Frühschicht mit Schnee – Abenteuerbuch-Eintrag #2

Ist es nicht herrlich, nach der Frühschicht noch eine kleine Runde spazieren zu gehen? Besonders dann, wenn auch noch Schnee liegt, und die Landschaft um einem herum in einem magischen Weiß erstrahlt? 

Wenn du auch dieser Meinung bist, habe ich hier den 2. Eintrag aus meinem Abenteuerbuch. Die Eindrücke, die ich erlebt habe, müssen einfach für mein „Älteres Ich“ festgehalten werden. Vielleicht bekomme ich mich so später auch wieder zum Lachen. 😅


Titel: Frühschicht mit Schnee
Datum: 09. Februar 2021 (Dienstag) 
Aktivität und Ort: Wandern in den Weinbergen von Würzburg, Stadtteil Grombühl 
Dauer und Kilometer: 1Std und 41Min für 4,99km (mit kleinen Pausen ca. 2½Std) 
Wetter: Bewölkt bei Temperaturen von ca. -6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: magisch, fundlos, nass 

Endlich mal wieder Frühschicht. Endlich mal weiß ich, was ich mit dieser kostbaren Zeit anstellen kann. Statt einfach nur nach Hause zu fahren und mich zu langweilen, hatte ich bereits am frühen Morgen eine Idee gehabt:

„Du packst gleich deine Wanderschuhe ein, schreibst Danny eine Nachricht, dass du nach der Arbeit noch wandern gehst. Nach Feierabend gehst du wieder hoch in die Weinberge. Mit einer kleinen Runde kannst du noch den einen Geocache einsammeln. So kommst du auf jeden Fall glücklich und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.“

„Gedacht – Getan“ würde ich da sagen. Denn genau so kam es dann auch. Zwar hatte ich nicht meine Wanderschuhe mitgenommen, (das Profil von denen ist schon relativ sehr weit abgelaufen, und auf das Rutschen im Schnee und Eis, eventuell noch mit einem Sturz… Ja, darauf konnte ich sehr gut verzichten), dafür nahm ich meine Joggingschuhe für den Sommer mit. 

Im Nachhinein weiß ich aber, dass es trotzdem keine gute Idee von mir war. Aber wie heißt es so schön? Man lernt aus seinen Fehlern. Also hoffe ich zumindest. 😅

Auf der Arbeit war zum Glück nicht so viel los, so dass ich endlich mal ein paar „Überstunden“ abbauen konnte und eine halbe Stunde eher los ging. Und ja, nur zum Klarstellen: Jede noch so kleine Minute zählt bei mir bereits als Überstunde. Mal sehen, wie lange ich diese Eigenschaft noch beibehalten. 😂

Somit bin ich am unteren Ende der “Ernst-Reuter-Straße” im würzburger Stadtteil Grombühl gestartet. Und gleich zum Anfang ging es erstmal bergauf. Da mir einige Leute beim Spielplatz entgegen kamen (und man darf nicht vergessen, wir befinden uns noch in der Corona-Pandemie), wechselte ich in eine kleine Nebenstraße und umrundete so den Platz. 

Danach ging es dann mit zügigen Schritten zur Nervenklinik. Und da muss ich noch sagen, dass ich vor diesem Gebäude großen Respekt habe. Wieso das so ist? Das weiß ich selber nicht genau. 😅

Doch schnell bog ich dort in den recht steilen Anstieg der “Rimparer Steig”. Puh… kam ich da ins Schwitzen. Mein Atem ging sehr stockend und so merkte ich, dass der Winter meine gute Kondition vom letzten Sommer wieder vernichtet hat. So kam mir erst der Gedanke, ob ich diese Tour nicht einfach abbrechen sollte. Doch ich entschied mich anders: Zähne zusammenbeißen und los. 

Als ich dann auf dem “Schalksbergweg” war, die letzten Wohnhäuser hinter mir gelassen habe, konnte mich eine Aussicht über Würzburg in meinem Vorhaben wieder bestärken. Meine “kleine” Stadt unter einer Schneehaube – ein wahrer Traum! Doch den besten Ausblick hatte ich erst am oberen Ende, bzw. direkt beim “Terrior F – Würzburg”.

Doch allzu lange konnte ich mich dort nicht aufhalten. Meine Füße fingen bereits an kalt zu werden. Also ging es weiter hoch auf den “Oberer Schalksbergweg”. Dort genoss ich in voller Ruhe das Knirschen unter meinen Schuhen. Gerade solche Geräusche machen für mich den Winter aus. 

Kurz vorm Ende der Straße bog ich in ein Wald-/Parkgebiet ab. Eine traumhafte, weiße Landschaft umschlang mich regelrecht. Und mein Lächeln im Gesicht wurde immer größer. So kam mir auch der Gedanke, einen kleinen Geocache hier in der Nähe gleich zu suchen. 

Doch leider blieb der Geocache an den Tennishallen für mich weiterhin verborgen. Statt eine kleine Dose in den Händen zu halten, hatte ich nun richtig kalte, und vor allem nasse Füße. Also ging es mit schnellen Schritten zurück in den Park, und daraufhin wieder runter vom Weinberg. 

Etwas erleichtert, dass ich heil unten angekommen bin (ohne auszurutschen und den steilen Abstieg auf dem Hintern runter zu rutschen), ging ich zurück zu meiner Arbeit. Mit schnellen Schritten, ohne dabei nach Links und Rechts zu schauen, kam ich endlich wieder an der “Ernst-Reuter-Straße” an. Und als ich schließlich in meinem Auto war, drehte ich erstmal die Heizung auf volle Stärke auf. 😅

Obwohl ich den Geocache nicht gefunden habe, war dieser Nachmittag trotzdem für mich gelungen. Dass ich mich tatsächlich aufgerafft habe, einen schönen winterlichen Spaziergang zu machen, statt mit dem Auto direkt nach Hause zu fahren, rechne ich mir selbst groß an. Denn ja, leider hat die aktuelle Corona-Pandemie meine Motivation auf ein kleines Abenteuer geschwächt. Aber wer weiß, vielleicht war dieses nun auch der Startschuss für viele weitere kleine Abenteuer. 


