so schnell aus den Augen verliere, aber auch als Motivation, die Wanderschuhe anzuziehen, statt einen Abend gemütlich auf dem Sofa zu verbringen. 

Die erste Etappe der Nordsee-Challenge ist nun geschafft. Virtuell haben wir mit der Anfahrt auf dem Autozug nach Sylt gestartet, für mich selbst ging es jedoch bei einem herrlichen Frühlingstag in Würzburg los. Ich wünsche dir somit viel Spaß bei meinen kleinen Eindrücken.

Wandertagebuch-Einträge

1. Mai 2021: Frühling im Würzburger Ringpark (7,67 Kilometer)
2. Mai 2021: “Hin und Her” auf dem Schwanberg ( 6,24 Kilometer)
8. Mai 2021: Einmal um die Volkacher Mainschleife (25,04 Kilometer)
9. Mai 2021: Wandern vor der eigenen Haustür (13,49 Kilometer)
10. Mai 2021: Frühs in Würzburg (5,01 Kilometer)
18. Mai 2021: Feierabendrunde in Würzburg (5,05 Kilometer)
21. Mai 2021: Im Urlaub Brötchen holen (6,18 Kilometer) / Gewitter in Lübeck (3,60 Kilometer)

1. Mai 2021: Frühling im Würzburger Ringpark (7,67 Kilometer)

Der Frühling lockte wohl an diesem Tag so manchen Outdoor-Fan vor die eigene Haustür. Das herrliche und sonnige Wetter versprach eine Menge Spaß. Doch für mich musste der Spaß erstmal noch etwas warten. Denn trotz Feiertag verbrachte ich den Vormittag bei mir auf der Arbeit im Labor. 

Doch der Feierabend kam immer näher. Und da ich eh schon in Würzburg war, wollte ich auch die erste Wanderung von dieser Nordsee-Challenge hier beginnen. 

Ein “kleiner” Frühlingsspaziergang durch den Würzburger Ringpark, sowie durch das Gelände der alten Landesgartenschau in der Zellerau. Man konnte richtig spüren, wie der Frühling von Sekunde zu Sekunde immer näher kam. Erstrecht mit der großen Blütenpracht um einem herum, so dass man sogar die etwas kühlen Temperaturen vergaß.  

Doch dunkle Wolken zogen immer mehr auf, so dass mein ursprünglicher Plan, zur Marienfestung noch hoch zu wandern, ins Wasser fiel. Zum Glück habe ich diesen Wetterumschwung noch rechtzeitig gemerkt. Denn als ich schon im Auto saß, fielen die ersten dicken Tropfen zum Himmel.

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/358745664)

2. Mai 2021: “Hin und Her” auf dem Schwanberg ( 6,24 Kilometer)

Der Regen vom Vortag zog sich auch noch in den 2. Mai hinein. Eigentlich ein Tag, wo man es sich Zuhause gemütlich macht und das Prasseln des Regens belauscht. Doch im Norden, wo meine Eltern wohnen, war das Wetter wohl etwas anders gewesen. Denn mein Vater legte sich ordentlich ins Zeug und führte nun in der Challenge. 

Diesen Vorsprung kann ich nicht so auf mich sitzen lassen. Nahm mir meine Wandersachen zur Hand und fuhr hoch auf dem Schwanberg. Und irgendwie meinte auch das Wetter es gut mit mir, denn die Regenwolken verzogen sich und die Sonne kam immer mehr hervor. 

So bin ich ein wenig hin und her gelaufen, bewaffnet mit meiner “Sony Alpha 6000”-Kamera, um ein paar neue Frühlingsfoto zu machen. Dabei bin ich auch zu meinem Lieblingsort gegangen, wo sich die Natur in einem ordentlichen, aber auch wilden Zustand sich diesen Parkbereich wieder zurück erobert. 

Doch die Sonne lockte auch die anderen Menschen raus in die Natur. So kam es, dass der Parkplatz bis zur letzten Lücke voll stand, die Wege und Sitzbänke recht voll waren, und von der Ruhe in der Natur kaum noch eine Spur vorhanden war. 

Für mich war es also wieder an der Zeit, zurück nach Hause zu fahren, um diesen Tag mit den schönen Erlebnissen in Erinnerung zu behalten. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/359884904)

8. Mai 2021: Einmal um die Volkacher Mainschleife (25,04 Kilometer)

An dem Wochenende 8./9. Mai 2021 fand von einer Outdoor-Blogger-Organisation eine Spendenwanderung statt. Für jeden einzelnen erwanderten Kilometer spendete Komoot* 10 Cent an eine Hilfsorganisation für Jugendliche. 

Wandern für einen guten Zweck? Natürlich bin ich dabei! So konnte ich diese Wanderung auch gleich für das Training für den bevorstehenden Mammutmarsch nutzen. Meine Idee war es, einmal um die komplette “Volkacher Mainschleife” zu laufen. Eine Strecke, die ungefähr 25 Kilometer beträgt. 

Bereits vor 2 Jahren habe ich dieses Stück schon mal umrundet – jedoch mit dem Fahrrad, statt zu Fuß. Damals haben mich vereinzelt ein paar Geocaches hier- und dorthin gelockt. Doch dieses Hobby wollte ich an diesem Tag “links liegen lassen”, und mich ausschließlich auf die Wanderung konzentrieren. So folgte ich den Main entlang, ging hoch zur Vogelsburg, entlang in den Weinbergen, bis ich schließlich am Main wieder ankam.  

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/363051355)

9. Mai 2021: Wandern vor der eigenen Haustür (13,49 Kilometer)

Noch motiviert vom vergangenen Tag wollte ich auch am 2. Tag der Spenden-Wanderung einige Kilometer machen. Wie gesagt, man wandert schließlich für einen guten Zweck. Doch leider machte mir das Wetter, sowie mein Körper mir an diesem Tag Probleme. 

Von der Umrundung der “Volkacher Mainschleife” hatte ich einen starken Sonnenbrand auf Arme und Nacken gehabt. Und auch am Abend merkte ich, dass ich trotz Capi einen Sonnenstich hatte. So fühlte sich mein Körper nicht besonders motiviert an, als ich in die Wanderschuhe stieg. 

Statt großartig woanders eine Wanderung zu starten, entschied ich mich, direkt bei der eigenen Haustür zu starten und 2 Steinbrüche (aktiv, sowie auch inaktiv) zu besuchen. So würde trotzdem eine Strecke von 20 Kilometer entstehen – doch leider musste ich bei der Hälfte schon abbrechen. 

Die stechende Sonne am Himmel, und Wege entlang an Feldern ohne die Hoffnung auf einen schattigen Weg, brachten meinen Kreislauf komplett in den Keller. Auch die 2 Liter Wasser, die ich dabei hatte, waren schnell verbraucht gewesen. Statt noch mehr an meine körperlichen Grenzen zu gehen, suchte ich mir den kürzesten Weg zurück nach Hause raus. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/364210760)

10. Mai 2021: Frühs in Würzburg (5,01 Kilometer)

Mit den beiden Wanderungen am Wochenende führte ich natürlich bei der Nordsee-Challenge und habe meinen Vater ordentlich abgehängt. Aber mein Vater ist jemand, der sehr ehrgeizig ist und am liebsten überall den 1. Platz machen würde. So kam es, dass dann auch mein Vater nun größere Touren lief – einerseits für sein Training für den Mammutmarsch, und wohl auch, um wieder an der Spitze zu sein. 

Um es ihn etwas zu erschweren, unternahm ich noch vor der Arbeit eine kleine Runde  in Würzburg. An diesem Tag hatte ich Spätschicht und genoss noch die Stille in der Stadt. 

18. Mai 2021: Feierabendrunde in Würzburg (5,05 Kilometer)

Eine weitere Woche ist vergangen, wo ich nicht wandern/laufen war. Der Grund dafür war der sekündliche Wechsel der Wetterverhältnisse: Sonne, Regen, Gewitter, Hagel, Sturm… bei kalten und warmen Temperaturen. Meine Gesundheit war mir in dieser Hinsicht etwas wichtiger gewesen, schließlich wollte ich mir keine Erkältung holen und ggf. für den Mammutmarsch nicht fit genug zu sein. 

Doch mein schlechtes Gewissen nagte an mir, erst recht, als ich sah, dass mein Vater schon sehr nah an der 2. Etappe sich befindet. Also Zähne zusammen beißen, sich ordentlich anziehen, und nach Feierabend wieder eine kleine Runde in Würzburg gedreht. Zur Belohnung gab es für mich dann am Abend noch Sushi, welches ich mir auf jeden Fall auch verdient habe. 

21. Mai 2021: Im Urlaub Brötchen holen (6,18 Kilometer) / Gewitter in Lübeck (3,60 Kilometer)

Ja der Mammutmarsch “Around the World 2.0”, welcher am Wochenende vom 22./23. Mai 2021 stattfindet, steht kurz vor den Startlöchern. Da ich ihn dieses Mal zusammen mit meinem Vater bestreiten werde, gab es für mich einen kleinen Urlaub an der Ostsee

Eigentlich wollte ich an diesem Tag doch entspannen und die Füße hochlegen –  doch mein Vater hatte da ganz andere Pläne gehabt. So sind wir morgens um 6 Uhr schon los gegangen, um Brötchen zu holen. Natürlich bei einem langen, recht sportlichen Spaziergang. 

Mit Sport in den Tag zu starten, und das noch vor dem ersten Kaffee, war definitiv für mich eine neue Herausforderung gewesen. Doch dafür schmeckte das Frühstück gleich viel besser. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/372023415)

Gegen die Mittagszeit wollten wir etwas durch die Innenstadt von Lübeck gehen. Mein Vater musste noch ein paar Besorgungen machen, und diese wollten wir mit einer längeren Tour kombinieren. 

Wie war das nochmal? Ich wollte an diesem Tag entspannen und die Füße hochlegen?

Vielleicht hatte der Wettergott etwas gnade mit mir gehabt und gemerkt, dass mein eigentliches Vorhaben immer mehr dem Scheitern verurteilt ist. Von einer Sekunde zur Nächsten zogen dunkle Wolken auf, und kurz darauf gab es einen heftigen Regenschauer mit Gewitter

Zuflucht haben wir in einer Bushaltestelle gefunden, um nicht komplett nass zu werden. Dort standen wir fast eine halbe Stunde und haben uns dieses Wetter-Spektakel angeschaut. Als der Regen langsam nachließ, machten wir uns sofort auf den Weg zurück zum Auto. 

Da mein Vater der Meinung ist, dass jeder gegangene Kilometer zählt, rechne ich nun diese kleine Strecke mit in die Nordsee-Challenge ein. Denn ja, wir hätten auch mit dem Bus fahren können und nur dorthin gehen, wo mein Vater seine Erledigungen machen musste. Doch stattdessen haben wir uns dagegen entschieden und hatten ein ganz besonderes Outdoor-Erlebnis gehabt.

Und so kam es, dass nun die ersten 70 Kilometer zusammen gewandert sind. Ich persönlich hätte von der Zeit her viel eher damit gerechnet, als fast einen ganzen Monat zu brauchen – aber wer hätte schon mit so einem Aprilwetter im Mai gerechnet. 

Ich bin gespannt, wie die nächsten Etappen werden und was ich da alles erlebe. Mehr dazu wirst du wahrscheinlich demnächst hier auf meinem Blog zu lesen bekommen. 


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Wander-Challenge “Tour de Paris” – Darum geht es

Vielleicht kommt es dir etwas bekannt vor, dass gerade jetzt im Frühling die Outdoor-Saison anfängt. Sei es durch das herrliche und sonnige Wetter mit angenehmen Temperaturen, oder dass die Dunkelheit der Nacht immer später anbricht – die Menschen zieht es regelrecht magisch raus in die Natur. 

Selbst für mich als Outdoor-begeisterter Mensch fängt mit dieser Jahreszeit die Wander- und Geocaching-Saison an. Ich bin zwar auch gerne an den nassen und kalten Tagen im Winter unterwegs, verstehe mich da bitte nicht falsch. Doch gerade im Frühling, Sommer, sowie im Herbst, genieße ich meine kleinen Abenteuer noch viel intensiver. 

In diesem Beitrag geht es um folgende Themen
Warum eine Wander-Challenge?
Worum geht es in der “Tour de Paris”?
Meine persönliche Konkurrenz

Warum eine Wander-Challenge?

Anfang des Jahres bin ich bereits mit der lieben Verena (Hinter dem Horizont) den virtuellen Jakobsweg “Camino Francés” gelaufen. Als Team haben wir somit 780 Kilometer zurückgelegt. Für mich selbst war dieses eine kleine Motivation gewesen, auch im Winter bei eisiger Kälte und Nässe, raus in die Natur zu gehen. 

Wenn ich nun so zurückdenke, könnte ich sogar sagen: Ohne diese Wander-Challenge hätte ich nie so viel Spaß in diesem Winter gehabt. Einfach das warme und kuschelige Zuhause zu verlassen, um ein kleines Abenteuer im Schnee zu unternehmen. Sei es nur die “kleine” Runde vor der eigenen Haustür, auf der Suche nach einem Geocache, oder Wanderungen auf ausgeschildertes Wanderwegen – es sind Erinnerungen, die noch lange im Gedächtnis bleiben. 

Durch die Teilnahme am Mammutmarsch “Around the World” Ende Februar, habe ich erst recht die Liebe zu solchen Wander-Events gefunden. Sich nicht nur körperlich, sondern auch mental etwas zu beweisen, finde ich persönlich sehr faszinierend. Allein bei diesem Mammutmarsch habe ich gemerkt, wie stark ich eigentlich bin.Denn wer würde, untrainiert und mit einigen Kilos mehr auf den Hüften, an einem Wochenende insgesamt 63 Kilometer erwandern?! Wie es mir danach erging… Ja gut, darüber rede ich jetzt lieber mal nicht.

Durch diesen Ansporn stöberte ich in den “Tiefen des Internets” nach weiteren Wander-Events. Einmal, um es mir wieder selbst zu beweisen, wie stark ich in Wirklichkeit bin. Aber auch als kleine Motivation, bei nicht schönen Wettertagen raus in die Natur zu gehen. Und so kam es, dass ich bei Facebook auf die neuste Herausforderung von dem Veranstalter GVC (Great Virtual Challenges) gestoßen bin: die “Tour de Paris”.

Worum geht es in der “Tour de Paris”?

Hierbei handelt es sich um ein kleines 2 Wochen-Event. Der Veranstalter GVC  hat alle Läufer, sowie Wanderer aufgerufen, sich gegenseitig in einem Wettbewerb zu messen. Die Kilometerangabe, sowie auch der Zeitraum, haben sie im Vorhinein bereits festgelegt. 

So muss jeder Teilnehmer, egal ob als Einzelkämpfer oder in einem Team, in 2 Wochen an die 65 Kilometer erlaufen. Um dieses noch etwas attraktiver zu gestalten, geht die virtuelle Tour durch die Hauptstadt von Frankreich. Der Start ist am Schloss Versailles, danach geht es durch Paris, bis wir schließlich am Eiffelturm ankommen. Diese Strecke wird dabei in 2 Etappen unterteilt:

Die 1. Etappe startet am 11. April 2021 (Sonntag) mit einer Streckenlänge von 30 Kilometer. Bis einschließlich kommenden Samstag hat man Zeit, die 1. Etappe zu schaffen. 

Die 2. Etappe fängt am 18. April 2021 (wieder ein Sonntag) an, und hat eine Länge von 35 Kilometer. Wie bereits bei der 1. Etappe hat man bis einschließlich kommenden Samstag Zeit, ins Ziel zu kommen. 

Wenn wir die Kilometerangaben etwas statistisch betrachtet, braucht jeder Teilnehmer in der 1. Woche an jeden Tag nur 4,29 Kilometer laufen. In der 2. Woche muss man am Tag eine Strecke 5 Kilometer zurücklegen. Und seien wir mal ehrlich: Das sind doch Angaben, die sehr realistisch klingen und machbar sind. 

Meine persönliche Konkurrenz

Doch wenn ich daran denke, dass wir uns im Monat April befinden, und dort das Wetter ja teilweise sehr verrückt spielt, weiß ich nicht wirklich, ob die Anmeldung eine gute Idee war. Bereits in den letzten Tagen hatten wir ja einen stetigen Wechsel von Sonnenschein, Regen, Hagel und Schnee gehabt. Und das im Sekundentakt. Nun muss ich bei dieser Challenge raus, egal wie draußen das Wetter ist.

Das einzige Positive daran ist, dass ich mein Vater überzeugen konnte, sich ebenfalls an  der Wander-Challenge “Tour de Paris” anzumelden. Zwar bilden wir kein Team, wie ich bereits mit der Verena auf dem Jakobsweg unterwegs war, sondern laufen als Konkurrenten gegeneinander. 

Zwar nimmt man nach der Anmeldung automatisch beim allgemeinen Wettkampf teil, und muss sich so gegen die anderen Wanderer beweisen, sieht man jedoch bei sich selbst im persönlichen Ranking nur die Personen, denen man auch folgt. Und genau diese Einstellung werden mein Vater und ich wählen, um grinsend zu zeigen, wie weit weg der Andere schon gelaufen ist. 

Und das April-Wetter? Ganz ehrlich, darüber mache ich mir gerade weniger Sorgen. Denn wer bereits oben an der Küste war, weiß ganz genau, dass dort das Wetter etwas rauer, nasser und kühler ist, als im Rest von Deutschland. Und so kann es sein, dass ich bei herrlichen Sonnenschein durch die Weinberge wandere, während mein Vater bei starken Wind und Regen an der Ostsee seine Runden dreht. 


Ich persönlich bin schon sehr gespannt, wie diese Challenge verläuft. Ob ich wirklich die Motivation finde, bei Wind und Wetter raus zu gehen, und abends noch meine kleine Runde drehe. 

Ich werde dich weiterhin auf dem Laufenden halten und bereits am kommenden Sonntag (18. April 2021) wird es einen weiteren Beitrag zu dieser Wander-Challenge geben. Also bleibe weiterhin neugierig und gespannt. Und drücke mir außerdem die Daumen, dass ich vielleicht noch vor meinem Vater ins Ziel komme. 

Meine Touren, die ich am Tag laufe, kannst du bereits täglich bei Komoot sehen. Falls du mir dort noch nicht folgst, so hole dieses schnell nach und begleite mich auch dort auf den Spuren meiner kleinen Abenteuer.

1. Etappe des virtuellen Jakobsweg „Camino Francés“ (Wandertagebuch)

Direkt am Jahresanfang 2021 fragte mich die liebe Verena vom Outdoor-Blog „Hinter dem Horizont„, ob ich nicht Interesse hätte, gemeinsam mit ihr den französischen Jakobsweg „Camino Francés“ virtuell zu laufen. (Worum es dabei genau geht, erfährst du in meinem ersten Bericht über dieses virtuelle Wander-Event: „Virtueller Jakobsweg – Darum geht es„) 

Etwas skeptisch, aber dennoch neugierig, sagte ich zu. Schnell bin ich an die Garderobe im Flur gelaufen, die Wanderschuhe hektisch angezogen und los ging meine Reise. Ja okay… Der Elan blieb noch am Tag der Anmeldung aus. 😅 Dafür war ich aber die Tage darauf unterwegs gewesen, wovon ich dir nun gerne etwas berichten möchte. 

03. Januar 2021 – Kleine Schneewanderung in Schlüsselfelder Wald

Ich meine mich noch vage zu erinnern, dass mich Verena am 02. Januar 2021 nach diesem virtuellen Wanderweg gefragt hatte, wir aber erst am nächsten Tag los gingen, um die ersten Kilometer dafür zu sammeln. 

Dabei hatten wir auch relativ viel Glück mit der Landschaft um einem herum gehabt, da es in der Nacht davor leicht geschneit hat. Wo es in Würzburg bei Verena nur eine leichte Schneedecke gab, war ich in einem richtigen Winterwald bei Schlüsselfeld unterwegs gewesen. 

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich bereits bei der Autofahrt ein breites Lächeln im Gesicht hatte. Die schneebedeckten Bäume am Wegesrand zauberten eine märchenhafte Landschaft. Und dieses Lächeln blieb auch bestehen, als ich aus meinem Auto stieg und das erste Kirschen unter meinen Schuhen vernahm. 

Endlich ein Winter mit Schnee“ waren dabei meine Gedanken gewesen. Denn ich muss zugeben, in den Jahren, wo ich hier in Unterfranken wohne, gab es nur relativ selten bis nie Schneefall. Um so glücklicher war ich, auch diesen Anblick einmal richtig zu genießen. 

Für die Wanderung hatte ich mir keine feste Route zurecht gelegt. Ich wollte einfach mal drauf los wandern, und schauen, was ich rechts und links am Wegesrand alles entdecken konnte. So kam schließlich eine kleine Wanderung von 4,7 Kilometer zusammen. 

06. Januar 2021 – Gemeinsame Wanderung mit Verena: TraumRunde Dettelbacher Dörfer

Auch wenn wir ein Team sind, wo jeder aber für sich seine Kilometer zusammen läuft, wollten wir trotzdem auch eine gemeinsame Touren starten. Der Vorschlag kam von der Verena, und ich denke, sie wollte mich in diesem Moment etwas aufbauen. 

Denn leider ging es mir seelisch nicht gerade gut. Dass ich meine Familie über Weihnachten und Silvester nicht sehen konnte, hatte mich schon sehr mitgenommen. Aber zum Glück ist ihr diese Aufmunterung auch gut gelungen. 😉

Raus gesucht haben wir uns die „TraumRunde Dettelbacher Dörfer„. Doch hätten wir vorher geahnt, was da auf uns zukommt, wären wir wohl ganz woanders wandern gewesen. 

Zuvor hat es die Tage ordentlich geregnet, so ist es kein Wunder, dass die Feldwege recht matschig und rutschig waren. Unsere Schuhe waren kaum noch wiederzuerkennen, ganz geschweige den Übergang, wo die Schuhe aufhören und die Hose beginnt.

Auch die recht kahle Winterlandschaft um uns herum hebte unsere Stimmung nicht ein wenig an. So hatte ich das Gefühl, dass wir wirklich um jeden Kilometer kämpften, den wir auch richtig gehen konnten. Ich habe auch des öfteren angeboten, ob wir nicht hier oder da eine kleine Abkürzung nehmen wollen. Doch Verena blieb eisern und so gingen wir den kompletten Wanderweg.

Matschig und kaputt von dem Kampf des Wanderweges kamen wir dann doch schließlich an unseren Autos an. Als ich einen Blick auf Komoot warf, kam dann auch das Lächeln ins Gesicht. Denn diese recht einzigartige Wanderung 😅 ergab für jeden an die 15 Kilometer, was somit 30 Kilometer mehr auf dem Jakobsweg entspricht. 

09. Januar 2021 – Der Panoramaweg Sommerhausen

Noch voller Motivation von unserer gemeinsamen Wanderung wollte ich unbedingt wieder am Wochenende raus. Wie gut, dass auch da das Wetter mitgespielt hat. Endlich wieder ein paar leichte Sonnenstrahlen, die den Winter etwas milder machten. 

Schon seit längerem wollte ich immer mal den Panoramaweg in Sommerhausen laufen. Durch eine Bekannte kannte ich nur einen Teilabschnitt von ihren Fotos, welche mich aber schon sehr neugierig gemacht haben. 

So ging es für mich nach dem Samstagsdienst im Labor in die kleine Gemeinde Sommerhausen, welche direkt am Main liegt. Schnell in die Wanderschuhe, den Rucksack auf den Rücken und los ging es. Doch schon nach den ersten paar Kilometern kam ich dann doch recht früh an meine Grenzen. Der Anstieg ging relativ steil hoch. Immer wieder blieb ich stehen, um die tolle Aussicht ins Maintal zu genießen und nebenbei wieder meine Atmung zu kontrollieren. 

Aber wenn man erst einmal oben angekommen ist, vergisst man schnell die kleine Strapaze von eben. Ein toller Weitblick in Ferne verzauberte mich regelrecht. Und dieser Anblick konnte ich die ganze Zeit über genießen. Egal um welche Ecke ich ging, oder wo ich auf einer kleinen Bank eine Rast macht – er war wie ein stetiger Begleiter mit dabei: Der Blick ins Maintal Richtung Ochsenfurt und/oder Würzburg

Ein weiteres Highlight auf dieser Runde war noch der alte Quaderkalkbruch. Allgemein finde ich stillgelegte Steinbrüche recht faszinierend. Ich frage mich da immer, wie sie früher hier gearbeitet haben. Wie kamen sie auf die Idee, so weit oben auf dem Weinberg einen Steinbruch aufzumachen, und vor allem wie haben sie das abgeschlagene Material wieder nach unten gebracht? Natürlich konnten die alte Schienen im Boden des Wanderweges die Antwort für die letzte Frage schon geben. 😉

Das einzige Stück, was ich mir nicht besonders gefiel, war der Rückweg nach Sommerhausen, der direkt neben der Bundesstraße entlang läuft. Hatte man erst die Stille der Natur genossen, um so vielleicht auch zur inneren Ruhe zu kommen, wurde diese durch die vorbeifahrenden Autos wieder zerstört. Aber zum Glück ist dieses Stück recht kurz gewesen. 

Trotz allem hatte ich so viel Spaß auf dieser Runde gehabt, dass ich sie definitiv nun auch gerne öfters wandern möchte. Denn im Allgemeinen bin ich so auf 10,1 Kilometer gekommen. Eine gute Strecke vielleicht für den nächsten Sonntagsspaziergang, oder? 😉


Nun muss ich aber mal ein großes Lob an die liebe Verena aussprechen. Sie hat mit ihrer Selbstständigkeit, und somit ohne jeweils eine Stunde Autofahrt zur Arbeit hin und zurück, etwas mehr freie Zeit als ich, und kann so auch unter der Woche etwas laufen gehen. Sei es nur ein kleiner gemütlicher Spaziergang in die Innenstadt von Würzburg und wieder zurück, so hat sie bereits 3-5 Kilometer mehr auf den Jakobsweg geschafft. 

Und ja, so kam es auch, dass wir Dank Verena uns relativ schnell in der 2. Etappe befanden. Und ja, ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich trotzdem, dass ich unter der Woche wegen meinem Beruf nicht wirklich zum Laufen komme. Wie aber nun die 2. Etappe für mich war, wo ich dort unterwegs war, und was ich alles gesehen habe, erfährst du demnächst in einem weiteren Wandertagebuch-Bericht des virtuellen Jakobsweg. 

Also bleibe weiterhin neugierig und schaue gerne öfters mal vorbei. 
Dein kleiner Weltenspatz Shelly

Jakobsweg „Camino Francés“ / Ein virtuelles Wandererlebnis – Worum geht es?

*unbezahlte Werbung: Nennung von anderen Homepages

Kaum hat das neue Jahr 2021 angefangen, fragte mich die liebe Outdoor-Bloggerin Verena (Hinter dem Horizont*), ob ich vielleicht Lust hätte, zusammen mit ihr den französischen Jakobsweg „Camino Francés“ zu laufen. 

„Meint sie das nun wirklich ernst? Sie weiß doch, dass wir uns gerade aktuell in der Corona-Pandemie stecken und somit das Reisen etwas schwerer macht. Und außerdem, warum gerade diesen blöden Jakobsweg, der gefühlt von jedem Menschen auf der Welt erwandern werden will.“ – Genau das waren meine ersten Gedanken dazu. 

Aber was soll ich sagen?! Sie hat mich doch überzeugen können, und somit laufen wir ihn nun zusammen ab. Und zwar im hier und jetzt. Ja, du hast gerade ganz genau gelesen: Jetzt gerade, hier aus Deutschland

Falls du diesen Beitrag nun noch nicht geschlossen hast, und nicht den Gedanken hast „sie ist doch jetzt komplett verrückt geworden“, sondern eher neugierig bist, wie wir das nun bewältigen, bin ich dir jetzt schon sehr dankbar. Denn diese Art von einem Abenteuer ist auch für mich das erste Mal, und so bin ich selbst gespannt, vor welchen “Herausforderungen“ Verena und ich stehen werden. 

Aber um die große Spannung vom Anfang an mal zu entfernen


Natürlich gibt es den französischen Jakobsweg auch in Wirklichkeit. Er ist sogar unter den einzelnen Jakobswegen der am beliebtesten, erwanderter Fernwanderweg. Aber Verena und ich laufen ihn nun nicht im realen Leben ab. Hierbei handelt es sich nämlich um ein Online-Event, bzw. eine Online-Wanderung

Denn gerade jetzt in der Zeit, wo das Reisen, und somit auch das Wandern etwas erschwert ist, gibt es viele Veranstalter, die ihre Wanderwege oder sonstige Wander-Events online veranstalten. So wie der Veranstalter GVC (Great Virtual Challenges)*. Dort gibt es die Möglichkeit, virtuell den Camino Frances zu laufen. 

Die Strecke umfasst 780 Kilometer, die in einzelne Etappenziel aufgeteilt ist. Und diese Strecke kann man als Einzelperson, oder wie wir es machen, als Team bestreiten. (Übrigens heißt unser Team Welten-Horizont. Eine Verbindung aus unser beiden Blognamen. Ist das nicht eine süße Idee?!) 

Jeder Teilnehmer läuft dabei seine eigene Strecke ab, und somit seine eigenen Kilometer zusammen. Der Vorteil von einem Team ist es, dass die einzelnen Kilometer zusammen gerechnet werden. So muss nun nicht jeder für sich selbst 780 Kilometer laufen. Was aber nicht heißt, dass es nicht möglich wäre. 😉

Um dieses Event etwas attraktiver zu machen, gibt es bei jeder Etappe noch weitere kleine Zwischenziele. Denn auch bei der realen Wanderung des “Camino Francés” kommt man an Sehenswürdigkeiten vorbei. Und diese möchte der Veranstalter uns nicht vorenthalten. Dabei starten die Wanderer wie gewohnt in Saint-Jean-Piet-de-Pont in Frankreich, und kommen nach 780 Kilometer schließlich in Santiago de Compostela an. 

Die liebe Verena schreibt über ihren Weg des virtuellen Jakobsweges ein Wandertagebuch. Und da hast sie wirklich meinen großes Respekt. Sie setzt sich wirklich jeden Tag hin, sobald sie gewandert ist, und aktualisiert ihren Eintrag mit ihren neusten Erlebnissen. (Schau doch selbst mal bei ihrem persönliches Wandertagebuch* vorbei.)

Da bei mir leider die Zeit etwas zu knapp wird, habe ich mir eher etwas anderes überlegt: Nach jedem Etappenziel werde ich dir von unseren Eindrücken und Abenteuern berichten. Mit unseren persönlichen Highlights dieser Strecke, sowie aber auch unseren Katastrophen (ohne die, wäre es ja kein richtiges Abenteuer 😉). 

Eines kann ich dir jetzt schon verraten: Schau auf jeden Fall öfters vorbei – wir laufen die Strecke schneller, als ich vorher angenommen habe. Das erste Etappenziel ist bereits geschafft und mein Beitrag dazu folgt die Tage. 

Aber nun die große Frage: Warum machen wir das eigentlich? 


Aus Spaß und Lust am Wandern und Entdecken neuer Landschaften, sowie einer Medaille, die es nach Beendigung der 780 Kilometer gibt. Diese ist somit meine erste Medaille, die ich mit meinem Outdoor-Hobby verdient habe. 

Aber genug geschrieben… Wir sehen uns nun nicht nur im Wald bei meinem nächsten Geocache, sondern auch auf den virtuellen Wanderweg “Camino Frances” wieder. Bis dahin bleibe gesund und immer stets neugierig für dein eigenes, kleinen (oder auch großes) Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly