Wandern im Regen: Abenteuerbuch-Eintrag #1

Ja es ist soweit: Der erste Eintrag in meinem Abenteuerbuch 2021. Ein kleines Abenteuer, welches für mich selbst sogar das erste Mal gewesen war, und welches ich gerne für mein “späteres Ich“ aufbewahren möchte. Denn wer weiß, wie gut meine grauen Zellen im Alter noch sind. So manche schöne Tage möchte man doch gerne für die Ewigkeit festhalten. Zumindest ist dieses meine persönliche Einstellung. 

Und da mir diese besagte Wanderung so viel Spaß gemacht hat, möchte ich sie gerne mit dir teilen. Vielleicht bekommst du so die Lust dazu, diese Art von einem kleinen Abenteuer selbst zu erleben. Schließlich war es für mich selbst eine Erfahrung gewesen, wo ich noch vor paar Tagen vorher eher im Gegenteil darüber gedacht.

Aber genug auf die Folter gespannt. Hier kommt mein kleiner Eintrag, den ich eins zu eins von meinem Abenteuerbuch für dich übernommen habe. 


Titel: Erste richtige Wanderung im Regen
Datum: 06. Februar 2021 (Samstag) 
Aktivität und Ort: Wandern im Landkreis Würzburg (Dürrbach – Veitshöchheim) 
Dauer und Kilometer: 2Std 14Min reine Gehzeit für 10km (mit kleinen Pausen ca. 4 Std unterwegs) 
Wetter: Regen (alle Stärken im Wechsel) mit kleinen Trockenzeiten bei 4-6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: nass, steil, sehnsüchtig 

Regen, Regen und noch mehr Regen. Eigentlich bleibe ich bei solchen Wetterverhältnisse eher Zuhause. Doch ganz ehrlich: Was dann? Ich würde mich wieder den ganzen Tag lang nur langweilen. Nicht wissen, was ich mit mir selbst anstellen soll und somit in ein tiefes Loch fallen. Am Abend wäre ich dann wieder sauer auf mich, weil ich an diesem Tag nichts erlebt hätte. 

Man könnte somit schon sagen, dass ich „zum Glück“ den Samstagsdienst im Labor hatte. Denn so bin ich schon mal vor der eigenen Haustür und könnte somit auch ein kleines Abenteuer erleben. Also fuhr ich nach Feierabend (10 Uhr) hoch zum Schenkenturm. 

Eigentlich wollte ich bereits unten im Gewerbegebiet parken, traute mich jedoch nicht, mein Auto am Straßenrand abzustellen. Zum Glück gab es aber oben auf dem Weinberg einen kleinen Parkplatz, wo bereits schon Andere ihr Auto abgestellt hatten. Von dort ging dann auch meine Wanderung inkl. Regenschirm los. 

Als Erstes ging ich in das sogenannte Königswäldchen, welches jedoch durch Forstarbeiten eher etwas chaotisch als königlich aussah. Vorbei an einer etwas größeren Wiese, wo sich nur eine Bank mit einer Schaukel befindet, runter zu den Weinreben, die sich auf dem Pfaffenberg befinden. 

Doch leider führte dort kein direkter Weg an den Weinreben entlang, so dass mein Weg auf einem matschigen und nassen Trampelpfad durchs Königswäldchen entlang führte. 

Vorbei an einem Jagdstand, der doch etwas merkwürdig wirkte. So stand unter ihm ein Holzstuhl. Und auf ihm stand ein Kanister. Irgendwie wirkte diese Stimmung eher nach einem „Lost Places“. 

Kurz darauf kam ich dann schließlich doch an die Weinreben ran. Doch ein richtiger Weg führte hier nicht entlang. Etwas weiter unten sah ich zwar einen geteerten Weg, aber meine Wanderschuhe waren bereits dreckig und nass, so dass ich am oberen Teil des Weinberges weiter entlang ging. 

In den Weinbergen selbst waren bereits Winzer an ihrem Werk gewesen, die Weinreben für den kommenden Sommer zurecht zu schneiden. Als sie mich entdeckt hatten, haben sie kurz ihre Arbeit niedergelegt und schauten etwas verdutzt zu mir hoch. Vielleicht waren sie ja doch etwas überrascht gewesen, ein junges Mädchen mit ihrem Regenschirm hier in ihren Weinbergen zu sehen.

Ein paar Schritte weiter befand ich mich auf diesen geteerten Weg und ging zu einer kleinen Ansammlung von etwas größeren Steinen. Denn dort in der näheren Umgebung hat sich ein kleiner Geocache versteckt. Bereits beim Eintragen ins Logbuch kam mir der Gedanke, dass ich mir wohl jetzt lieber das Regencap umhänge. “Gesagt – Getan”… was nun wieder zum großen Glück für mich war. 

Versunken in meinen Gedanken wollte ich wieder auf den Hauptweg zurück gehen, rutschte dabei aber aus, landete auf meinem Hintern, und bin so dann in den vor mir liegenden Graben gerutscht. Wäre mir dieses ohne mein Regencap passiert, wäre an diesem Punkt mein kleines Abenteuer zu Ende gewesen. Eine nasse Jeans-Hose wäre bei diesen kalten Temperaturen nicht gerade zum Vorteil gewesen.

Mit einem dreckigen Regencap ging es um das Militärgebiet von Veitshöchheim herum. Auf den Schildern stand zwar, dass man außerhalb von Übungs- und Trainingszeiten auf eigene Gefahr die Wege benutzen durfte – aber mir war diese Angelegenheit als kleiner Angsthase doch etwas zu gefährlich gewesen. Erst bei einem Wandersymbol des Jakobswegs traute ich mich, dieses Gebiet zu betreten. 

Den Jakobsweg folgend ging es für mich in ein kleines Waldgebiet. Der erste Teil des Weges ging recht steil runter, und kurz darauf wieder steil bergauf. Jedoch merkte ich den steilen Anstieg gar nicht, da ich mir die vielen MTB-Trails neben dem Weg anschaute und dabei träumte, wie ich im kommenden Sommer hier entlang fahren werde. 

Mit einem kleinen Umweg ging es schließlich zur Luitpoldquelle. Ehrlich gesagt habe ich sie mir etwas spektakulärer vorgestellt. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir aktuell Winter haben, somit vielleicht kein Wasser von dort entspringt, und die Landschaft im Allgemeinen recht kahl und irgendwie traurig wirkte. Ein Besuch im Sommer sollte ich mir wohl ebenfalls mal vornehmen, um einen anderen Eindruck von dieser Stelle zu bekommen. 

Zurück auf den Jakobsweg ging es weiter am Militärgelände bis nach Veitshöchheim entlang. Ein kleines Stück im Gewerbegebiet entlang, vorbei am Freibad “Geisbergbad”, bis hin ins Wohngebiet Schenkenfeld. Dabei kamen mir die vielen alten Erinnerungen hoch, wo ich selbst hier für 4 ½ Jahre gewohnt habe. 

Im Wohngebiet selbst bin ich auf einen altbekannten Schleichweg wieder zurück in die Weinberge gekommen. Mit einem tollen Blick ins Maintal ging es erstmal wieder bergauf. Als kleine Motivation wollte ich gerne den Geocache finden, der sich fast oben auf dem Weinberg befindet. Naja… Gefunden habe ich ihn zwar, doch leider wollte mein Kugelschreiber nicht so, wie ich es wollte. So konnte ich mich nicht ins Logbuch eintragen und somit bleibt dieser Geocache weiterhin für mich offen. 

Ein bisschen gefrustet darüber ging ich den Weg oberhalb der Weinberge entlang. Endlich kam ein Stück, was recht eben war, so dass ich mein Lauftempo auch wieder etwas erhöhen konnte. Erstrecht beim Anblick des Schenkenturms, wo sich schließlich auch mein Ziel befand. 

Beim Verlassen der Weinberge hatte ich dann die Entscheidung: Direkt zurück zum Auto, oder ein kleiner Umweg direkt zum Schenkenturm. Natürlich habe ich mich für den Umweg entschieden. Diese paar Meter, die ich dann extra gelaufen bin, taten mir ja schließlich auch recht gut. 

Vorbei am Schenkenturm ging es dann direkt zum Flugplatz. Leider flogen bei solchen Wetterverhältnisse keine Hobby-Piloten, sonst wäre ich hier bestimmt noch etwas länger geblieben. Das Starten und Landen von diesen kleinen Maschinen finde ich nämlich auch recht interessant. Und so kam mein kleiner Wunsch, einmal einen Rundflug über Würzburg zu machen, wieder in mir hoch.

Als der Parkplatz dann wieder in Sichtweite kam, war es dann mit meiner Motivation dann doch zu Ende. Besonders dann, als ich sah, dass alle anderen Autos bereits schon weg waren und mein kleiner Clio dort einsam und verlassen dort stand. Mit schnellen Schritten ging es somit zurück zum Startpunkt. Setze mich noch einmal in den offenen Kofferraum, genoss die Natur mit einem belegten Brötchen und war stolz auf mich selbst, dass ich dieses Abenteuer in Angriff genommen habe. 

„Leben heißt, nicht zu warten, dass der Sturm vorbei ist,
sondern lernen, im Regen zu tanzen.“


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Regen oder Sonnenschein,
kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 


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