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 

Ein Geocache mit Geschichte: “Alte Universität Würzburg”

Geocaching ist nicht nur ein Hobby, wo man im Wald eine versteckte Dose suchen muss. Geocaching kann noch viel mehr sein. Wie zum Beispiel als eine Art Geschichtenerzähler oder Fremdenführer. So wie beim Geocache “Alte Universität Würzburg”, welcher dir die damalige Würzburger Geschichte in Hinblick auf ihre erste Universität und der Neubaukirche etwas näher bringt. 

Die Geschicht der “alten Universität Würzburg”


Bereits im Jahr 1402 gab es die erste Universität in Würzburg. Leider wurde aufgrund mangelhafter, finanzieller Ausstattung diese wieder eingestellt. Ob dabei auch der Mord des Rektors im Jahr 1413 mit eine Rolle spielte, ist bisher noch etwas schleierhaft. Aber mysteriös klingt das ja schon etwas.

Am 2. Januar 1582 bekam Würzburg die 2. Chance, eine Universität zu besitzen. Der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn setzte sich dafür sehr ein. Und es war ein reiner Erfolg, der noch bis zur Mitte des 19. Jahrhundert standhielt. Man geht davon aus, dass der mächtige, vierstöckige, annähernd quadratischer Innenhof nicht nur die Hörsäle der Studenten beinhaltete, sondern auch allgemeine Quartiere für die Studierenden, Professoren, Doktoren, sowie der Verwaltung. 

Der Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn schuf somit eine strikte, katholische Hochschule, wo Professoren und Doktoranden sich bis zur Säkularisierung auf das tridentinische Glaubensbekenntnis verpflichten mussten. Und somit wurde es einer der ersten speziell als Universität errichteten Bauten im Deutschen Reich, der zugleich auch von europäischen Rang war. 

Gebaut wurde sie jedoch nicht am ersten Standort der vorherigen Universität. Der Platz war dort etwas zu klein gewesen. So wurde dieses Gebäude, inklusiver der Neubaukirche zwischen der Domschulstraße und Neubaustraße gebaut. 

Die Neubaukirche war zur damaligen Zeit die Universitätskirche gewesen. Der Kirchturm beträgt eine Höhe von 82 Metern, und ist somit der höchste Kirchturm von Würzburg. Sie ist auch als der schönster, barocke Kirchturm in Süddeutschland verzeichnet. Also schon allein deswegen ist dieser Ort eine Empfehlung von mir. 

Die Neubaukirche diente aber auch teilweise als eine Art Sternwarte. Wo ich die Idee, eine Kirche als Sternwarte sehr verlockend finde, und sie gerne in der damaliger Zeit besucht hätte. In einem “Gotteshaus” der Astrophysik nachzugehen – 2 Gegensätze, die heute nicht mehr vorstellbar sind. 

Leider wurde die Universität mit der Neubaukirche im 2. Weltkrieg, genauer gesagt beim großen Bombenangriff am 16. März 1945 komplett zerstört. Doch Dank alter Fotoaufnahmen konnte man sie Stück für Stück wieder aufbauen. 

Mittlerweile hat sich die Universität auf die ganze Stadt Würzburg verteilt. So findet man hier nur noch die “Juristische Fakultät”. Außerdem finden in der Neubaukirche keine Gottesdienste mehr statt, sondern wird heute als Aula genutzt, wo Veranstaltungen und Tagungen stattfinden. 

Dieses recht große Gebäude, in Zusammenhang mit der Neubaukirche, ist ein herausragendes Denkmal der Renaissance. Und falls du mal Würzburg einen kleinen Besuch erstattest, ob nun als Tagestour oder sogar als Geocacher, kann ich dir nur empfehlen, diesen Ort aufzusuchen und “die Macht” hinter dieser Geschichte zu spüren. 

Zum Geocache GC8G7G9 – Alte Universität Würzburg


Hinweis: Du findest diesen Geocache auf meinem Lesezeichenzerzeichnis *sehenswerte Geocaches*.

Viel möchte ich dir da nicht verraten, wo genau er sich befindet. Ich denke, mit ein bisschen Geduld als Neuling, oder mit dem sofortigen Blick des Profis, kann dieser Cache sicher und leicht geborgen werden. 

In der näheren Umgebung findest du auch eine Infotafel zu diesem Gebäude, wo ich unteranderem auch die entsprechenden Informationen heraus genommen habe. Doch was mir fehlt, was du dort aber entdecken kannst, sind Fotos von der damaligen Zeit und den Innenräumen. Also werfe auf jeden Fall mal einen Blick darauf. 

Und wenn du den Cache geborgen hast, kannst du ruhig durch das Tor zum Innenhof gehen. Dir den mächtigen Innenhof an schauen, dir vorstellen, wie früher wohl das Leben hier war. Und vielleicht auch zum kleinen Brunnen gehen, der an die alte Baugeschichte erinnern soll. 

Egal für was du dich entscheidest, ob nun nur den kleinen Cache zu finden, oder doch in die Geschichte abzutauchen – wünsche ich dir einen tollen Aufenthalt an einem ganz besonderen Ort von Würzburg. 

Bleibe gesund und immer stets neugierig für dein persönliches, kleines Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly