Ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald: Sonnenuntergang über den Baumkronen

Einmal den Sonnenuntergang über den Baumkronen mitzuerleben. Das klingt schon recht verlockend, doch ist irgendwie nur “schwer” umzusetzen. Mein erster Gedanke war, dass ich dieses nur mit der Kombination eines Rundfluges erleben kann. Doch dann bin ich auf eine Veranstaltung des Baumwipfelpfad Steigerwald gestoßen, die sofort meine kleine Abenteuerlust weckte.

Inhaltsverzeichnis

Der Baumwipfelpfad Steigerwald
🔸 Der Aufbau des Baumwipfelpfades
🔸 Spielerisches Kennenlernen der Natur
🔸 Eine Vielzahl an Tieren
🔸 Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise
Der Sonnenuntergang über den Baumkronen
🔸 Mein persönliches Erlebnis
Weitere Eindrücke bei YouTube

Der Baumwipfelpfad Steigerwald

Seit dem ich im schönen Weinland Franken wohne, habe ich mich regelrecht in den Naturpark Steigerwald verliebt. Gerne gehe ich hier wandern, und entdecke zu jeder Jahreszeit die Natur um mich herum. Ich muss schon gestehen: Viel zu entdecken gibt es auf jeden Fall. 

Nach dem Spessart ist der Steigerwald das zweitgrößte Laubwaldgebiet Bayerns. So kann man eine Vielzahl an verschiedene Baumarten entdecken, aber auch so manchen kleinen und großen Waldbewohner. Sei es von kleinen Echsen, die einem den Weg kreuzen, bis hin zum Wild, was man in der Ferne beobachten kann. Aber auch musikalisch ist es immer wieder ein Genuss in diesem Wald zu gehen. Die verschiedene Vogelarten bieten zu manchen Zeiten richtig tolle Lieder an. 

Aber ich möchte nicht nur den Steigerwald von der Bodenebene erleben, sondern ihn auch gerne etwas weiter höher kennen lernen. Sozusagen mit den Bäumen auf einer Augenlänge zu sein. Und dafür bietet sich der “Baumwipfelpfad Steigerwald” bei Ebrach ideal an.

Der Aufbau des Baumwipfelpfades

Auf einer Länge von 1.150 Meter geht man auf einem Holzsteg entlang der Baumkronen. Und was ich persönlich gut dabei finde, dass dieser Holzsteg aus den heimischen Hölzern besteht und nicht erst von weiter weg geliefert wurde.

Doch das Highlight auf diesem Baumwipfelpfad ist der 42 Meter hohe Aussichtsturm, der einen tollen Ausblick über den Steigerwald verschafft. Durch seine kelchförmige, öffnende Form kann man so Stück für Stück die einzelnen Etagen hochgehen und dabei miterleben, wie die einzelnen Bäume weiter oberhalb in den Baumkronen aussehen.

Und auch für Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, sowie Personen mit einem Rollator können an diesem Abenteuer daran teilnehmen. Die Wege sind eben, und auf dem Turm gibt es nur eine leichte Steigung. Meine Familie hat es selbst vor ein paar Jahren getestet und waren mit meiner gehbehinderten Mutter und ihren Rollator hier unterwegs gewesen.

Spielerisches Kennenlernen der Natur

Aber den Spaß auf dem Baumwipfelpfad findet jeder, egal zu welcher Altersklasse er gehört. Denn hin und wieder gibt es kleine Abzweigungen, wo es eine Art Parkour gibt, welche man überwinden muss. Und ich als großes, erwachsenes und spielendes Kind musste dieses natürlich auch selbst ausprobieren, und fand sie sehr amüsant.

Doch wer nun etwas Angst vor der Höhe hat und nicht gerade auf Seilen über den Boden balancieren möchte, kann seinen Spaß auch mit dem Entdecken um einen herum haben. Dafür stehen genügend Informationstafeln über den Wald und der nachhaltigen Nutzung durch die Forstwirtschaft und Jagd zur Verfügung.

Und wem das noch nicht genug ist, kann sich auch die “Wipfel-App” herunter laden und dort mit Quizfragen und Spielen die Natur um einen herum kennen lernen.

Eine Vielzahl an Tiere

Doch wer sich nicht nur die verschiedene Arten der Bäume sich genauer anschaut, kann auch hier eine Vielzahl von Tieren entdecken. Sei es die ganzen Vogelarten um einem herum, die hier und dort auf einem Ast sitzen. Oder die Hirsche und Rehe am Aussichtsturm, welche man auch füttern kann. Oder wer direkt auf Tuchfühlung mit den 4-Beiner machen möchte, kann nach dem Verlassen des Pfades in das begehbare Wildgehege gehen. Dort erwarten einen unter anderem Hasen und Ziegen darauf, von euch gestreichelt zu werden.

Außerdem bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald regelmäßig Falknerei-Vorführungen, und das direkt oben auf dem Turm. Viel dazu kann ich leider noch nicht sagen, da ich selbst an so einer Veranstaltung noch nicht daran teilgenommen habe. Dieses aber demnächst nachholen werde.

Anreise mit dem Auto & Eintrittspreise

Wer nun dort nicht direkt in der Umgebung wohnt, kann auch gerne mit dem Auto anreisen. Direkt an der B22 gibt es einen großen Parkplatz, wo man sogar auch sein E-Auto aufladen kann. Mit einem anschließenden, kleinen Spaziergang von nur 5 Minuten, erreicht man auch schon den Eingang des Baumwipfelpfades.

Vorher gibt es aber schon eine Menge zu sehen und auch zum Spielen:
Ein kleines Bienenhäuschen bringt einen regelrecht zum Staunen, wie das Treiben in den Honigwaben von statten geht. Und ein paar Schritte weiter kann man mit einem kleinen Balance-Akt schauen, ob man auch höhenfest ist.

Aber was kostet nun der ganze Spaß?

Erwachsene zahlen 10€ und Kinder (von 6-15 Jahren) einen Preis von 6,50€. 
Doch als Familie muss man nun nicht alles zusammen rechnen, es gibt ein Familienticket für 22€.
Und falls man ohne den Partner, oder als alleinerziehende Person mit seinem Kind anreist, bezahlt einen Eintritt von 13€. 
Als Schüler, Student, Auszubildende, aber auch gehbehinderte Menschen, zahlen mit der Vorlage des entsprechenden Ausweisen einen Preis 9€.


Der Sonnenuntergang über den Baumkronen

Mehrmals in den Sommermonaten bietet der Baumwipfelpfad Steigerwald auch verlängerte Öffnungszeiten an. Diese gehen dann bis 21:30 Uhr und die Kosten sind die normal geltenden Eintrittspreise. Doch warum ist der Baumwipfelpfad an diesen Tagen länger geöffnet?

Wer einmal die Abendstimmung, sowie den passenden Sonnenuntergang über den Bäumen des Steigerwaldes miterleben möchte, ist hier genau richtig. Zu spüren, wie alles um einem herum stiller wird, zu sehen, wie der Wald selbst immer dunkler wird, ist ein einzigartiges Erlebnis, und das in einer Höhe von 40 Metern.

Auch für die Fotografen sind solche “Veranstaltungen” ideal, um ein tolles Shooting der untergehenden Sonne oberhalb der Baumkronen festzuhalten. Und genau das war der Grund, warum ich selbst dort war.

Mein persönliches Erlebnis

“Bewaffnet” mit meiner kleinen Fotoausrüstung machte ich mich Anfang August auf den Weg zum Baumwipfelpfad. Ich bin schon relativ früh hingefahren, da ich mir Zeit lassen wollte, um alles in Ruhe dort zu genießen.

Als ich den Eintritt von 10€ bezahlt habe und die ersten Schritte auf den Holzsteg machte, merkte ich relativ schnell, dass ich hier doch alleine unterwegs bin. Es war relativ still um mich herum gewesen, zumindest was die Laute der Menschen angeht.

Hier und da hörte ich die Vögel zwitschern, oder das Reiben der Baumstämme aneinander. Denn ja… Wir hatten an diesem Tag etwas Wind gehabt, was außerdem schon ausreichte, dass sich die einzelne Bäume bewegten.

An diesem Abend war ich selbst mal wieder ein kleines Kind gewesen und probierte hier und dort auch die verschiedene Stationen aus. Es hat mir richtig viel Spaß dabei gemacht. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ich einfach unbeobachtet war und so die Welt aus kindlichen Augen wahrnahm.

Doch all zu lange habe ich mich damit auch nicht aufgehalten, denn schließlich war mein Ziel die obere Plattform des Aussichtsturmes. Also ging ich mit schnellen Schritten in die Höhe und sah dabei zu, wie die Bäume immer mehr aus meinem Sichtfeld entwichen.

Oben auf dem Aussichtsturm angekommen, ging ich gemütlich die obere Runde. Dabei ging mein Blick immer in die Weite des Steigerwaldes. Es ist schon recht erstaunlich, wie groß der Nationalpark Steigerwald ist, und wo sich ungefähr einzelne Städte und Gemeinde sich befinden können.

So versuchte ich immer, irgendwie kleine Anhaltspunkte von der Gegend zu erkennen, um mich etwas besser zu orientieren. Als ich schließlich den Schwanberg erblickte, kam sofort ein kleines Lächeln ins Gesicht. Denn genau dort, befindet sich nämlich mein Zuhause.

So suchte ich mir einen geeigneten Platz, baute mein Stativ auf, und habe daraufhin gewartet, dass der Zauber beginnt. Doch am Anfang hatte ich meine Zweifel. Dicke Wolken zogen mit dem Wind auf, und versperrte somit die Sicht auf die Sonne.

“Soll ich lieber gehen?” waren meine Gedanken gewesen. Schon innerlich leicht enttäuscht, dass nun dieses Vorhaben nicht ganz so verläuft, wie ich es mir Tage vorher schon ausgemalt habe, kam mir jedoch ein Spruch von einem Fotografen ins Gedächtnis: Fotografie bedeutet Geduld

Geduld… Ein Wort, welches ich kaum kenne. Ich hetze den ganzen Tag von Termin zu Termin und versuche alle Punkte auf meiner To-Do-Liste zu erfüllen. Sich dabei mal zu entspannen und etwas Geduld zu haben, ist bei mir wirklich eine Seltenheit. Doch an diesem Abend brachte ich dann doch die entsprechende Geduld auf.

Die Wolken zogen teilweise fort und die Sonne schien immer wieder durch die entstehende, freie Fläche. Nach und nach näherte sich die Sonne den Baumkronen und verfärbte dabei den Himmel ein ein traumhaften Rot-Lila. Um einem herum wurde es immer stiller und dunkler.

Als die Sonne dann komplett verschwunden war und somit die blaue Stunde anfing, packte ich meine Fotoausrüstung wieder zusammen und machte mich auf dem Weg runter vom Turm. Erst dabei merkte ich, wie dunkel es nun am Erdboden bereits ist. Mit Hilfe einer Taschenlampe ging ich Schritt für Schritt weiter, bis ich schließlich wieder an meinem Auto angekommen bin.


Weitere Eindrücke bei YouTube

Für mich war es ein unbeschreiblich und einzigartiger Abend gewesen. 
So einen Sonnenuntergang über den Baumkronen habe ich bereits vor einem Jahr hier miterlebt. Und ja… Genau an diesem Abend musste ich mich auch in der Sache “Geduld” üben. Aber es hatte sich da bereits schon gelohnt, so dass die Wiederholung definitiv feststand.

Es war wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal gewesen, dass ich die Chance der verlängerten Öffnungszeiten des Baumwipfelpfad Steigerwald genutzt habe. Die Sonne beim Untergehen zuzusehen, hat mich regelrecht magisch gefesselt.

Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr, wo ich an einem Sommerabend oben auf dem Aussichtsturm stehe und dabei dieses Naturspektakel miterleben kann. Doch bis dahin habe ich noch etwas für dich:

Falls du nun neugierig geworden bist, dir aber noch ein paar weitere Impressionen fehlen, um selbst ein kleines Abenteuer auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald zu erleben, kannst du dir auch meine Erlebnisse von diesem Abend auf YouTube anschauen.


Keine weiteren Abenteuer mehr verpassen?

Schneelandschaft mit Krapfen – Abenteuerbuch-Eintrag #3

Ein fast wolkenloser Himmel, purer Sonnenschein und eiskalte Temperaturen – das sind die Komponenten meines 3. Abenteuers im Jahr 2021 gewesen. Ein Tag, der wiederum nicht vergessen werden darf. Ein Tag, der mich zum Lächeln gebracht hat. Eine Schneelandschaft, die ich so schon lange nicht mehr gesehen habe.  


Titel: Schneelandschaft und Krapfen
Datum: 13. Februar 2021 (Samstag) 
Aktivität und Ort: Wandern bei Markt Markteinersheim 
Dauer und Kilometer: 1Std und 10Min für 5,24km (mit einer Pausen ca. 2½Std) 
Wetter: Sonnig bei Temperaturen von -6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: kalt, lecker, magisch 

Ein Wochenende im Februar, der wohl nicht magischer sein kann: Sonne pur, mit einer zauberhaften, weißen Schneelandschaft und arktischen Temperaturen. Und genau diese Magie wollte ich bei meinem heutigen Abenteuer auch erleben. Ein Wintertag, den ich so zuletzt als kleines Kind erlebt habe. Ein Wintertag, der abgesehen vom kommenden Sonntag, wohl wieder lange auf sich warten lässt. 

So kam es, dass ich mich relativ dick angezogen habe: eine Leggins unter die Jeans, 2 paar dicke Wollsocken, Unterhemd, T-Shirt, Wollpullover mit der Kombination Jacke, dickes Halstuch, Mütze und Handschuhe. Gefühlt habe ich mich wie ein Michelin-Männchen, aber dafür war mein Gewissen beruhigt gewesen, dass ich mir nicht gleich wieder die nächste Erkältung einfangen würde. 

Gestartet bin ich direkt von Zuhause aus. Meinen kleinen Clio habe ich einfach auf seinem Parkplatz gelassen. Eingemummelt in den Schneemassen um ihm herum… Ja ganz genau: auf das “Freischaufeln” hatte ich nun wirklich keine Lust gehabt, bzw. auf das Freikratzen der Scheiben. 😅

So folgte ich unserer Straße zum verschneiten Wohnmobilstellplatz, welchen ich dann auch überquerte und mich somit in die Ortsmitte von Markt Einersheim aufmachte.

Doch kurz vorm Rathaus blieb ich stehen und entdeckte ich eine kleine süße Katze. Ich war total erschrocken, wie zutraulich sie war. Natürlich lassen sich unsere Dorfkatzen immer gerne von “fremden Menschen” streicheln, wenn sie auf ihren Streuner-Touren unterwegs waren. So schauen auch immer mal wieder 2 Katzen auf meiner Terrasse vorbei. Entweder wollen sie, dass ich sie streichel, oder sie möchten einfach nur meine 3 Mädels ärgern, die am Fenster stehen und nicht raus können.

Doch diese Katze hier war irgendwie anders. Ihr Fell war sehr weich und gepflegt, was nicht gerade für einen Draußengänger sprach. Außerdem hörte sie gar nicht mehr auf zu kuscheln, schnurren und miauen. Sie lief mir sogar noch ein ganzes Stückchen hinterher und mein Herz wurde dabei immer schwerer. 

“Was soll ich bloß mit ihr anstellen? Auch wenn sie von ihrem Zuhause weggelaufen wäre, könnte ich sie schlecht mitnehmen. Danny würde mich wohl wirklich einen Kopf kürzer machen, wenn ich mit einer weiteren Katze nach Hause komme.” 

Doch zum Glück kam eine Frau vorbei, die diese kleine Maus kannte. Sie nahm sie gleich auf die Arme und brachte sie zum nächsten Hauseingang. Wie ich es mir schon gedacht habe, war sie von ihrem Zuhause ausgebüchst und ihre Besitzer hatten es bis zu dieser Zeit noch nicht gemerkt. 

Beruhigt über dieses Ereignis setzte ich meine Wanderung fort. Vorbei an unserem Schloss in Markt Einersheim, durch das Würzburger Tor, wo ich kurz nach dem Friedhof rechts auf den Pfählbergweg abbog. Diesen folgte ich schließlich bis zur Bundesstraße. 

Mit schnellen, aber auch sicheren Schritten überquerte ich die B8 und befand mich schließlich in meinem Element: In der freien Natur. Eine reine Schneelandschaft, von den Feldern bis hoch in die Weinberge, wirkte es im Glitzern der Sonne richtig magisch. Der eiskalte Wind wehte mir dabei ins Gesicht. So hatte ich eher das Gefühl gehabt, auf einer antarktischen Expedition unterwegs zu sein, statt auf einer kleinen Wanderung vor der Haustür. 

Mein Weg ging an den Weinbergen entlang, hoch zum Wengertshäusla von Markt Einersheim. Dieser Ort wirkt irgendwie magisch auf mich. Dort komme ich immer recht schnell zur Ruhe und sammel genug Energie für die anstehenden Herausforderungen. Und heute wollte ich auf einer ganz besonderen Art und Weise diese Energie tanken. 

In meinem Wanderrucksack befand sich schon vorgekochter, warmer Tee in einer Thermoskanne. Und als “kleinen Snack” gab es einen leckeren Krapfen. So setze ich mich an den Vogelsang-Balkon, packte meinen Tee und den Krapfen aus, und genoss einfach nur den Moment. 

Den Tee habe ich übrigens noch in eine kleine Tasse umgefüllt. Diese hielt ich für eine Zeit lang in den Händen, schließlich darf man nicht vergessen, wie kalt der Winter auch sein kann. 

Mit geschlossenen Augen richtete ich mein Gesicht der Sonne entgegen und erfreute mich über die kleine Wärme, die sie schon abgab. Ich glaube, so saß ich noch über eine halbe Stunde dort, bis ich mich für die weitere Wanderung fertig machte. 

So ging ich durch die Weinberge, und dabei kam mir der Gedanken, dass ich mit einem recht weiten Bogen über Possenheim wieder nach Hause gehen konnte. Doch leider wehte mir der eiskalte Wind immer wieder entgegen, so dass ich regelrecht ins Zittern kam. 

Auf halber Strecke schaute ich nach, wie ich ohne umzukehren trotzdem schnell nach Hause kam. Mein Weg ging dann über die Feldwege, vorbei am Gipsabbau von Knauf entlang, bis ich schließlich auf einer alt bekannten Route kam. Mit den letzten paar Schritten bis zu meiner Gemeinde befand ich mich auf der TraumRunde Markt Einersheim

Mit nassen Füßen und einer eisigen Kälte am Körper kam ich schließlich bei mir Zuhause an. Danny hatte sich schon etwas gewundert, dass ich “relativ früh” wieder Zuhause war. Aber als ich ihm vom kalten Wind erzählte, der mir leider die Lust am Abenteuer etwas nahm, verstand er mich. 

Trotzdem hatte ich von dieser kleinen Wanderung ein Lächeln im Gesicht gehabt. Wer hätte es gedacht, dass wir mal so einen schönen Wintertag haben würden? Und wer käme außerdem auf diese verrückte Idee, draußen in der Kälte einen Krapfen zu essen? Für mich sind es Eindrücke, die hoffentlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. 


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 

Frühschicht mit Schnee – Abenteuerbuch-Eintrag #2

Ist es nicht herrlich, nach der Frühschicht noch eine kleine Runde spazieren zu gehen? Besonders dann, wenn auch noch Schnee liegt, und die Landschaft um einem herum in einem magischen Weiß erstrahlt? 

Wenn du auch dieser Meinung bist, habe ich hier den 2. Eintrag aus meinem Abenteuerbuch. Die Eindrücke, die ich erlebt habe, müssen einfach für mein „Älteres Ich“ festgehalten werden. Vielleicht bekomme ich mich so später auch wieder zum Lachen. 😅


Titel: Frühschicht mit Schnee
Datum: 09. Februar 2021 (Dienstag) 
Aktivität und Ort: Wandern in den Weinbergen von Würzburg, Stadtteil Grombühl 
Dauer und Kilometer: 1Std und 41Min für 4,99km (mit kleinen Pausen ca. 2½Std) 
Wetter: Bewölkt bei Temperaturen von ca. -6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: magisch, fundlos, nass 

Endlich mal wieder Frühschicht. Endlich mal weiß ich, was ich mit dieser kostbaren Zeit anstellen kann. Statt einfach nur nach Hause zu fahren und mich zu langweilen, hatte ich bereits am frühen Morgen eine Idee gehabt:

„Du packst gleich deine Wanderschuhe ein, schreibst Danny eine Nachricht, dass du nach der Arbeit noch wandern gehst. Nach Feierabend gehst du wieder hoch in die Weinberge. Mit einer kleinen Runde kannst du noch den einen Geocache einsammeln. So kommst du auf jeden Fall glücklich und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.“

„Gedacht – Getan“ würde ich da sagen. Denn genau so kam es dann auch. Zwar hatte ich nicht meine Wanderschuhe mitgenommen, (das Profil von denen ist schon relativ sehr weit abgelaufen, und auf das Rutschen im Schnee und Eis, eventuell noch mit einem Sturz… Ja, darauf konnte ich sehr gut verzichten), dafür nahm ich meine Joggingschuhe für den Sommer mit. 

Im Nachhinein weiß ich aber, dass es trotzdem keine gute Idee von mir war. Aber wie heißt es so schön? Man lernt aus seinen Fehlern. Also hoffe ich zumindest. 😅

Auf der Arbeit war zum Glück nicht so viel los, so dass ich endlich mal ein paar „Überstunden“ abbauen konnte und eine halbe Stunde eher los ging. Und ja, nur zum Klarstellen: Jede noch so kleine Minute zählt bei mir bereits als Überstunde. Mal sehen, wie lange ich diese Eigenschaft noch beibehalten. 😂

Somit bin ich am unteren Ende der “Ernst-Reuter-Straße” im würzburger Stadtteil Grombühl gestartet. Und gleich zum Anfang ging es erstmal bergauf. Da mir einige Leute beim Spielplatz entgegen kamen (und man darf nicht vergessen, wir befinden uns noch in der Corona-Pandemie), wechselte ich in eine kleine Nebenstraße und umrundete so den Platz. 

Danach ging es dann mit zügigen Schritten zur Nervenklinik. Und da muss ich noch sagen, dass ich vor diesem Gebäude großen Respekt habe. Wieso das so ist? Das weiß ich selber nicht genau. 😅

Doch schnell bog ich dort in den recht steilen Anstieg der “Rimparer Steig”. Puh… kam ich da ins Schwitzen. Mein Atem ging sehr stockend und so merkte ich, dass der Winter meine gute Kondition vom letzten Sommer wieder vernichtet hat. So kam mir erst der Gedanke, ob ich diese Tour nicht einfach abbrechen sollte. Doch ich entschied mich anders: Zähne zusammenbeißen und los. 

Als ich dann auf dem “Schalksbergweg” war, die letzten Wohnhäuser hinter mir gelassen habe, konnte mich eine Aussicht über Würzburg in meinem Vorhaben wieder bestärken. Meine “kleine” Stadt unter einer Schneehaube – ein wahrer Traum! Doch den besten Ausblick hatte ich erst am oberen Ende, bzw. direkt beim “Terrior F – Würzburg”.

Doch allzu lange konnte ich mich dort nicht aufhalten. Meine Füße fingen bereits an kalt zu werden. Also ging es weiter hoch auf den “Oberer Schalksbergweg”. Dort genoss ich in voller Ruhe das Knirschen unter meinen Schuhen. Gerade solche Geräusche machen für mich den Winter aus. 

Kurz vorm Ende der Straße bog ich in ein Wald-/Parkgebiet ab. Eine traumhafte, weiße Landschaft umschlang mich regelrecht. Und mein Lächeln im Gesicht wurde immer größer. So kam mir auch der Gedanke, einen kleinen Geocache hier in der Nähe gleich zu suchen. 

Doch leider blieb der Geocache an den Tennishallen für mich weiterhin verborgen. Statt eine kleine Dose in den Händen zu halten, hatte ich nun richtig kalte, und vor allem nasse Füße. Also ging es mit schnellen Schritten zurück in den Park, und daraufhin wieder runter vom Weinberg. 

Etwas erleichtert, dass ich heil unten angekommen bin (ohne auszurutschen und den steilen Abstieg auf dem Hintern runter zu rutschen), ging ich zurück zu meiner Arbeit. Mit schnellen Schritten, ohne dabei nach Links und Rechts zu schauen, kam ich endlich wieder an der “Ernst-Reuter-Straße” an. Und als ich schließlich in meinem Auto war, drehte ich erstmal die Heizung auf volle Stärke auf. 😅

Obwohl ich den Geocache nicht gefunden habe, war dieser Nachmittag trotzdem für mich gelungen. Dass ich mich tatsächlich aufgerafft habe, einen schönen winterlichen Spaziergang zu machen, statt mit dem Auto direkt nach Hause zu fahren, rechne ich mir selbst groß an. Denn ja, leider hat die aktuelle Corona-Pandemie meine Motivation auf ein kleines Abenteuer geschwächt. Aber wer weiß, vielleicht war dieses nun auch der Startschuss für viele weitere kleine Abenteuer. 


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Schnee, Regen oder Sonnenschein, kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 

Wandern im Regen: Abenteuerbuch-Eintrag #1

Ja es ist soweit: Der erste Eintrag in meinem Abenteuerbuch 2021. Ein kleines Abenteuer, welches für mich selbst sogar das erste Mal gewesen war, und welches ich gerne für mein “späteres Ich“ aufbewahren möchte. Denn wer weiß, wie gut meine grauen Zellen im Alter noch sind. So manche schöne Tage möchte man doch gerne für die Ewigkeit festhalten. Zumindest ist dieses meine persönliche Einstellung. 

Und da mir diese besagte Wanderung so viel Spaß gemacht hat, möchte ich sie gerne mit dir teilen. Vielleicht bekommst du so die Lust dazu, diese Art von einem kleinen Abenteuer selbst zu erleben. Schließlich war es für mich selbst eine Erfahrung gewesen, wo ich noch vor paar Tagen vorher eher im Gegenteil darüber gedacht.

Aber genug auf die Folter gespannt. Hier kommt mein kleiner Eintrag, den ich eins zu eins von meinem Abenteuerbuch für dich übernommen habe. 


Titel: Erste richtige Wanderung im Regen
Datum: 06. Februar 2021 (Samstag) 
Aktivität und Ort: Wandern im Landkreis Würzburg (Dürrbach – Veitshöchheim) 
Dauer und Kilometer: 2Std 14Min reine Gehzeit für 10km (mit kleinen Pausen ca. 4 Std unterwegs) 
Wetter: Regen (alle Stärken im Wechsel) mit kleinen Trockenzeiten bei 4-6°C
Das Abenteuer in 3 Wörter: nass, steil, sehnsüchtig 

Regen, Regen und noch mehr Regen. Eigentlich bleibe ich bei solchen Wetterverhältnisse eher Zuhause. Doch ganz ehrlich: Was dann? Ich würde mich wieder den ganzen Tag lang nur langweilen. Nicht wissen, was ich mit mir selbst anstellen soll und somit in ein tiefes Loch fallen. Am Abend wäre ich dann wieder sauer auf mich, weil ich an diesem Tag nichts erlebt hätte. 

Man könnte somit schon sagen, dass ich „zum Glück“ den Samstagsdienst im Labor hatte. Denn so bin ich schon mal vor der eigenen Haustür und könnte somit auch ein kleines Abenteuer erleben. Also fuhr ich nach Feierabend (10 Uhr) hoch zum Schenkenturm. 

Eigentlich wollte ich bereits unten im Gewerbegebiet parken, traute mich jedoch nicht, mein Auto am Straßenrand abzustellen. Zum Glück gab es aber oben auf dem Weinberg einen kleinen Parkplatz, wo bereits schon Andere ihr Auto abgestellt hatten. Von dort ging dann auch meine Wanderung inkl. Regenschirm los. 

Als Erstes ging ich in das sogenannte Königswäldchen, welches jedoch durch Forstarbeiten eher etwas chaotisch als königlich aussah. Vorbei an einer etwas größeren Wiese, wo sich nur eine Bank mit einer Schaukel befindet, runter zu den Weinreben, die sich auf dem Pfaffenberg befinden. 

Doch leider führte dort kein direkter Weg an den Weinreben entlang, so dass mein Weg auf einem matschigen und nassen Trampelpfad durchs Königswäldchen entlang führte. 

Vorbei an einem Jagdstand, der doch etwas merkwürdig wirkte. So stand unter ihm ein Holzstuhl. Und auf ihm stand ein Kanister. Irgendwie wirkte diese Stimmung eher nach einem „Lost Places“. 

Kurz darauf kam ich dann schließlich doch an die Weinreben ran. Doch ein richtiger Weg führte hier nicht entlang. Etwas weiter unten sah ich zwar einen geteerten Weg, aber meine Wanderschuhe waren bereits dreckig und nass, so dass ich am oberen Teil des Weinberges weiter entlang ging. 

In den Weinbergen selbst waren bereits Winzer an ihrem Werk gewesen, die Weinreben für den kommenden Sommer zurecht zu schneiden. Als sie mich entdeckt hatten, haben sie kurz ihre Arbeit niedergelegt und schauten etwas verdutzt zu mir hoch. Vielleicht waren sie ja doch etwas überrascht gewesen, ein junges Mädchen mit ihrem Regenschirm hier in ihren Weinbergen zu sehen.

Ein paar Schritte weiter befand ich mich auf diesen geteerten Weg und ging zu einer kleinen Ansammlung von etwas größeren Steinen. Denn dort in der näheren Umgebung hat sich ein kleiner Geocache versteckt. Bereits beim Eintragen ins Logbuch kam mir der Gedanke, dass ich mir wohl jetzt lieber das Regencap umhänge. “Gesagt – Getan”… was nun wieder zum großen Glück für mich war. 

Versunken in meinen Gedanken wollte ich wieder auf den Hauptweg zurück gehen, rutschte dabei aber aus, landete auf meinem Hintern, und bin so dann in den vor mir liegenden Graben gerutscht. Wäre mir dieses ohne mein Regencap passiert, wäre an diesem Punkt mein kleines Abenteuer zu Ende gewesen. Eine nasse Jeans-Hose wäre bei diesen kalten Temperaturen nicht gerade zum Vorteil gewesen.

Mit einem dreckigen Regencap ging es um das Militärgebiet von Veitshöchheim herum. Auf den Schildern stand zwar, dass man außerhalb von Übungs- und Trainingszeiten auf eigene Gefahr die Wege benutzen durfte – aber mir war diese Angelegenheit als kleiner Angsthase doch etwas zu gefährlich gewesen. Erst bei einem Wandersymbol des Jakobswegs traute ich mich, dieses Gebiet zu betreten. 

Den Jakobsweg folgend ging es für mich in ein kleines Waldgebiet. Der erste Teil des Weges ging recht steil runter, und kurz darauf wieder steil bergauf. Jedoch merkte ich den steilen Anstieg gar nicht, da ich mir die vielen MTB-Trails neben dem Weg anschaute und dabei träumte, wie ich im kommenden Sommer hier entlang fahren werde. 

Mit einem kleinen Umweg ging es schließlich zur Luitpoldquelle. Ehrlich gesagt habe ich sie mir etwas spektakulärer vorgestellt. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir aktuell Winter haben, somit vielleicht kein Wasser von dort entspringt, und die Landschaft im Allgemeinen recht kahl und irgendwie traurig wirkte. Ein Besuch im Sommer sollte ich mir wohl ebenfalls mal vornehmen, um einen anderen Eindruck von dieser Stelle zu bekommen. 

Zurück auf den Jakobsweg ging es weiter am Militärgelände bis nach Veitshöchheim entlang. Ein kleines Stück im Gewerbegebiet entlang, vorbei am Freibad “Geisbergbad”, bis hin ins Wohngebiet Schenkenfeld. Dabei kamen mir die vielen alten Erinnerungen hoch, wo ich selbst hier für 4 ½ Jahre gewohnt habe. 

Im Wohngebiet selbst bin ich auf einen altbekannten Schleichweg wieder zurück in die Weinberge gekommen. Mit einem tollen Blick ins Maintal ging es erstmal wieder bergauf. Als kleine Motivation wollte ich gerne den Geocache finden, der sich fast oben auf dem Weinberg befindet. Naja… Gefunden habe ich ihn zwar, doch leider wollte mein Kugelschreiber nicht so, wie ich es wollte. So konnte ich mich nicht ins Logbuch eintragen und somit bleibt dieser Geocache weiterhin für mich offen. 

Ein bisschen gefrustet darüber ging ich den Weg oberhalb der Weinberge entlang. Endlich kam ein Stück, was recht eben war, so dass ich mein Lauftempo auch wieder etwas erhöhen konnte. Erstrecht beim Anblick des Schenkenturms, wo sich schließlich auch mein Ziel befand. 

Beim Verlassen der Weinberge hatte ich dann die Entscheidung: Direkt zurück zum Auto, oder ein kleiner Umweg direkt zum Schenkenturm. Natürlich habe ich mich für den Umweg entschieden. Diese paar Meter, die ich dann extra gelaufen bin, taten mir ja schließlich auch recht gut. 

Vorbei am Schenkenturm ging es dann direkt zum Flugplatz. Leider flogen bei solchen Wetterverhältnisse keine Hobby-Piloten, sonst wäre ich hier bestimmt noch etwas länger geblieben. Das Starten und Landen von diesen kleinen Maschinen finde ich nämlich auch recht interessant. Und so kam mein kleiner Wunsch, einmal einen Rundflug über Würzburg zu machen, wieder in mir hoch.

Als der Parkplatz dann wieder in Sichtweite kam, war es dann mit meiner Motivation dann doch zu Ende. Besonders dann, als ich sah, dass alle anderen Autos bereits schon weg waren und mein kleiner Clio dort einsam und verlassen dort stand. Mit schnellen Schritten ging es somit zurück zum Startpunkt. Setze mich noch einmal in den offenen Kofferraum, genoss die Natur mit einem belegten Brötchen und war stolz auf mich selbst, dass ich dieses Abenteuer in Angriff genommen habe. 

„Leben heißt, nicht zu warten, dass der Sturm vorbei ist,
sondern lernen, im Regen zu tanzen.“


Falls du gerne diese Wanderung nachlaufen möchtest, ob nun bei Regen oder Sonnenschein,
kannst du dir gerne meine Tour bei Komoot herunterladen. 


Sonnenaufgang in den Weinbergen – Erzählung eines kleinen Abenteuers

Vielleicht kennst du auch dieses Phänomen: Die ganze Woche lang klingelt der Wecker recht früh. In der Woche kommt man kaum aus dem Bett und man denkt sich: „Wieso kann ich nicht einfach weiter schlafen!“ Doch am Wochenende, wo man rein theoretisch ausschlafen kann, ist man von sich aus schon früh wach. Und meistens zu einer Zeit, wo der Wecker geht. 

Genau unter diesem kleinen „Problem“ leide ich meistens am Samstag. Unter der Woche geht mein Wecker täglich um 5 Uhr morgens. Meistens schaffe ich es gleich voller Tatendrang aus dem Bett zu springen. Aber es gibt auch viele Tage, wo ich erneut die Schlummerfunktion meines Handys benutze. Und dann nicht nur einmal. Meistens vergeht dann eine halbe Stunde, bis ich wirklich mal die Füße unter der Decke hervor nehme und sie auf dem kalten Boden abstelle. 

Doch dann kommt das Wochenende. Meistens nehme ich mir am Freitagabend sogar noch vor, länger aufzubleiben. Um eventuell noch eine Radtour oder Wanderung zu unternehmen. Vielleicht sogar in Kombination mit einem tollen Geocache, oder einem tollen Fotoshooting des Sonnenunterganges. Doch ja, auch der Freitagabend möchte nicht von meinen Gewohnheiten abweichen, so dass ich dann doch verhältnismäßig „früh“ ins Bett gehe. 

Der Sonnenaufgang am August-Wochenende 2020


So kommt es dann auch, dass ich am Wochenende sehr früh, und vor allem von alleine ohne Wecker wach werden. Meistens begebe ich mich dann ins Wohnzimmer, wo ich mit einem Kaffee noch etwas in meiner aktuellen Lektüre lese, oder im Internet nach neuen Abenteuerideen suche. Doch an diesem Morgen, Anfang August 2020, wollte ich etwas anderes. 

Irgendwie hatte ich es satt, planlos in den Tag zu starten. So kam mir eine Podcast-Folge von Christo Förster in den Kopf. Dort erzählte er von den Sonnenaufgängen und das damit verbundene „Erwachen der Natur„. Er berichtete auch von einem weiteren Mitglied seiner Community, dass dieser sich einfach anzog, einen Zettel mit der Botschaft „Bin draußen um den Sonnenaufgang zu genießen“ für seine Frau schrieb, und einfach los ging. 

Ein kleines Abenteuer, welches mir schon lange im Kopf herum geisterte. Aber nie den Mut gefunden habe, es auch auszuführen. Mittlerweile frage ich mich: Wieso eigentlich? Denn ganz ehrlich: So schlimm war es im nachhinein gar nicht gewesen. 

So schaute ich schnell mal nach, wann hier in Markt Einersheim (Unterfranken/Bayern) die Sonne aufging, und merkte schnell: so viel Zeit bleibt mir gar nicht mehr. Laut dem Internet sollte sie schon um 6 Uhr am Himmel erscheinen – und es war schon 5.30 Uhr. Also schnell in ein paar Klamotten, die hier noch rumlagen, die Haare provisorisch zu einem Dutt gebunden und ab in die Schuhe. 

Natürlich hätte ich den Sonnenaufgang auch hier in meinem kleinen Dorf bestaunen können. Doch ich hatte eine andere Idee im Kopf. Um unsere kleine Gemeinde herum befinden sich neben den üblichen Ackerfeldern und Wiesen, auch eine Reihen von Weinbergen. Und mitten in diesen Weinbergen, auf einer kleinen Erhöhung, steht das Wengertshäusla von Markt Einersheim. 

Mittlerweile wurde dort vor ein paar Jahren auch eine richtige kleine Aussichtsplattform gebaut, so dass man einen tollen Blick in die Weite hat. Diesen Anblick, den wollte ich gerne mit einem traumhaften und wolkenfreien Sonnenaufgang genießen. 

Und so kam es, dass ich regelrecht laufend zu dieser Aussichtsplattform gerannt bin. Dabei muss ich gestehen, es war körperlich eine reine Qual gewesen. Gerade erst wach geworden, noch vor dem ersten Kaffee einen Sprint hinzulegen… Mein Körper fand diese Idee nicht so gut, so dass ich fast keuchend am gewünschten Ort ankam. 

Doch ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Es dauerte zwar etwas länger mit dem Sonnenaufgang, als es im Internet stand. Aber die Stille um einem herum, zu sehen, wie die Natur und der Mensch sich noch in Ruhe befindet, war faszinierend. Erst als die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Berg hervor kamen, fing auch langsam an, die Natur zu erwachen. 

Ein kleines Rascheln in den Büschen, das leise, langsame Gezwitscher einiger Vögel, bis hin zum morgendlichen Gruß des Dorfhahnes. Je weiter die Sonne stieg, um so lauter wurde es um einem herum. Irgendwann verstummte der Hahn, und wie aufs Kommando fing das Summen der ersten Fliegen und Bienen an. 

Ein Augenblick, den ich leider nicht mit der Fotografie festhalten konnte. Ein Augenblick, den ich so leider nicht mit dir teilen kann. Dafür ein einzigartiges Erlebnis für mich. Und sobald ich meine Fotos von diesem traumhaften Sonnenaufgang anschaue, höre ich innerlich wieder alles. Erst die Stille, bis hin zum regelrechten Trubel in der Natur. 

Nach 1 ½ Stunden kam das Knurren meines Magens dazu. So machte ich mich dem Heimweg auf, um ein leckeres Frühstück zu genießen. Dieses mal aber eher gemütlich, um noch die letzten Eindrücke des Morgens wahrzunehmen. Erst mit einem Kaffee in der Hand erzählte ich meinem Freund von diesem kleinen Abenteuer. Welcher dann unglaubwürdig den Kopf schüttelte und meinte: Ich sei verrückt. 

Und ja, genau diese Aussage bestätigt es für mich: Es war ein kleines, persönliches Abenteuer gewesen, welches ich so schnell nicht vergessen werde. Ein Abenteuer, welches ich gerne wiederholen werde. Denn durch diesen Morgen fand ich eine weitere Leidenschaft, der ich gerne weiterhin nachgehen würde: Die Fotografie des Sonnenaufgangs.