Das Hünengrab bei Reinfeld (Holstein)

Manchmal kann eine Dose im Wald viel mehr sein, als nur ein Geocache hinter einem Baum. Denn manchmal können diese kleinen Verstecke uns Gegenden zeigen, die wir vorher wohl nie besichtigt haben. Schließlich braucht man manchmal nur einen Ansporn, in eine bestimmte Region zu fahren.

Du glaubst mir nicht? So hoffe ich, dass ich dir mit diesem Beitrag „Das Hünengrab bei Reinfeld (Holstein)“ vom Gegenteil überzeugen kann. Dass nicht nur die Suche nach einem Geocache in einem das kleine Kind hervor lockt, sondern allein die mystische Stimmung eines Herbstwaldes so manchen Spaß hervor rufen kann.

Inhaltsverzeichnis

Ein kleines Outdoor-Abenteuer in Reinfeld (Holstein)
Wo genau liegt das Hünengrab in Reinfeld (Holstein)
Das Hünengrab als Hügelgrab
Ein kleiner Spaziergang mit großen Spaßfaktor

Ein kleines Outdoor-Abenteuer in Reinfeld (Holstein)

Ende September 2020, bei einem heimischen Urlaub bei meinen Eltern in Norddeutschland, hat mich mein Cacher-Herz nach Reinfeld (Holstein) verschlagen. Mit herrlichen Sonnenschein und noch relativ warmen Temperaturen versprach es, ein richtig schöner Tag zu werden. Und so wollte ich dieses Abenteuer zusammen mit meinem Vater verbringen, um ihn unter anderem auch mein Hobby dem Geocaching etwas näher zu bringen.

Schon als kleines Kind war ich relativ viel in Reinfeld (Holstein) unterwegs gewesen. So hätte ich noch vor dieser Tour felsenfest behauptet, dass ich mich in dieser Gegend sehr gut auskenne. Doch als ich auf eine kleine Tradi-Runde rund um das Hünengrab stoß, fragte ich mich: Wo befindet sich denn eigentlich dieses erwähnte Hünengrab?

Sogar mein Vater, der jahrelang in Reinfeld (Holstein) gearbeitet hat, konnte mir diese Frage nicht beantworten. Angestiftet mit der Neugier auf etwas Neuen, machten wir uns auf den Weg. Unser Ziel: Ein kleines Outdoor-Abenteuer, in einer Gegend, die wir selbst erst erforschen mussten. 😉

Wo genau liegt das Hünengrab in Reinfeld (Holstein)

Wie bereits schon erwähnt, bin ich durch einem Geocache auf dieses Hünengrab aufmerksam geworden, beziehungsweise von einer ganzen Tradi-Runde mit 8 Caches. Und wie sollte es auch nicht anders sein, hießen sie auch noch „Hünengrab“. (Meine Lesezeichenverzeichnis bei Geocaching.com findest du *hier*.)

So zeigte ich meinen Vater, wo sich ungefähr dieses Hünengrab befinden könnte. Und durch die Ortskenntnisse von ihm hatten wir auch relativ schnell einen Parkplatz ausfindig gemacht, wo wir unser Auto abstellen konnten. Dieser ist unter anderem auch bei „Google Maps“ zu finden.

Das Hünengrab liegt im oberen Teil von dem Herrenteich, wie sich später auch herausstellte, in einem richtig schönen Waldabschnitt. Den Parkplatz, wo wir unser Auto abgestellt haben, befindet sich an der Fasanerie Reinfeld, sowie dem Skatepark im Schuhwiesenweg. So konnten wir vorher noch ein kleines Stückchen direkt am Herrenteich entlang gehen.

Die Alternative wäre auch ein kleiner Parkplatz weiter nördlich gewesen, wo der Schuhwiesenweg in den Poggenkamp übergeht. Beide Parkplätze sind wie gesagt bei „Google Maps“ auch zu finden. Wir selbst kamen an diesem Parkplatz ebenfalls zu Fuß vorbei, denn von dort aus bogen wir in die Richtung des Hünengrab ab.

Entlang dem kleinen Bach Tannenbach, sowie vorbei an Feldern, folgten wir den Wegabschnitt in ein kleines Waldgebiet. Ohne einen richtigen Plan zu haben, wie wir nun gehen sollten, sind wir immer wieder hin und her gelaufen. Und an manchen Stellen auch etwas querfeldein. Denn wir wollten uns nicht von der Geocaching-Runde leiten lassen, sondern eher selbst unser Abenteuer hier erleben. Und dieser Waldabschnitt bot sich dafür auch ideal an.

Das Hünengrab als Hügelgrab

Neben naturbelassenen Wegen, sprich die Wege sind nicht gerade eben, hier und da schauen die Baumwurzeln hervor, bietet der Wald auch so eine ganze Menge an Spaß. Gleich am Anfang gab es eine kleine „Brücke“ über den Tannenbach, die wir überquerten und uns entscheiden mussten, in welche Richtung wir nun weiter gehen wollten. So nahmen wir gleich mal den „recht steilen“ Anstieg in Kauf, um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Dabei entdeckten wir eine größere Ansammlung von Findlingen. Ist das etwa schon das Hünengrab? Bisher kannte ich die Hünengräber eher so, dass sie unterhalb der Erde liegen, und anhand eines Erdhügels zu erkennen sind.

Mit ein paar Recherchen im Internet wussten wir, dass wir hier genau richtig sind. Denn hierbei handelt es sich um ein Großsteingrab, welcher wohl bereits aus der Jungsteinzeit stammt, und so ca. 3.000 Jahre alt ist. Und wenn man sich nun man überlegt, wie die damaligen Menschen mit den einfachsten Mitteln diese tonnenschweren Findlinge oft über Kilometerweite Wege zusammen gebracht haben, bekommt diese Opfer- und Kultstätte gleich einen mystischen Hauch.

Ein kleiner Spaziergang mit großen Spaßfaktor

Mit der Euphorie dieser Entdeckung machten wir uns auf, nun auch den restlichen Waldabschnitt zu erkunden und dabei hoffentlich auch den einen und anderen Geocache zu finden. So schaute ich in der Geocaching-App nach, wo denn der nächste Cache liegt. Tja, und wie sollte es nicht anders sein, natürlich auf der anderen Seite vom Tannenbach. 😅

Wir wollten nicht den Weg zur Brücke wieder zurück gehen, sondern entschlossen uns, einen kleinen Trampelpfad zwischen der Schlucht zu nehmen. So standen wir bereits an unserer ersten, richtigen Herausforderung: Es ging kein Weg über den Tannenbach. Man konnte noch erahnen, dass es hier in früheren Zeiten eine kleine Brücke gab, doch von dieser war nichts mehr vorhanden. Also sprangen wir mit einer kleinen sportlichen Einlage über den Bach, und kletterten den recht steilen Anstieg hoch.

Als wir oben auf dem Weg wieder angekommen waren, ging es aber sofort sportlich weiter. Denn hier und da gab es ein paar kleine sportliche Einlagen, die wir natürlich gleich ausprobierten. Wie zum Beispiel eine Stange zwischen 2 Bäumen, wo man hervorragend Klimmzüge machen konnte. Beziehungsweise nur, wenn man dieses auch beherrscht und nicht nur wie ein nasser Sack an einer Stange hängt. 😅

Auf unserem Weg durch den Wald entdeckten wir auch immer wieder die Natur neu für uns. Sei es mit einer reichlich großen Ansammlung von Pilzen auf einem Baumstamm, oder einer großen Gewulst oben auf dem Baum.

Und ja, hier befindet sich wirklich auch ein Klettercache. So hatte mein Vater die Idee gehabt, wir könnten ja mal nach oben in die Baumkronen schauen, vielleicht würden wir so den Geocache wenigsten sehen. (Und an alle Cacher nun: Nein, ich hätte ihn trotzdem NICHT als „gefunden“ geloggt, denn schließlich stehe ich nicht im Logbuch drin.)

Als mein Vater dann diese recht große Gewulst am Baum sah, meinte er mit fester Überzeugung, dass es sich dabei um dem Geocache handelt. Ich selbst zweifel da eher an seiner Theorie, aber fand die Idee so niedlich, dass ich ihn in diesem Glauben gelassen habe. Wer weiß, vielleicht befindet sich ja wirklich dort der Geocache. 😅

Aber auch so mancher anderer Geocache war nicht nur ein Petling unter dem typischen Hasengrill gewesen. Manche befanden sich dann doch etwas weiter oben, so dass wir dieses Versteck nur mit einer weiteren Sporteinlage bergen konnten. Und nun muss ich mal ganz ehrlich sein: Mein Vater gehört zur Ü50-Fraktion, aber als er so auf den Baum klettern wollte, sah ich meinen Vater eher als einen kleinen 8 jährigen Jungen an, der unbedingt an diese Dose wollte. 😅

Da nun diese Geocaching-Runde nicht wirklich lang an Kilometern ist, waren wir auch relativ „schnell“ durch gewesen. Aber das störte uns weniger, denn wir sind lachend und glücklich wieder zurück zum Auto gegangen. Für uns Beide war es ein tolles, kleines Outdoor-Abenteuer gewesen.

Selbst heute, wo ich diesen Beitrag dazu schreibe, sitze ich immer wieder schmunzelnd vor meiner Tastatur. Und als ich meinem Vater nach seinen Fotos fragte, und er mir diese schickte, verriet er mir außerdem, dass er selbst wieder so viel lachen musste, wie damals im Wald.

Mit diesen Worten hoffe ich nun, dass ich dich vielleicht auch inspirieren konnte, selbst diese etwas sportliche, aber lustige Runde zu machen. Und ja, nimm auf jeden Fall jemanden mit, denn zu zweit oder mehreren Leuten hat man erst recht seinen Spaß an diesem Abenteuer.


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Wandertagebuch zur “Nordsee-Challenge” – Unterwegs auf der 1. Etappe

Seit dem 1. Mai 2021 befinde ich mich, zusammen mit meinem Vater, auf der Nordsee-Challenge* vom Anbieter GVC (Great Virtual Challenges)*. Unsere Idee war es, einfach virtuell zu unserem Sommerurlaub auf die Nordsee-Insel Föhr zu wandern. Vor Ort wollen wir dann, bei herrlichem Sonnenschein am Strand, unsere Medaillen auspacken und mit einem “Aperol Spritz” unseren Erfolg feiern. 

Doch um diese Medaille zu erhalten, müssen wir im Vorfeld 450 Kilometer erwandern. Eine Strecke, die zwar ganz gemütlich klingt, aber mit einem kleinen Zeitdruck doch sehr groß aussieht. Schließlich wollen wir bis spätestens 15. August 2021 alle Kilometer zusammen erwandert haben, so dass die Medaillen auch rechtzeitig zum Urlaub bei uns ankommen. 

Und eines kann ich jetzt schon sagen: 3 ½ Monate für 450 Kilometer, kann mit dem täglichen Alltagsstress doch eine ganz große Herausforderung werden. Man könnte diese Strecke schaffen, wenn man täglich 4-5 Kilometer wandert. Aber dann auch bei schlechten Wetter, nach der Arbeit (oder in meinem Fall bei Schichtdienst auch vor der Arbeit). Der Haushalt muss auch noch nebenbei laufen, und die Tiere, sowie der Partner, wollen schließlich auch versorgt werden. 

Ich hatte es mir am Anfang doch recht einfach vorgestellt, doch merkte schnell, dass sogar ich an meine Grenzen komme. Aus diesem Grund schreibe ich nun dieses Wandertagebuch. Einerseits, damit ich die gelaufenen Kilometer nicht so schnell aus den Augen verliere, aber auch als Motivation, die Wanderschuhe anzuziehen, statt einen Abend gemütlich auf dem Sofa zu verbringen. 

Die erste Etappe der Nordsee-Challenge ist nun geschafft. Virtuell haben wir mit der Anfahrt auf dem Autozug nach Sylt gestartet, für mich selbst ging es jedoch bei einem herrlichen Frühlingstag in Würzburg los. Ich wünsche dir somit viel Spaß bei meinen kleinen Eindrücken.

Wandertagebuch-Einträge

1. Mai 2021: Frühling im Würzburger Ringpark (7,67 Kilometer)
2. Mai 2021: “Hin und Her” auf dem Schwanberg ( 6,24 Kilometer)
8. Mai 2021: Einmal um die Volkacher Mainschleife (25,04 Kilometer)
9. Mai 2021: Wandern vor der eigenen Haustür (13,49 Kilometer)
10. Mai 2021: Frühs in Würzburg (5,01 Kilometer)
18. Mai 2021: Feierabendrunde in Würzburg (5,05 Kilometer)
21. Mai 2021: Im Urlaub Brötchen holen (6,18 Kilometer) / Gewitter in Lübeck (3,60 Kilometer)

1. Mai 2021: Frühling im Würzburger Ringpark (7,67 Kilometer)

Der Frühling lockte wohl an diesem Tag so manchen Outdoor-Fan vor die eigene Haustür. Das herrliche und sonnige Wetter versprach eine Menge Spaß. Doch für mich musste der Spaß erstmal noch etwas warten. Denn trotz Feiertag verbrachte ich den Vormittag bei mir auf der Arbeit im Labor. 

Doch der Feierabend kam immer näher. Und da ich eh schon in Würzburg war, wollte ich auch die erste Wanderung von dieser Nordsee-Challenge hier beginnen. 

Ein “kleiner” Frühlingsspaziergang durch den Würzburger Ringpark, sowie durch das Gelände der alten Landesgartenschau in der Zellerau. Man konnte richtig spüren, wie der Frühling von Sekunde zu Sekunde immer näher kam. Erstrecht mit der großen Blütenpracht um einem herum, so dass man sogar die etwas kühlen Temperaturen vergaß.  

Doch dunkle Wolken zogen immer mehr auf, so dass mein ursprünglicher Plan, zur Marienfestung noch hoch zu wandern, ins Wasser fiel. Zum Glück habe ich diesen Wetterumschwung noch rechtzeitig gemerkt. Denn als ich schon im Auto saß, fielen die ersten dicken Tropfen zum Himmel.

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/358745664)

2. Mai 2021: “Hin und Her” auf dem Schwanberg ( 6,24 Kilometer)

Der Regen vom Vortag zog sich auch noch in den 2. Mai hinein. Eigentlich ein Tag, wo man es sich Zuhause gemütlich macht und das Prasseln des Regens belauscht. Doch im Norden, wo meine Eltern wohnen, war das Wetter wohl etwas anders gewesen. Denn mein Vater legte sich ordentlich ins Zeug und führte nun in der Challenge. 

Diesen Vorsprung kann ich nicht so auf mich sitzen lassen. Nahm mir meine Wandersachen zur Hand und fuhr hoch auf dem Schwanberg. Und irgendwie meinte auch das Wetter es gut mit mir, denn die Regenwolken verzogen sich und die Sonne kam immer mehr hervor. 

So bin ich ein wenig hin und her gelaufen, bewaffnet mit meiner “Sony Alpha 6000”-Kamera, um ein paar neue Frühlingsfoto zu machen. Dabei bin ich auch zu meinem Lieblingsort gegangen, wo sich die Natur in einem ordentlichen, aber auch wilden Zustand sich diesen Parkbereich wieder zurück erobert. 

Doch die Sonne lockte auch die anderen Menschen raus in die Natur. So kam es, dass der Parkplatz bis zur letzten Lücke voll stand, die Wege und Sitzbänke recht voll waren, und von der Ruhe in der Natur kaum noch eine Spur vorhanden war. 

Für mich war es also wieder an der Zeit, zurück nach Hause zu fahren, um diesen Tag mit den schönen Erlebnissen in Erinnerung zu behalten. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/359884904)

8. Mai 2021: Einmal um die Volkacher Mainschleife (25,04 Kilometer)

An dem Wochenende 8./9. Mai 2021 fand von einer Outdoor-Blogger-Organisation eine Spendenwanderung statt. Für jeden einzelnen erwanderten Kilometer spendete Komoot* 10 Cent an eine Hilfsorganisation für Jugendliche. 

Wandern für einen guten Zweck? Natürlich bin ich dabei! So konnte ich diese Wanderung auch gleich für das Training für den bevorstehenden Mammutmarsch nutzen. Meine Idee war es, einmal um die komplette “Volkacher Mainschleife” zu laufen. Eine Strecke, die ungefähr 25 Kilometer beträgt. 

Bereits vor 2 Jahren habe ich dieses Stück schon mal umrundet – jedoch mit dem Fahrrad, statt zu Fuß. Damals haben mich vereinzelt ein paar Geocaches hier- und dorthin gelockt. Doch dieses Hobby wollte ich an diesem Tag “links liegen lassen”, und mich ausschließlich auf die Wanderung konzentrieren. So folgte ich den Main entlang, ging hoch zur Vogelsburg, entlang in den Weinbergen, bis ich schließlich am Main wieder ankam.  

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/363051355)

9. Mai 2021: Wandern vor der eigenen Haustür (13,49 Kilometer)

Noch motiviert vom vergangenen Tag wollte ich auch am 2. Tag der Spenden-Wanderung einige Kilometer machen. Wie gesagt, man wandert schließlich für einen guten Zweck. Doch leider machte mir das Wetter, sowie mein Körper mir an diesem Tag Probleme. 

Von der Umrundung der “Volkacher Mainschleife” hatte ich einen starken Sonnenbrand auf Arme und Nacken gehabt. Und auch am Abend merkte ich, dass ich trotz Capi einen Sonnenstich hatte. So fühlte sich mein Körper nicht besonders motiviert an, als ich in die Wanderschuhe stieg. 

Statt großartig woanders eine Wanderung zu starten, entschied ich mich, direkt bei der eigenen Haustür zu starten und 2 Steinbrüche (aktiv, sowie auch inaktiv) zu besuchen. So würde trotzdem eine Strecke von 20 Kilometer entstehen – doch leider musste ich bei der Hälfte schon abbrechen. 

Die stechende Sonne am Himmel, und Wege entlang an Feldern ohne die Hoffnung auf einen schattigen Weg, brachten meinen Kreislauf komplett in den Keller. Auch die 2 Liter Wasser, die ich dabei hatte, waren schnell verbraucht gewesen. Statt noch mehr an meine körperlichen Grenzen zu gehen, suchte ich mir den kürzesten Weg zurück nach Hause raus. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/364210760)

10. Mai 2021: Frühs in Würzburg (5,01 Kilometer)

Mit den beiden Wanderungen am Wochenende führte ich natürlich bei der Nordsee-Challenge und habe meinen Vater ordentlich abgehängt. Aber mein Vater ist jemand, der sehr ehrgeizig ist und am liebsten überall den 1. Platz machen würde. So kam es, dass dann auch mein Vater nun größere Touren lief – einerseits für sein Training für den Mammutmarsch, und wohl auch, um wieder an der Spitze zu sein. 

Um es ihn etwas zu erschweren, unternahm ich noch vor der Arbeit eine kleine Runde  in Würzburg. An diesem Tag hatte ich Spätschicht und genoss noch die Stille in der Stadt. 

18. Mai 2021: Feierabendrunde in Würzburg (5,05 Kilometer)

Eine weitere Woche ist vergangen, wo ich nicht wandern/laufen war. Der Grund dafür war der sekündliche Wechsel der Wetterverhältnisse: Sonne, Regen, Gewitter, Hagel, Sturm… bei kalten und warmen Temperaturen. Meine Gesundheit war mir in dieser Hinsicht etwas wichtiger gewesen, schließlich wollte ich mir keine Erkältung holen und ggf. für den Mammutmarsch nicht fit genug zu sein. 

Doch mein schlechtes Gewissen nagte an mir, erst recht, als ich sah, dass mein Vater schon sehr nah an der 2. Etappe sich befindet. Also Zähne zusammen beißen, sich ordentlich anziehen, und nach Feierabend wieder eine kleine Runde in Würzburg gedreht. Zur Belohnung gab es für mich dann am Abend noch Sushi, welches ich mir auf jeden Fall auch verdient habe. 

21. Mai 2021: Im Urlaub Brötchen holen (6,18 Kilometer) / Gewitter in Lübeck (3,60 Kilometer)

Ja der Mammutmarsch “Around the World 2.0”, welcher am Wochenende vom 22./23. Mai 2021 stattfindet, steht kurz vor den Startlöchern. Da ich ihn dieses Mal zusammen mit meinem Vater bestreiten werde, gab es für mich einen kleinen Urlaub an der Ostsee

Eigentlich wollte ich an diesem Tag doch entspannen und die Füße hochlegen –  doch mein Vater hatte da ganz andere Pläne gehabt. So sind wir morgens um 6 Uhr schon los gegangen, um Brötchen zu holen. Natürlich bei einem langen, recht sportlichen Spaziergang. 

Mit Sport in den Tag zu starten, und das noch vor dem ersten Kaffee, war definitiv für mich eine neue Herausforderung gewesen. Doch dafür schmeckte das Frühstück gleich viel besser. 

(Meine genaue Route kannst du dir bei Komoot anschauen: https://www.komoot.de/tour/372023415)

Gegen die Mittagszeit wollten wir etwas durch die Innenstadt von Lübeck gehen. Mein Vater musste noch ein paar Besorgungen machen, und diese wollten wir mit einer längeren Tour kombinieren. 

Wie war das nochmal? Ich wollte an diesem Tag entspannen und die Füße hochlegen?

Vielleicht hatte der Wettergott etwas gnade mit mir gehabt und gemerkt, dass mein eigentliches Vorhaben immer mehr dem Scheitern verurteilt ist. Von einer Sekunde zur Nächsten zogen dunkle Wolken auf, und kurz darauf gab es einen heftigen Regenschauer mit Gewitter

Zuflucht haben wir in einer Bushaltestelle gefunden, um nicht komplett nass zu werden. Dort standen wir fast eine halbe Stunde und haben uns dieses Wetter-Spektakel angeschaut. Als der Regen langsam nachließ, machten wir uns sofort auf den Weg zurück zum Auto. 

Da mein Vater der Meinung ist, dass jeder gegangene Kilometer zählt, rechne ich nun diese kleine Strecke mit in die Nordsee-Challenge ein. Denn ja, wir hätten auch mit dem Bus fahren können und nur dorthin gehen, wo mein Vater seine Erledigungen machen musste. Doch stattdessen haben wir uns dagegen entschieden und hatten ein ganz besonderes Outdoor-Erlebnis gehabt.

Und so kam es, dass nun die ersten 70 Kilometer zusammen gewandert sind. Ich persönlich hätte von der Zeit her viel eher damit gerechnet, als fast einen ganzen Monat zu brauchen – aber wer hätte schon mit so einem Aprilwetter im Mai gerechnet. 

Ich bin gespannt, wie die nächsten Etappen werden und was ich da alles erlebe. Mehr dazu wirst du wahrscheinlich demnächst hier auf meinem Blog zu lesen bekommen. 


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Jakobsweg „Camino Francés“ / Ein virtuelles Wandererlebnis – Worum geht es?

*unbezahlte Werbung: Nennung von anderen Homepages

Kaum hat das neue Jahr 2021 angefangen, fragte mich die liebe Outdoor-Bloggerin Verena (Hinter dem Horizont*), ob ich vielleicht Lust hätte, zusammen mit ihr den französischen Jakobsweg „Camino Francés“ zu laufen. 

„Meint sie das nun wirklich ernst? Sie weiß doch, dass wir uns gerade aktuell in der Corona-Pandemie stecken und somit das Reisen etwas schwerer macht. Und außerdem, warum gerade diesen blöden Jakobsweg, der gefühlt von jedem Menschen auf der Welt erwandern werden will.“ – Genau das waren meine ersten Gedanken dazu. 

Aber was soll ich sagen?! Sie hat mich doch überzeugen können, und somit laufen wir ihn nun zusammen ab. Und zwar im hier und jetzt. Ja, du hast gerade ganz genau gelesen: Jetzt gerade, hier aus Deutschland

Falls du diesen Beitrag nun noch nicht geschlossen hast, und nicht den Gedanken hast „sie ist doch jetzt komplett verrückt geworden“, sondern eher neugierig bist, wie wir das nun bewältigen, bin ich dir jetzt schon sehr dankbar. Denn diese Art von einem Abenteuer ist auch für mich das erste Mal, und so bin ich selbst gespannt, vor welchen “Herausforderungen“ Verena und ich stehen werden. 

Aber um die große Spannung vom Anfang an mal zu entfernen


Natürlich gibt es den französischen Jakobsweg auch in Wirklichkeit. Er ist sogar unter den einzelnen Jakobswegen der am beliebtesten, erwanderter Fernwanderweg. Aber Verena und ich laufen ihn nun nicht im realen Leben ab. Hierbei handelt es sich nämlich um ein Online-Event, bzw. eine Online-Wanderung

Denn gerade jetzt in der Zeit, wo das Reisen, und somit auch das Wandern etwas erschwert ist, gibt es viele Veranstalter, die ihre Wanderwege oder sonstige Wander-Events online veranstalten. So wie der Veranstalter GVC (Great Virtual Challenges)*. Dort gibt es die Möglichkeit, virtuell den Camino Frances zu laufen. 

Die Strecke umfasst 780 Kilometer, die in einzelne Etappenziel aufgeteilt ist. Und diese Strecke kann man als Einzelperson, oder wie wir es machen, als Team bestreiten. (Übrigens heißt unser Team Welten-Horizont. Eine Verbindung aus unser beiden Blognamen. Ist das nicht eine süße Idee?!) 

Jeder Teilnehmer läuft dabei seine eigene Strecke ab, und somit seine eigenen Kilometer zusammen. Der Vorteil von einem Team ist es, dass die einzelnen Kilometer zusammen gerechnet werden. So muss nun nicht jeder für sich selbst 780 Kilometer laufen. Was aber nicht heißt, dass es nicht möglich wäre. 😉

Um dieses Event etwas attraktiver zu machen, gibt es bei jeder Etappe noch weitere kleine Zwischenziele. Denn auch bei der realen Wanderung des “Camino Francés” kommt man an Sehenswürdigkeiten vorbei. Und diese möchte der Veranstalter uns nicht vorenthalten. Dabei starten die Wanderer wie gewohnt in Saint-Jean-Piet-de-Pont in Frankreich, und kommen nach 780 Kilometer schließlich in Santiago de Compostela an. 

Die liebe Verena schreibt über ihren Weg des virtuellen Jakobsweges ein Wandertagebuch. Und da hast sie wirklich meinen großes Respekt. Sie setzt sich wirklich jeden Tag hin, sobald sie gewandert ist, und aktualisiert ihren Eintrag mit ihren neusten Erlebnissen. (Schau doch selbst mal bei ihrem persönliches Wandertagebuch* vorbei.)

Da bei mir leider die Zeit etwas zu knapp wird, habe ich mir eher etwas anderes überlegt: Nach jedem Etappenziel werde ich dir von unseren Eindrücken und Abenteuern berichten. Mit unseren persönlichen Highlights dieser Strecke, sowie aber auch unseren Katastrophen (ohne die, wäre es ja kein richtiges Abenteuer 😉). 

Eines kann ich dir jetzt schon verraten: Schau auf jeden Fall öfters vorbei – wir laufen die Strecke schneller, als ich vorher angenommen habe. Das erste Etappenziel ist bereits geschafft und mein Beitrag dazu folgt die Tage. 

Aber nun die große Frage: Warum machen wir das eigentlich? 


Aus Spaß und Lust am Wandern und Entdecken neuer Landschaften, sowie einer Medaille, die es nach Beendigung der 780 Kilometer gibt. Diese ist somit meine erste Medaille, die ich mit meinem Outdoor-Hobby verdient habe. 

Aber genug geschrieben… Wir sehen uns nun nicht nur im Wald bei meinem nächsten Geocache, sondern auch auf den virtuellen Wanderweg “Camino Frances” wieder. Bis dahin bleibe gesund und immer stets neugierig für dein eigenes, kleinen (oder auch großes) Abenteuer. 

Dein Weltenspatz Shelly

Wandern an der innerdeutsche Grenze – Rundwanderweg entlang des Mechower Sees

Im September 2020 war ich mal wieder in meiner alten Heimat Lübeck (Schleswig-Holstein) unterwegs. Schließlich wohne ich bereits seit dem Jahr 2011 im schönen Unterfranken. So besucht man doch gerne seine Familie und Freunde. 

Aber statt nur den ganzen Tag mit Kaffee und Kuchen bei der Großfamilie zu sitzen, habe ich auch dort recht viele kleine Abenteuer erlebt. Unter anderem eine schöne Rundwanderung um den Mechower See. Aber nicht ohne einem bestimmten Grund wollte ich mir dort dieses Gebiet anschauen. 

Bereits Wochen vor meinem Urlaub fing ich mit der Planung an. Schaute bei Pinterest nach, was ich noch so alles rund um Lübeck erkunden kann, welches ich selbst noch nicht kenne. So bin ich schließlich auf einen tollen Blogbericht von “North Star Chronicles” gestoßen, der über einen Rundwanderweg entlang der innerdeutschen Grenze berichtet. 

Ich selbst bin bereits im Jahr 1986 zur Welt gekommen. Somit stand die damalige Mauer bis zu meinem 3. Lebensjahr. Aber ganz ehrlich: Kannst du dich noch an etwas aus dieser Lebenszeit erinnern? Bei mir sind zumindest alle Erinnerungen weg, und so kann ich nur berichten, was man Eltern mir erzählt haben:

„Wir haben zu dieser Zeit in dem Stadtteil, wo die innerdeutsche Grenze war, Zeitungen ausgetragen. Du warst schon immer ein recht aktives Kind gewesen und bist seit deinem 1. Lebensjahr immer nur gelaufen. Wenn wir mal einen Moment dich nicht im Blick hatten, kam sofort die Angst hoch, dass du dich zu nah an der Grenze befindest.“

Somit muss ich noch etwas einwerfen, wenn du nicht selbst aus dieser Gegend kommst. Lübeck hat sich noch im Westen befunden, jedoch die Dörfer und Städte im Osten gehörten schon zur DDR. Und ja, wir hatten zwar eine Mauer, aber nicht so eine wie in Berlin. Diese Mauer bestand aus Maschendrahtzaun. Und alle paar Meter stand ein Wachturm. Dass da meine Eltern Angst um mich hatten, ist wohl nur verständlich. 

Und somit stand das kleine Abenteuer für diesen Tag fest:
Es ging an den Mechower See, mit einer erhofften guten Wanderung. 

Wo liegt der Mechower See?


Da ich dir eben bereits schon erzählt habe, dass ich ursprünglich aus Lübeck komme, könnte man denken, dass sich der Mechower See auch dort in der Nähe befindet. Ja und nein… Er liegt schon 23 Kilometer von Lübeck entfernt. Wir haben somit für eine Autofahrt etwas mehr als eine halbe Stunde gebraucht. 

In der näheren Umgebung befindet sich die Kleinstadt Ratzeburg. Die sich auch ideal für eine Tagestour eignet. Vielleicht schaust du dir auch diese Stadt nach der Wanderung etwas genauer an. Ich kann es dir nur empfehlen. Besonders, wenn du entlang der Innstadt an der jeweiligen Wassergrenze entlang wanderst, bzw. spazieren gehst. 

Für den Start dieser Wanderung haben wir uns für die kleine Gemeinde Schlagsdorf entschieden. Dort findest du nämlich ein kostenloser, großer Parkplatz, sowie Wanderschilder mit den entsprechenden Routen. Mit anderen Worten: Ein idealer Startpunkt für diesen Rundwanderweg

Die Besonderheit von Schlagsdorf


Doch bevor du mit dieser historischen Wanderung beginnst, könntest du auch vorher noch einen Blick in das Museum werfen. Im “Grenzhus” erfährst du alles über die damalige Zeit in der DDR, sowie Geschichten, die sich hier an der innerdeutschen Grenzen abgespielt haben.

Meine Eltern und ich hatten uns jedoch erst für die Wanderung entschieden. Somit blieb für uns im Anschluss keine Zeit mehr, einen Blick ins Museum zu werfen. So ist meine Empfehlung für dich: Plane einen “ganzen Tag” ein, besuche erst das Museum, und gehe dann entlang der innerdeutschen Grenze. 

Bei der Wanderung kommst du auch am Außenbereich des Museums vorbei. Da wir nun eben keine Eintrittskarte hatten, konnten wir nur von außen das Betrachten, was wir sahen. Und das hat mich schon regelrecht zum Staunen gebracht. 

Dort siehst du den Grenzzaun, wie er auch gesichert ist, um ja keine Flucht zu ermöglichen. Außerdem einen Wachturm, den du wohl auch von Innen anschauen kannst. (Gerade da ärgere ich mich, dass wir keine Eintrittskarte hatten.) Teile der Berliner Mauer stehen dort, um dir einen Eindruck zu verschaffen, wie es wohl in dieser großen Stadt aussah. Aber auch die Grenzzäune im Wasser, oder auf freier Fläche unter dicken Gras, verschaffen dir eine Gänsehaut. 

Sich nun vorzustellen, wie diese Menschen hier gelebt haben, oder sogar auch versucht haben zu flüchten – kaum machbar. Wenn man nicht selbst in dieser Zeit gelebt hat, ist diese Vorstellung nur sehr schwer. Da man selbst nicht genau fühlen kann, wie diese Menschen Angst hatten, Verzweifelt waren, oder im Allgemeinen ihre Gedanken zu diesem ganzen Geschehen war. 

Nur Bruchteile davon, mit Zeitungsausschnitten, Berichten von Zeugen, etc. … findest du dann anschließend am Rundwanderweg. Dort stehen immer wieder vereinzelt ein paar Infotafeln zur damaligen Zeit, und ggf. auch zur Geschichte, die sich gerade an diesem Standort abgespielt haben. Ich weiß, als Wanderer mag man nur ungern kleine Zwischenpausen. Aber ich war selbst sehr überrascht gewesen, was ich dort alles zu lesen bekam. So nimm dir ruhig die Zeit, um weiter in die Geschichte einzutauchen.

Der Rundwanderweg um den Mechower See (Mecklenburg-Vorpommern)


Der Mechower See ist auch heute noch eine “kleine Grenze” zwischen 2 Bundesländer: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Schlagsdorf befindet sich auf der Seite von Mecklenburg-Vorpommern, und ab dort beginnt auch der 9 Kilometer lange Rundwanderweg. Ein Rundwanderweg mit einer Geschichte, aber auch mit einer atemberaubenden Natur. 

Da der Mechower See unter Naturschutz steht, kannst du einen guten Einblick in die “Wildnis” bekommen. Dichte Bäume zäunen einen breiten, weichen Wanderweg. Verschiedene Arten von Pflanzen, sowie auch Tiere kannst du hier erblicken. Nur direkt zum See führt dieser Weg nicht, da man hier den Wohnraum der Tiere nicht zerstören möchte. 

Was mir außerdem auch sehr aufgefallen ist, als wir diesen Weg entlang gingen, war eine ganz bestimmte Stimmung mit einer gewissen Stille gewesen. Man hört keine Geräusche von Menschen verursacht. Nur den Wind in den Bäumen, das Summen der Insekten, das Rascheln im Laub… Ich glaube, anders kann man wohl der Natur nicht dichter kommen. 

Durch diese Stille sind wir selbst immer mehr zur Ruhe gekommen. Blieben häufiger stehen, um einfach zu lauschen, oder zu sehen, was sich um uns befindet. Man bekommt ein Gefühl, als ob man ganz woanders wäre. 

Der Rundwanderweg um den Mechower See (Schleswig-Holstein)


Nur leider endete dieser Weg auf einem Wanderparkplatz. Die Stille wurde von den vorbeifahrenden Autos unterbrochen. Aber nicht nur die Stille, sondern auch der Wanderweg. 

Etwas orientierungslos schauten wir uns um. Wussten aber nicht so recht, wo es mit dem Wanderweg weiter ging. Erst als ich auf Komoot nach geschaute habe und sah, dass der Weg einige paar Meter entfernt weiter ging, machten wir uns auf dem Weg.

Nur leider ist dieses Teilstück nicht für uns Wanderer und Spaziergänger ausgelegt. Der Weg ging direkt auf der vielbefahrenen Straße vorbei. Als normaler Fußgänger wäre dieses wohl nur ein kleines Problem gewesen. Da wir aber mit dem Rollator meiner Mutter unterwegs waren, war das Ausweichen der Autos auf dem Grünstreifen etwas kompliziert gewesen. 

Als wir uns dann schließlich auf dem ursprünglichen Wanderweg wieder befanden, ging es leider für meine Mutter nur erschwerlich weiter. Der etwas weit gebaute Wanderweg von vorher, war nun verschwunden. Es kleines Bändchen aus Sand zeigte uns, wo es nun weiterging. So halfen wir meiner Mutter immer wieder, diesen Weg auch entlang zu gehen, statt die Wanderung abzubrechen und umzudrehen. 

Auch die Landschaft hat sich hier sehr verändert. Säumte uns noch der Weg mit einer Art “fremder Wildnis”, hatten wir hier auf diesem Teilstück sehr viel freie Fläche. Auf der einen Seite liegt der Mechower See, und auf der anderen Seite eine große Weidefläche. Auch die Informationstafeln waren verschwunden. Und ich muss gestehen: Die Freude und die Lust, die ich vorher noch gespürt habe, ging immer mehr verloren. 

So suchten wir uns neue Sachen, die wir beobachten und bewundern konnten. Denn hier befanden sich noch recht viele aktive Schmetterlinge und Libellen, die immer wieder unseren Weg kreuzten. Aber auch 3 Falken, die über der Weidefläche ihre Kreise flogen, zogen unsere Aufmerksamkeit auf sich. 

Ein kleines Picknick in Mechow


Doch mal Hand aufs Herz: Was ist eine Wanderung ohne eine schöne Rast? Sich an einem schönen Ort niederlassen, die Natur genießen und dabei sich eine kleine Stärkung gönnen? 

Nur leider schien dieses Vorhaben etwas erschwerend für uns. Denn auf dem ganzen Weg fanden wir keine Bank zum Ausruhen. Und die Picknickdecke, die mein ständiger Begleiter im Auto ist, lag weiterhin im Kofferraum. Unsere Hoffnung, in der nächsten Gemeinde ein kleines Café oder einen Bäcker zu finden, stieg immer mehr an. 

Doch die Gemeinde Mechow streiften wir wirklich nur sehr kurz. Vorbei an einem Gut, ging es auch schon fast wieder zurück in die Natur. Die einzige Möglichkeit für eine Einkehrung war ein Hofladen. Nur leider hatte er gerade Mittagspause und somit geschlossen. 

Wir blickten um uns und fanden schließlich eine Bushaltestelle, wo wir uns niederließen. Mit leckeren, selbstgebackenen Pflaumenkuchen, sowie unseren Getränken, verweilten wir hier eine ganze Weile. 

Der Aussichtsturm und die Grenzlinie


Nach dieser kleinen Stärkung gingen wir den Rundwanderweg weiter. Liesen Mechow hinter uns, und begaben uns wieder in die Wildnis. Und was wir leider nicht vorher wussten: Dass wir nur ein paar Schritte, vor unserer kleinen Rast, weiter gehen mussten, um einen tollen Platz direkt am See zu haben.Eine Holzbank, mit einem Blick über den See, lud hier regelrecht zum Verweilen ein. 

Somit meine kleine Empfehlung für dich: Falls du ebenfalls diesen Wanderweg gehen solltest und auch in Schlagsdorf beginnst, gönne dir hier kurz nach Mechow eine kleine Auszeit. Genieße die Landschaft und tanke an diesem Ort neue Energie.

Ein klein wenig enttäuscht davon, gingen wir aber trotzdem unseren Weg weiter. Und nach ein paar weiteren Schritten, kamen wir auch an einem Aussichtsturm vorbei. So laufe nicht einfach dran vorbei, sondern besteige den Turm und verschaffe dir somit einen schönen Überblick über die Landschaft. Denn zu einem Teil kannst du auch recht gut auf den Mechower See schauen. Und wer weiß, welche Vögel dort auf der Sandbank sich ausruhen. 

Nach dieser tollen Aussicht war es dann nicht mehr weit, bis wir wieder in Schlagsdorf waren. Doch auf diesem Wegabschnitt kamen wir noch an einem weiteren Highlight dieser Runde vorbei. Denn solltest du beim Gehen mal den Blick nach unten richten, wird dir an einer bestimmten Stelle etwas ganz Besonderes auffallen. Kurz nach einer kleinen Überquerung eines Baches, ist im Boden die Grenzlinie sichtbar. Eine Metallplatte, die zwar unscheinbar wirkt, aber eine große Geschichte mit sich bringt. 

Und gerade dort wird es innerlich noch einmal deutlich, wo man selbst gerade entlang wandert. An einem Ort, der wohl Dank der Wiedervereinigung so nicht geben würde. Statt eine wilde Natur, würdest du hier Zäune und Grenztürme sehen. Ein Ort, der wohl weiterhin voller Angst, Traurigkeit, aber auch Hoffnung wäre. 

Mein persönliches Fazit dieser Wanderung


Auch wenn ein Teilabschnitt des Weges für den Rollator meiner Mutter etwas erschwerend war, gefiel sie uns trotz sehr. Die Natur brachte die Entschleunigung, die Stille die innere Ruhe. Mal hier, mal dort, erfreute sich das Wanderherz an der Pflanzen- und Tierwelt. Aber auch der geschichtliche Aspekt darf man hier nicht unterschätzen. 

Auch wenn wir persönlich keine schöne Rast mitten in der Natur hatten, oder sogar in einem Café, tat uns die kleine Pause in der Bushaltestelle recht gut. Sobald man diesen Rundwanderweg mit mehreren Leuten geht, kann man sich dabei recht gut austauschen, was man bisher schon alles von den Informationstafeln erfahren hat. Aber auch als Single-Wanderer, tut eine kleine Rast zum Sortieren der Gedanken recht gut. 

Meine persönlichen Highlights dieser Runde war unter anderem der Außenbereich des Grenzhus, sowie der Aussichtsturm und die Grenzlinie. Würde ich noch im Norden leben, hätte ich auf jeden Fall an einem anderen Tag noch das Museum aufgesucht. Aber wer weiß, vielleicht fahre ich dort nochmal hin, und lasse mir den Zauber der Natur noch einmal auf mich wirken.